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Anleihen als Alternative: Warum Aktien-Anleger jetzt ins Grübeln geraten

Fünf Prozent Rendite bei nahezu ausfallsicheren Staatsanleihen bringen selbst überzeugte Aktien-Anleger wie Felix Stefan zum Nachdenken.

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Anleihen als Alternative: Warum Aktien-Anleger jetzt ins Grübeln geraten

Felix Stefan hat sein Geld bislang voll auf Aktien gesetzt. Sein Depot führt er beim Neobroker Trade Republic, darin liegen Indexfonds und einige Einzelaktien. Anleihen hat er für sich lange als abwegig eingestuft. Nun ist er ins Grübeln geraten.

Der Anlass ist eine Rendite von fünf Prozent, die sich mit nahezu ausfallsicheren Staatsanleihen erzielen lässt. Für einen Anleger, der sein Kapital bislang ausschließlich über den Aktienmarkt arbeiten ließ, ist das ein gewichtiges Argument. Stefan erwägt deshalb konkret den Kauf von Anleihen – ein Schritt, den er bis vor Kurzem noch ausgeschlossen hätte.

Bisher hatte Stefan gleich drei Gründe, das Thema beiseitezuschieben: Anleihen erschienen ihm zu kompliziert, zu unrentabel und zu langfristig. Stattdessen setzte er auf Tech-Aktien, die über Jahre als die attraktivere Wette galten. Mit einer Rendite von fünf Prozent bei Staatsanleihen gerät diese Rechnung nun ins Wanken.

Das Muster ist typisch für eine ganze Generation von Privatanlegern. Wer in den vergangenen Jahren mit Aktien und Indexfonds groß geworden ist, hat feste Zinsen kaum noch als echte Option wahrgenommen. Lange Zeit warfen Staatsanleihen so wenig ab, dass sich der Aufwand kaum lohnte. Dass sich das ändern kann, ist vielen Anlegern noch nicht wirklich bewusst.

Was hinter der Fünf-Prozent-Marke steckt

Eine Anleihe ist im Kern ein Kredit, den Anleger einem Staat oder Unternehmen geben. Der Schuldner zahlt dafür Zinsen und am Ende der Laufzeit den geliehenen Betrag zurück. Bei Staatsanleihen gilt der Emittent – also der Staat – als besonders zuverlässiger Schuldner, weshalb solche Papiere in der Quelle als nahezu ausfallsicher beschrieben werden. Genau darin liegt der Reiz für Anleger wie Stefan: eine Rendite, die planbarer wirkt als die Kursschwankungen am Aktienmarkt.

Der Vergleich mit Aktien fällt dabei nicht automatisch zugunsten der einen oder anderen Seite aus. Aktien bieten die Chance auf Kursgewinne und Dividenden, aber auch das Risiko deutlicher Verluste. Anleihen liefern dagegen eine feste Verzinsung, sofern der Schuldner seinen Verpflichtungen nachkommt. Fünf Prozent bei einem nahezu ausfallsicheren Schuldner sind deshalb ein anderes Produkt als fünf Prozent Renditeerwartung bei einer riskanten Einzelaktie.

Worauf Privatanleger achten sollten

Wer wie Stefan über den Einstieg nachdenkt, sollte die eigene Anlagestrategie prüfen. Indexfonds und Einzelaktien decken die Wachstumsseite ab, Anleihen können dagegen für Stabilität sorgen. Ein Depot lässt sich so breiter aufstellen, statt allein von der Entwicklung des Aktienmarkts abzuhängen.

Wichtig ist außerdem der Blick auf die Laufzeit. Genau hier lag für Stefan bislang ein Hindernis, weil ihm Anleihen zu langfristig erschienen. Anleger sollten daher klären, wann sie ihr Geld zurückbrauchen – und ob sie es über die gesamte Laufzeit liegen lassen können. Wer vorzeitig verkauft, muss mit Kursschwankungen rechnen.

Ein dritter Punkt betrifft die schlichte Handhabung. Dass Stefan Anleihen früher als zu kompliziert empfand, ist ein verbreitetes Vorurteil. Über Neobroker wie Trade Republic, wo sein Depot liegt, sind auch Anleihen längst zugänglich. Die Hürde ist damit vor allem eine Frage der Information, nicht der Technik.

Ob Stefan tatsächlich kauft, ist offen. Seine Überlegung zeigt aber, wie sich die Rahmenbedingungen für Privatanleger verschoben haben: Plötzlich sind feste Zinsen wieder eine Option – selbst für jemanden, der bislang voll auf Aktien setzte.

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