AirAsia-Chef Fernandes weist Finanzsorgen zurück und plant Wachstum
Trotz Medienberichten über Finanzprobleme betont der Mitgründer die Nachhaltigkeit der Billigfluggesellschaft.

AirAsia ist „nachhaltig" und plant trotz steigender Kraftstoffpreise und geopolitischer Unsicherheiten weiteres Wachstum. Das betonte Mitgründer Tony Fernandes nun gegenüber CNBC und widersprach damit Medienberichten, die Zweifel an der finanziellen Gesundheit der malaysischen Billigfluggesellschaft geäußert hatten.
Reuters hatte in dieser Woche unter Berufung auf mit der Materie vertraute Personen berichtet, dass die malaysische Regierung Malaysia Airlines und Batik Air gefragt habe, ob sie den Inlandsmarktanteil von AirAsia übernehmen könnten. Dies sei im Rahmen einer Szenarioplanung geschehen, während die Behörden die finanzielle Gesundheit des Carriers überwachten. Die Diskussionen hätten sich in den letzten Wochen intensiviert, da die Bedenken hinsichtlich der Finanzen von AirAsia zunahmen.
Fernandes wies diese Darstellung nun entschieden zurück. AirAsia habe seine Kosten- und Umsatzstruktur an die höheren Kraftstoffpreise angepasst, nachdem die Kosten stark angestiegen waren. Die Fluggesellschaft hatte viele ihrer Tickets zu niedrigeren Preisen verkauft, bevor die Treibstoffkosten massiv anzogen.
Kraftstoffkosten um 58 Prozent gestiegen
Die Kraftstoffkosten seien im Vergleich zum Vorjahr um 58 Prozent gestiegen, da die durchschnittlichen Jet-Kraftstoffpreise auf 183 US-Dollar pro Barrel kletterten, so das Unternehmen. Dies stellt eine erhebliche Belastung für die Kostenstruktur der Fluggesellschaft dar.
Zur geplanten Kapitalbeschaffung stellte Fernandes klar: „Die Kapitalbeschaffung zielt auf die Refinanzierung ab. Es handelt sich um 1 Milliarde US-Dollar, nicht um 3 Milliarden US-Dollar. Wir benötigen nicht 3 Milliarden US-Dollar." AirAsia hatte Anfang des Monats erklärt, dass die geplante Kapitalbeschaffung aus bis zu 1 Milliarde US-Dollar auf den internationalen Schuldenmärkten und 700 Millionen Ringgit (etwa 171,5 Millionen US-Dollar) in lokalen Kreditfazilitäten bestehe. Diese Mittel dienen primär der Schuldenumschuldung und -refinanzierung sowie der Konsolidierung der Bilanz – nicht der Finanzierung operativer Engpässe.
Fernandes wies zudem den Hinweis zurück, die Operationen von AirAsia könnten einfach durch konkurrierende Fluggesellschaften ersetzt werden. Er verwies dabei auf die rund 100 Flugzeuge, die das Unternehmen in Malaysia betreibt. Eine schnelle Übernahme dieser Kapazitäten durch Wettbewerber sei daher nicht realistisch.
Neue Wachstumsstrategie mit Airbus
Gleichzeitig kündigte Fernandes neue Wachstumspläne an: „Wir werden innerhalb des nächsten Monats eine ziemlich spannende Ankündigung bezüglich unseres Wachstums und unserer Strategie mit Airbus machen." Die Beziehung der Fluggesellschaft zum europäischen Flugzeughersteller bezeichnete er als „fantastisch".
Ein wichtiger Bestandteil der Strategie ist der verstärkte Einsatz künstlicher Intelligenz. Bereits heute erziele AirAsia durch KI-Technologie etwa 3 Prozent an Kraftstoffeinsparungen. Zudem plane man, in den kommenden drei Monaten neue KI-Funktionen für Kunden einzuführen, so Fernandes.
Auf Fragen von CNBC sagte Fernandes, AirAsia werde weiterhin Märkte erschließen, in denen es Gewinne erwirtschaften und einen besseren Wert als Wettbewerber bieten könne. Die Partnerschaft von AirAsia mit der türkischen Pegasus Airlines könnte dabei als Modell für weitere Expansionen dienen. Europäische Billigfluggesellschaften hätten sich bereits nach potenziellen Partnerschaften erkundigt.
Kapazitätsanpassungen und Ausblick
Die Fluggesellschaft hatte ihre Kapazität im Quartal um 11 Prozent reduziert und schwach frequentierte Langstreckenrouten eingestellt. Gleichzeitig verringerte sie die Flottenzuweisungen auf den Philippinen und in Indonesien. Für das vierte Quartal kündigte AirAsia an, die Kapazität wieder auf das Niveau vor dem Krieg anzupassen, da die Reisenachfrage zum Jahresende hin ansteige.
