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Softwarefehler legt britischen Luftraum lahm – Tausende Flüge gestrichen

Ein bislang unbekannter Softwarefehler bei der Flugsicherung Nats löste Mitte September massives Flugchaos aus.

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Softwarefehler legt britischen Luftraum lahm – Tausende Flüge gestrichen

Ein schwerwiegender Softwarefehler im System der britischen Flugsicherung Nats hat Mitte September zu einem massiven Flugchaos geführt, von dem Hunderttausende Passagiere betroffen waren. Wie Nats in einem ersten Untersuchungsbericht mitteilte, wurde der Vorfall durch einen „bislang unbekannten Fehler in einem Altsystem“ ausgelöst. Der Defekt trat auf, als das System die Flugdaten eines einzelnen Flugzeugs verarbeitete und zeitgleich – innerhalb einer Millisekunde – eine weitere Anfrage bearbeitete. Dies führte zu einer Korruption der Daten, die das gesamte System zur Überwachung des britischen Luftraums zum Erliegen brachte.

Die Auswirkungen waren gravierend: Über 2.000 Flüge wurden gestrichen, zahlreiche Passagiere strandeten im Ausland oder mussten die Nacht auf Flughafenterminals verbringen. Der Vorfall begann am 8. September um 10:00 Uhr, doch das Ausmaß des Fehlers wurde erst zweieinhalb Stunden später erkannt. Erst gegen 15:15 Uhr konnte der Neustart des Systems eingeleitet werden, wobei die Beschränkungen im Luftraum erst um 19:30 Uhr vollständig aufgehoben wurden. Die Normalisierung des Flugbetriebs dauerte aufgrund der verschobenen Flugzeuge und Besatzungen mehrere Tage.

Nats-Chef entschuldigt sich – Sicherheit nicht gefährdet

Nats-Chef Martin Rolfe entschuldigte sich aufrichtig für die Störungen, betonte jedoch, dass die Sicherheit zu keinem Zeitpunkt gefährdet gewesen sei. Er verwies darauf, dass Nats im letzten Jahrzehnt über eine Milliarde Pfund in Technologie investiert habe und plant, bis 2033 eine weitere Milliarde zu investieren. Dennoch steht Rolfe unter Druck; einige Fluggesellschaften fordern bereits seinen Rücktritt. Nats stellte zudem klar, dass der Vorfall in keinem Zusammenhang mit dem Systemausfall von 2023 stehe und dass der Flugplan des betroffenen Flugzeugs – entgegen anfänglicher Spekulationen über eine Beteiligung des Militärs – korrekt übermittelt worden war.

Die britische Verkehrsministerin Heidi Alexander bezeichnete die Störung als „völlig inakzeptabel“. Die Zivilluftfahrtbehörde (CAA) hat eine sechsmonatige Untersuchung eingeleitet, die sowohl die Ursachen als auch die Investitionsstrategie von Nats prüfen soll. Währenddessen wächst der Unmut bei den Fluggesellschaften: Der Branchenverband Airlines UK fordert eine sofortige Entschädigung für die entstandenen Kosten und kritisiert, dass Nats für derartige Ausfälle kaum Konsequenzen zu tragen habe.

Fluggesellschaften fordern Entschädigung

Tim Alderslade, Geschäftsführer von Airlines UK, betonte, dass Fluggesellschaften nicht länger als „Versicherer letzter Instanz“ fungieren dürften. Für die Passagiere bleibt die Situation frustrierend. Da die Regulierungsbehörden den Vorfall als „außergewöhnliche Umstände“ einstufen, haben viele Reisende keinen Anspruch auf Entschädigung. Betroffene wie die Urlauberin Addie Kitson, die nach einer Umleitung nach Stockholm mit hohen ungeplanten Kosten konfrontiert war, kritisieren diese Regelung scharf. Sie bemängeln, dass derartige Systemausfälle angesichts ihrer Häufigkeit kaum noch als „außergewöhnlich“ bezeichnet werden könnten.

Der Vorfall wirft ein Schlaglicht auf die Verwundbarkeit moderner Flugsicherungssysteme. Für deutsche Reisende ist der Fall besonders relevant, da der britische Luftraum zu den am stärksten frequentierten Europas zählt und Störungen dort regelmäßig Auswirkungen auf den gesamten europäischen Flugverkehr haben. Die laufende Untersuchung der CAA wird mit Spannung erwartet – sie soll nicht nur die genauen Ursachen klären, sondern auch prüfen, ob die milliardenschweren Investitionen von Nats ausreichen, um künftige Ausfälle zu verhindern.

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