Giftige Dämpfe: Airbus-Tochter ATR muss Flugzeuge stilllegen
Piloten klagen über Migräne durch verdächtige Gerüche in Cockpit und Kabine.

Eine französische Fluggesellschaft hat ein neu aufgerüstetes Flugzeug vom Typ ATR außer Betrieb gesetzt. Der Grund sind Berichte von Piloten über verdächtige Austritte von Gerüchen in Cockpit und Kabinenbereich, die während des Fluges zu Migräne und weiteren Symptomen führten. ATR ist ein Joint Venture, an dem der europäische Luftfahrtkonzern Airbus (AIR0.02%increase; up pointing triangle) beteiligt ist.
Eines der betroffenen Flugzeuge wurde von Airbus genutzt, um Mitarbeiter zwischen seinen Standorten in Frankreich zu transportieren. Die Pilotenberichte und die andauernde Untersuchung durch den Hersteller ATR bezüglich vermuteter Probleme mit der Luftversorgung werfen ein Schlaglicht auf eine langjährige Kontroverse in der Luftfahrtbranche.
Hintergrund: Jahrelanger Streit um Ölaustritte
Airbus und die gesamte Branche bestreiten seit Jahren Vorwürfe von Crews, medizinischen Fachkräften und Luftfahrtbehörden. Diese behaupten, dass Ölaustritte in Flugzeugtriebwerken zu toxischen Konzentrationen von Gerüchen in der Luftversorgung führen können. Die sogenannten „Fume Events“ – also das Eindringen von Öldämpfen in die Kabinenluft – sind seit Langem ein umstrittenes Thema in der Luftfahrt.
Eine Untersuchung der „Wall Street Journal“ ergab im vergangenen Jahr, dass Austritte von Öl und anderen Flugzeugflüssigkeiten in Jet-Triebwerke im letzten Jahrzehnt stark zugenommen haben. Die aktuellen Vorfälle bei ATR könnten die Debatte um mögliche Gesundheitsrisiken für Piloten und Passagiere weiter anheizen.
Auswirkungen auf den Betrieb
Die außer Betrieb gesetzten Flugzeuge zeigen, dass das Problem auch bei modernen, neu aufgerüsteten Maschinen auftreten kann. Für die betroffene französische Fluggesellschaft bedeutet die Stilllegung eine Einschränkung des Flugbetriebs. Auch Airbus selbst ist betroffen, da einer der Maschinen für den internen Mitarbeitertransport genutzt wurde.
Die Untersuchungen von ATR zu den vermuteten Problemen mit der Luftversorgung laufen derzeit noch. Es bleibt abzuwarten, ob die Vorfälle zu technischen Nachrüstungen oder veränderten Wartungsvorschriften führen werden. Für Anleger von Airbus ist die Entwicklung relevant, da das Joint Venture ATR einen wichtigen Teil des Regionalflugzeuggeschäfts darstellt.
