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Warren Buffetts Abschiedsbrief: Vier Worte für den Vermögensaufbau

Der Starinvestor verabschiedet sich mit einer Botschaft, die weit über seinen Ruhestand hinausgeht: Die Zeit siegt immer.

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Warren Buffetts Abschiedsbrief: Vier Worte für den Vermögensaufbau

Warren Buffett hat sich im Laufe seiner Karriere als einer der besten Investoren der Welt etabliert. Nach 60 Jahren bei Berkshire Hathaway ist er nun endgültig in den Ruhestand gegangen. Bereits zu Jahresbeginn hatte er die Position des CEO niedergelegt, im vergangenen Monat verzichtete er auch auf das Amt des Vorsitzenden des Verwaltungsrats.

In einem Abschiedsbrief an die Aktionäre vom 18. September verabschiedete sich Buffett von seinen Anteilseignern. Darin stehen vier Worte, die nach Einschätzung des Finanzdienstes The Motley Fool alles enthalten, was Anleger für ihren Erfolg brauchen: „Father Time always wins" – zu Deutsch: Die Zeit siegt immer.

Auf den ersten Blick klingt das nach einer nüchternen Feststellung zum eigenen Alter und zum Rückzug aus dem Berufsleben. Doch die Aussage lässt sich direkt auf das Investieren übertragen. Denn die vielleicht mächtigste Kraft an den Märkten ist nicht die Auswahl der besten Einzelaktie und auch nicht das perfekte Timing – es ist die Verweildauer am Markt.

Die Details

Der Blick auf den US-Aktienmarkt stützt diese These. Langfristig betrachtet ist der S&P 500 (^GSPC +0,73%), der wichtigste Index der USA, stets gestiegen. Im Durchschnitt verzeichnete er in den vergangenen 40 Jahren eine jährliche Rendite von 11,5 Prozent. Je länger ein Anleger investiert bleibt, desto stärker wächst sein Vermögen – getrieben vom Zinseszinseffekt, bei dem die Gewinne in späteren Jahren selbst wieder Gewinne erwirtschaften.

The Motley Fool rechnet das an einem konkreten Beispiel vor: Wer 20.000 US-Dollar anlegt und dieselbe Durchschnittsrendite erzielt, hält nach 10 Jahren rund 59.400 Dollar. Nach 30 Jahren liegt der Wert bei 524.000 Dollar, nach 40 Jahren bei mehr als 1,5 Millionen Dollar. Das frühe Wachstum wirkt dabei oft langsam, doch es ist die späte Phase, in der aus einer überschaubaren Investition ein Millionbetrag wird.

Noch deutlicher wird der Effekt mit Dollar-Cost-Averaging, also dem regelmäßigen Investieren eines festen Betrags – unabhängig davon, wie sich der Markt entwickelt. Wer zusätzlich zu den ursprünglichen 20.000 Dollar monatlich 1.000 Dollar einzahlt, kommt nach 10 Jahren auf 275.600 Dollar, nach 30 Jahren auf nahezu 3,3 Millionen Dollar und nach 40 Jahren auf rund 10 Millionen Dollar.

Bemerkenswert ist die Zusammensetzung dieses Saldos: Nach 30 Jahren stammen 88 Prozent davon aus Anlagegewinnen, nach 40 Jahren sogar 95 Prozent. Das zeigt, wie stark das eingezahlte Kapital gegenüber den erwirtschafteten Erträgen mit der Zeit in den Hintergrund tritt.

Und auch das Startkapital verliert an Bedeutung, wenn regelmäßig gespart wird. Eine Anfangsanlage von 1.000 Dollar plus monatlich 1.000 Dollar führen nach 30 Jahren zu einem Depotwert von 2,8 Millionen Dollar und nach 40 Jahren zu 8,5 Millionen Dollar. Selbst wer weniger Kapital hat, kann laut der Analyse einen Saldo von 1 Million Dollar nach 40 Jahren erreichen – mit einer Startinvestition von 125 Dollar und zusätzlich 125 Dollar pro Monat.

Die beste Investitionsoption

Beim Dollar-Cost-Averaging hält der Autor einen Favoriten von Buffett für die beste Wahl: einen ETF auf den S&P-500-Index. Solche Fonds bieten ein sofort diversifiziertes Portfolio, das nur wenige aktiv gemanagte Large-Cap-Fonds übertreffen können. In den vergangenen 10 Jahren hat der S&P 500 86 Prozent aller aktiv gemanagten Large-Cap-Fonds outperformt.

Buffett selbst hat zudem eine berühmte Wette gewonnen, dass seine Investition in einen S&P-500-Fonds ein Hedgefonds-Portfolio über einen Zeitraum von 10 Jahren schlagen würde. Es war kein knapper Ausgang – er gewann deutlich. Als konkrete Umsetzung nennt The Motley Fool den Vanguard S&P 500 ETF (VOO +0,74%). Er ist der weltweit größte börsengehandelte Fonds, bildet die Indexrenditen gut ab und weist eine Gesamtkostenquote von nur 0,03 Prozent auf.

Hintergrund: Was bisher geschah

Bereits am 30.07.2026 berichtete aktien.news, dass Warren Buffett als einer der erfolgreichsten Aktienanleger aller Zeiten gilt und sein Rat für den Durchschnittsanleger überraschend simpel ausfällt: Kaufe einen ETF, der den S&P 500 abbildet. Schon damals verwies der Bericht darauf, dass Buffett diesen Rat immer wieder bekräftigt hat.

Am 19.09.2026 griff aktien.news die Analyse von The Motley Fool auf, wonach ein Vermögen von einer Million US-Dollar mit langem Anlagehorizont, Disziplin und der Kraft des Zinseszinses realistisch erreichbar ist. Der Schlüssel liege in der Konsistenz über Jahrzehnte hinweg.

Am 21.09.2026 berichtete aktien.news, dass der Zinseszinseffekt als eines der mächtigsten Werkzeuge für den Vermögensaufbau an der Börse gilt. Die Botschaft richte sich vor allem an Anleger, die langfristig ein Polster für den Ruhestand aufbauen wollen.

Am 29.09.2026 folgte der Bericht, dass Privatanleger mit einem disziplinierten Sparplan und einem breiten Indexfonds das Millionenziel erreichen können. Entscheidend sei nicht der perfekte Einstiegszeitpunkt, sondern die Konstanz über viele Jahre.

Was das für Anleger bedeutet

Für deutsche Privatanleger sind mehrere Punkte relevant. Die genannten Renditen und Beträge beziehen sich auf den US-Markt und sind in US-Dollar angegeben. Historische Durchschnittsrenditen von 11,5 Prozent pro Jahr sind keine Zusage für die Zukunft – sie beschreiben zunächst nur die Vergangenheit.

Deutlich wird aber die Mechanik: Wer regelmäßig spart und lange investiert bleibt, profitiert überproportional vom Zinseszins. The Motley Fool vergleicht den Effekt mit einem Schneeball, der einen Hügel hinunterrollt. Er beginnt klein, wird aber immer größer, weil jede Umdrehung exponentiell mehr Schnee ansammelt, bis er massiv wird.

Zugleich zeigt die Analyse, dass die Wahl des Vehikels zweitrangig sein kann, wenn die Strategie stimmt. Ein breit gestreuter Indexfonds auf den S&P 500 bildet die Marktentwicklung ab, statt auf die Auswahl einzelner Titel zu setzen. Ob und in welchem Umfang ein Anleger sein Geld in US-Aktien investiert, hängt jedoch von der eigenen Situation und Risikobereitschaft ab. Eine Kauf- oder Verkaufsempfehlung lässt sich daraus nicht ableiten.

Ausblick

Konkrete neue Termine oder Pläne nennt der Abschiedsbrief laut der Analyse nicht. Im Mittelpunkt steht die Botschaft, dass die Zeit die entscheidende Größe beim Investieren bleibt. Die Empfehlung von The Motley Fool lautet, Investieren nicht komplizierter zu machen, als es sein muss: Die Kombination aus Zeit und einem S&P-500-ETF sei eine hervorragende Möglichkeit, langfristig Vermögen aufzubauen.

Kurz erklärt

  • Zinseszins: Erträge werden wieder angelegt und erwirtschaften in der Folge selbst neue Erträge.
  • Dollar-Cost-Averaging: Ein fester Betrag wird regelmäßig investiert, unabhängig von der Marktlage.
  • ETF: Ein börsengehandelter Fonds, der einen Index nachbildet und breit gestreut ist.
  • S&P 500: Der wichtigste US-Aktienindex, der die Entwicklung großer US-Unternehmen abbildet.
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