USA stellen 7 Milliarden Dollar für argentinische Rohstoffprojekte bereit
US-Export-Importbank finanziert kritische Mineralien und Energieprojekte in Argentinien mit Milliardenpaket.

Die US-Export-Importbank plant, kritische Mineralstoff- und Energieprojekte in Argentinien im Wert von bis zu 7 Milliarden US-Dollar zu finanzieren. Das geht aus einem der Nachrichtenagentur Reuters vorliegenden Dokument hervor. Die Finanzierung ist Teil eines Pakets, das am Mittwoch während der Generalversammlung der Vereinten Nationen in New York vorgestellt werden soll, wie eine mit den Umständen vertraute Person mitteilte.
Mit dem Schritt wollen die USA ihren Zugang zu Energie- und kritischen Mineralstoffressourcen in der westlichen Hemisphäre ausbauen. Unter dem argentinischen Präsidenten Javier Milei, einem engen Verbündeten von US-Präsident Donald Trump, haben sich die Beziehungen zwischen Washington und Buenos Aires durch eine engere Angleichung der Wirtschaftspolitik deutlich vertieft.
Die Beziehung wurde durch die Unterstützung der marktorientierten Reformen Mileis durch die USA sowie durch ein im Februar angekündigtes bevorzugtes Handels- und Investitionsabkommen gestärkt, das auch die Zusammenarbeit bei kritischen Mineralstoffen umfasste. Das argentinische Parlament muss das bilaterale Abkommen jedoch noch ratifizieren. Das Präsidialamt Argentiniens reagierte nicht umgehend auf eine Anfrage zur Stellungnahme.
Die Details
Argentinien verfügt über große Lagerstätten von Lithium, Schieferöl und anderen Rohstoffen. Die US-Finanzierungen ermöglichen es Unternehmen, die in dem südamerikanischen Land tätig sind, Kredite zum Kauf von Ausrüstungen von amerikanischen Herstellern sowie für andere Zwecke in den nächsten zwei Jahren zu erhalten.
Argentinien, Chile und Bolivien bilden das sogenannte „Lithium-Dreieck“ und konzentrieren die weltweit größten Vorräte des weißen Metalls, das in der Elektronik, Elektrofahrzeugen und anderen Schlüsseltechnologien verwendet wird. Zu den großen Rohstoffunternehmen, die bereits in Argentinien tätig sind, gehören Rio Tinto, das Lithium für Batterien abbaut, BHP, das ein Kupferprojekt entwickelt, und Chevron, das ein großes Schieferöl- und Gasprojekt betreibt.
Die Regierung Mileis, die sich einer Präsidentschaftswahl im Jahr 2027 stellt, hat ein Anreizsystem für Großinvestitionen namens RIGI als Eckpfeiler ihrer Bemühungen eingeführt, ausländisches Kapital in strategischen Sektoren wie Energie, Bergbau und Infrastruktur anzuziehen. Italiens Eni und das staatliche argentinische Unternehmen YPF haben im vergangenen Monat einen gemeinsamen Antrag im Rahmen von RIGI für ihr 51 Milliarden US-Dollar teures Projekt zur Verflüssigung von Erdgas eingereicht.
Luis Lucero, der argentinische Bergbauminister, erklärte gegenüber Reuters Anfang dieses Jahres, sein Land könnte bis 2036 jährlich 580.000 Tonnen Lithium und 1,6 Millionen Tonnen Kupfer exportieren, was dem Fünffachen der Niveaus von 2025 entsprechen würde.
Hintergrund: Was bisher geschah
Bereits am 5. Februar 2026 berichtete aktien.news, dass Argentinien und die USA ein weitreichendes Abkommen über kritische Mineralien unterzeichnet haben. Das sogenannte Rahmeninstrument zielte darauf ab, die Lieferketten beider Länder zu stärken und zu diversifizieren. Das argentinische Außenministerium erwartete durch die Vereinbarung erhebliche wirtschaftliche Impulse für das südamerikanische Land. Das Abkommen kam zu einem strategisch wichtigen Zeitpunkt, da die USA nach verlässlichen Partnern für kritische Rohstoffe suchten, um ihre Abhängigkeit von China zu reduzieren.
Ebenfalls am 5. Februar 2026 berichtete aktien.news über die strategische Bedeutung des Abkommens. Kritische Mineralien wie Lithium, Kupfer und seltene Erden sind für moderne Technologien unverzichtbar. Sie werden in Batterien, Halbleitern und erneuerbaren Energien eingesetzt. Argentinien verfügt über bedeutende Vorkommen dieser Rohstoffe, insbesondere im sogenannten Lithium-Dreieck an der Grenze zu Chile und Bolivien.
Am 6. Februar 2026 folgte die Berichterstattung über ein umfassendes Handels- und Investitionsabkommen zwischen den USA und Argentinien. Das am Donnerstag in Washington vom US-Handelsbeauftragten Jamieson Greer und dem argentinischen Außenminister Pablo Quirno unterzeichnete Abkommen konkretisierte den bereits im November vereinbarten Handelsrahmen. Es sah die Senkung oder vollständige Abschaffung von Zöllen auf eine breite Palette amerikanischer Produkte vor.
Am 22. Juni 2026 berichtete aktien.news, dass Argentiniens Regierung eine Finanzierung von bis zu 5 Milliarden US-Dollar durch internationale Institutionen genehmigt hatte. Präsident Javier Milei unterzeichnete das entsprechende Dekret gemeinsam mit Wirtschaftsminister Luis Caputo und Kabinettschef Manuel Adorni. Die Maßnahme zielte darauf ab, die Kreditkosten für Argentinien zu senken.
Was das für Anleger bedeutet
Für deutsche Privatanleger ist die Entwicklung in Argentinien aus mehreren Gründen relevant. Die massiven US-Investitionen in Höhe von bis zu 7 Milliarden US-Dollar unterstreichen die strategische Bedeutung des Landes für die Versorgung mit kritischen Rohstoffen. Insbesondere Lithium, das für die Produktion von Batterien in Elektrofahrzeugen und Elektronik unverzichtbar ist, rückt damit stärker in den Fokus.
Die großen Rohstoffkonzerne Rio Tinto, BHP und Chevron sind bereits in Argentinien aktiv. Diese Unternehmen könnten von den neuen Finanzierungsmöglichkeiten profitieren, da sie Kredite zum Kauf von Ausrüstungen von amerikanischen Herstellern erhalten können. Auch das 51 Milliarden US-Dollar schwere Erdgasprojekt von Eni und YPF zeigt das enorme Investitionsvolumen, das in dem Land bewegt wird.
Das von der Regierung Milei eingeführte Anreizsystem RIGI für Großinvestitionen in strategischen Sektoren wie Energie, Bergbau und Infrastruktur schafft einen klaren Rahmen für ausländische Kapitalanlagen. Anleger sollten jedoch beachten, dass das bilaterale Abkommen zwischen den USA und Argentinien noch der Ratifizierung durch das argentinische Parlament bedarf, was politische Risiken birgt.
Ausblick
Das Finanzierungspaket soll am Mittwoch während der Generalversammlung der Vereinten Nationen in New York vorgestellt werden. Die US-Finanzierungen ermöglichen es Unternehmen, in den nächsten zwei Jahren Kredite zu erhalten. Der argentinische Bergbauminister Luis Lucero prognostiziert, dass sein Land bis 2036 jährlich 580.000 Tonnen Lithium und 1,6 Millionen Tonnen Kupfer exportieren könnte. Die Regierung Milei stellt sich der Präsidentschaftswahl im Jahr 2027. Das argentinische Parlament muss das bilaterale Abkommen mit den USA noch ratifizieren.
Kurz erklärt
- Lithium-Dreieck: Geografische Region an der Grenze zwischen Argentinien, Chile und Bolivien, die die weltweit größten Lithiumvorkommen konzentriert.
- RIGI: Ein von der argentinischen Regierung eingeführtes Anreizsystem für Großinvestitionen in strategischen Sektoren wie Energie, Bergbau und Infrastruktur.
- US-Export-Importbank: Eine staatliche US-Bank, die Exporte amerikanischer Unternehmen durch Kredite und Garantien fördert.
