USA Rare Earth übernimmt Serra Verde für 2,8 Milliarden Dollar
Die Übernahme kombiniert US-Verarbeitungskapazitäten mit einer produzierenden Seltenerd-Mine in Brasilien.

USA Rare Earth, Inc. (Nasdaq: USAR) hat am Montag eine endgültige Vereinbarung zur Übernahme der Serra Verde Group für rund 2,8 Milliarden US-Dollar bekannt gegeben. Die Aktie des Unternehmens legte daraufhin um 6 Prozent zu. Die Transaktion verbindet die bestehenden Verarbeitungskapazitäten von USA Rare Earth mit einer bereits produzierenden Seltenerd-Mine in Brasilien.
Die Übernahme setzt sich aus zwei Komponenten zusammen: 300 Millionen US-Dollar in bar sowie 126,849 Millionen neu ausgegebene USAR-Aktien, berechnet auf Basis des Schlusskurses von 19,95 US-Dollar vom vergangenen Freitag. Der Abschluss der Transaktion wird für das dritte Quartal 2026 erwartet, vorbehaltlich der erforderlichen regulatorischen Genehmigungen.
Serra Verde: Einziger Produzent außerhalb Asiens
Serra Verde betreibt die Seltenerd-Mine Pela Ema sowie eine Verarbeitungsanlage im brasilianischen Bundesstaat Goiás. Die Anlage nahm 2024 nach Kapitalinvestitionen von mehr als 1,1 Milliarden US-Dollar die Produktion auf. Besonders bedeutsam: Der Betrieb gilt als der einzige Produzent außerhalb Asiens, der alle vier magnetischen Seltenen Erden in großem Maßstab liefern kann – darunter die schweren Seltenerdelemente Dysprosium, Terbium und Yttrium.
Seltene Erden sind für zahlreiche Hochtechnologieanwendungen unverzichtbar, darunter Elektromotoren, Windkraftanlagen und Verteidigungstechnologie. Die globale Lieferkette wird bislang von asiatischen Produzenten dominiert, weshalb Alternativen außerhalb dieser Region strategisch an Bedeutung gewinnen.
Serra Verde hat sich zudem ein Finanzierungspaket in Höhe von 565 Millionen US-Dollar von der U.S. International Development Finance Corporation gesichert. Diese Mittel sollen Optimierungs- und Expansionsinitiativen bis zum Erreichen eines positiven Cashflows finanzieren. Darüber hinaus verfügt das Unternehmen über eine 15-jährige Abnahmevereinbarung mit einer Zweckgesellschaft, die von verschiedenen US-Regierungsbehörden und privaten Kapitalquellen finanziert wird. Diese Vereinbarung deckt 100 Prozent der Phase-1-Produktion von Neodym, Praseodym, Dysprosium und Terbium ab – mit garantierten Mindestpreisen für jedes Element.
Ambitionierte Wachstumsziele bis 2030
Bei Erreichen der Phase-1-Nennkapazität, die für Ende 2027 erwartet wird, soll Serra Verde rund 6.400 Tonnen Seltenerdoxide pro Jahr produzieren. Auf Basis von 100 Prozent Verkäufen separierter Oxide wird bis Ende 2027 ein annualisiertes EBITDA auf Run-Rate-Basis von 550 bis 650 Millionen US-Dollar prognostiziert.
Für das kombinierte Unternehmen sind die Erwartungen noch ehrgeiziger: Bis 2030 soll ein EBITDA von rund 1,8 Milliarden US-Dollar bei einer Cashflow-Konversion von etwa 80 Prozent erreicht werden. Die Pro-forma-Liquidität des zusammengeschlossenen Unternehmens wird auf rund 3,2 Milliarden US-Dollar geschätzt – einschließlich Barmitteln und Zugang zu meilensteinbasierten Kreditfazilitäten.
Die Transaktion unterstreicht das wachsende Interesse westlicher Unternehmen und Regierungen, unabhängige Lieferketten für strategisch wichtige Rohstoffe aufzubauen. Für Anleger stellt die Kombination aus gesicherter Abnahme, staatlicher Finanzierungsunterstützung und klaren Produktionszielen ein interessantes Profil dar – auch wenn bis zum Abschluss der Übernahme noch regulatorische Hürden zu nehmen sind.
