Honeywell verkauft Produktivitätssparte für 1,4 Milliarden Dollar an Brady
Der Mischkonzern Honeywell trennt sich von seiner PSS-Einheit und setzt seinen umfassenden Konzernumbau konsequent fort.

Honeywell hat den Verkauf seiner Sparte Productivity Solutions and Services (PSS) an den Industrieausrüster Brady vereinbart. Die reine Bartransaktion hat einen Wert von 1,4 Milliarden US-Dollar. Der Abschluss des Deals wird für die zweite Jahreshälfte 2026 erwartet.
Mit dem Verkauf setzt Honeywell seinen strategischen Kurs fort, die weit verzweigten Geschäftsaktivitäten des Konzerns zu straffen. Bereits im Juli hatte der Industrieriese angekündigt, strategische Alternativen für zwei Geschäftsbereiche zu prüfen – darunter die nun veräußerte PSS-Einheit. Dies geschah im Vorfeld der geplanten Aufspaltung des Konzerns in drei separate Sparten: Luft- und Raumfahrt, Automatisierung und Advanced Materials.
Honeywell im Umbau: Eine Serie von Veräußerungen
Der Verkauf der PSS-Sparte ist nicht der erste Schritt im Rahmen des Konzernumbaus. Bereits im Jahr 2024 trennte sich Honeywell von seinem Geschäft mit persönlicher Schutzausrüstung. Im Oktober 2025 folgte die Ausgliederung der Sparte Advanced Materials. Der nun vereinbarte PSS-Verkauf reiht sich nahtlos in diese Strategie ein, den Konzern schlanker und fokussierter aufzustellen.
Die PSS-Einheit stellt mobile Computer, Barcodescanner und Drucklösungen für den Lager- und Logistikmarkt her. Diese Produkte sind insbesondere in Lagerhäusern und Logistikzentren weit verbreitet, wo schnelle und zuverlässige Datenerfassung entscheidend ist. Mit dem Verkauf gibt Honeywell einen Geschäftsbereich ab, der nicht zum künftigen Kernportfolio des Konzerns zählt.
Brady profitiert von strategischer Ergänzung
Für den Käufer Brady stellt die Akquisition eine bedeutende Erweiterung des bestehenden Portfolios dar. Das Unternehmen produziert bereits Etiketten, Schilder, Sicherheitsvorrichtungen und Drucksysteme für Branchen wie Elektronik, Fertigung sowie Luft- und Raumfahrt. Die PSS-Einheit von Honeywell ergänzt dieses Angebot strategisch sinnvoll.
Brady zeigt sich zuversichtlich, was die finanziellen Auswirkungen der Übernahme betrifft. Das Unternehmen erwartet, dass die Akquisition bereits im ersten Jahr nach Abschluss der Transaktion einen zweistelligen Zuwachs zum bereinigten Gewinn liefern wird. Dies deutet auf eine hohe Kompatibilität der Geschäftsmodelle beider Unternehmen hin.
Der Deal unterstreicht den anhaltenden Trend zur Konsolidierung im Industriesektor. Große Mischkonzerne wie Honeywell stehen seit Jahren unter Druck von Investoren, ihre Strukturen zu vereinfachen und den Fokus auf Kernkompetenzen zu schärfen. Die geplante Dreiteilung von Honeywell in die Bereiche Luft- und Raumfahrt, Automatisierung und Advanced Materials ist ein klares Signal in diese Richtung. Mit dem Abschluss der PSS-Transaktion in der zweiten Jahreshälfte 2026 rückt dieser Umbau einem weiteren wichtigen Meilenstein näher.
