USA fangen iranische Funksignale für Schläferzellen ab
Washington warnt Strafverfolgungsbehörden nach Tod von Ayatollah Khamenei vor verschlüsselten Aktivierungssignalen für verdeckte Agenten.

Die US-Bundesbehörden haben verschlüsselte Kommunikationen abgefangen, die mutmaßlich aus dem Iran stammen und als Auslöser für sogenannte Schläferzellen im Ausland dienen könnten. Wie ABC News unter Berufung auf eine interne Warnmeldung berichtete, stützt sich die Einschätzung auf eine vorläufige Signalanalyse. Die Übertragung wurde kurz nach dem Tod von Ayatollah Ali Khamenei registriert.
Khamenei, das geistliche Oberhaupt der Islamischen Republik Iran, kam am 28. Februar 2025 bei einem US-israelischen Angriff ums Leben. Die abgefangene Übertragung war kodiert und über mehrere Länder weitergeleitet worden. Sie schien für geheime Empfänger bestimmt zu sein, die über den entsprechenden Entschlüsselungscode verfügen.
Verschlüsselte Funksignale ohne Internet oder Mobilnetz
Besonders bemerkenswert ist die Übertragungsart: Die Signale umgehen bewusst das Internet und Mobilfunknetze. Dies entspricht klassischen Methoden der Geheimdienstarbeit, um verdeckte Akteure oder Schläferzellen mit Anweisungen zu versorgen, ohne digitale Spuren zu hinterlassen.
Die Warnmeldung hält fest, dass die Übertragungen darauf ausgelegt sein könnten, bereits positionierte Schläferzellen außerhalb des Iran zu aktivieren oder ihnen neue Direktiven zu erteilen. Der genaue Inhalt der Botschaften konnte bislang nicht entschlüsselt werden. Das plötzliche Auftauchen eines neuen Senders mit internationalen Weiterverbreitungsmerkmalen rechtfertige jedoch erhöhte Wachsamkeit, so die Behörden.
Keine konkrete Bedrohung, aber erhöhte Alarmbereitschaft
Die US-Bundesregierung betont ausdrücklich, dass keine operative Bedrohung für einen bestimmten Ort vorliegt. Dennoch wurden Strafverfolgungsbehörden angewiesen, die Überwachung verdächtiger Funkfrequenzaktivitäten zu intensivieren. Für deutsche Sicherheitsbehörden und europäische Partner dürfte die Warnung ebenfalls relevant sein, da die Signale international weitergeleitet wurden.
Der Vorfall verdeutlicht die geopolitische Brisanz nach dem Tod des iranischen Obersten Führers. Experten beobachten seit Wochen, wie der Iran auf den Verlust seiner wichtigsten Führungsfigur reagiert. Die abgefangenen Signale könnten ein Hinweis auf verdeckte Gegenmaßnahmen des iranischen Regimes sein.
