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US-Repräsentantenhaus stimmt über Gesetz zu KI-Energiekosten ab

Parteiübergreifender „Ratepayer Protection Act“ soll steigende Stromkosten durch Rechenzentren bremsen.

3 Min
US-Repräsentantenhaus stimmt über Gesetz zu KI-Energiekosten ab

Das US-Repräsentantenhaus wird voraussichtlich noch am Dienstag über den „Ratepayer Protection Act“ abstimmen, ein parteiübergreifendes Gesetz, das steigende Energiekosten im Zusammenhang mit der rasanten Entwicklung von KI-Rechenzentren eindämmen soll. Die Abstimmung erfolgt zu einem Zeitpunkt, da der Widerstand gegen Rechenzentren zu einem zentralen Thema im Wahlkampf für die Midterm-Wahlen 2026 geworden ist.

Die Republikaner hoffen, ihre knappen Mehrheiten in beiden Kammern des Kongresses verteidigen zu können. Der Gesetzentwurf würde Standards festlegen, die staatliche Aufsichtsbehörden übernehmen könnten, um KI-Rechenzentren mit einer Leistung von 100 Megawatt oder mehr zu verpflichten, die Kosten für den Bau neuer Energiequellen, Übertragungsleitungen und anderer Infrastruktur selbst zu tragen – anstatt diese Kosten auf die Verbraucher abzuwälzen.

Hintergrund und politische Dynamik

„Das Prinzip ist gesundem Menschenverstand entsprechend: Diejenigen, die die neue Nachfrage schaffen, sollten für die Kosten verantwortlich sein, die mit der Deckung dieser Nachfrage verbunden sind“, sagte der Gesetzesinitiator Rep. Gabe Evans, ein republikanischer Abgeordneter aus Colorado, in einem Gastbeitrag im Washington Reporter. Evans kämpft bei den diesjährigen Wahlen in einem der umkämpftesten Wahlkreise des Repräsentantenhauses um seinen Sitz.

Er brachte die Gesetzgebung im Juni zusammen mit der demokratischen Abgeordneten Kathy Castor aus Florida ein, die ebenfalls mit einem schwierigen Wiederwahlkampf konfrontiert ist. Der Cook Political Report hat beide Rennen als „toss up“ (knapp ausgegangen) eingestuft.

Es wird erwartet, dass der Sprecher des Repräsentantenhauses, Mike Johnson, den Gesetzentwurf nach einem Verfahren namens „Aussetzung der Geschäftsordnung“ zur Abstimmung bringt. Dieses Verfahren wird genutzt, um weniger umstrittene Gesetzgebung zu beschleunigen, erfordert jedoch eine Zweidrittelmehrheit zur Verabschiedung. Analysten rechnen mit breiter, parteiübergreifender Unterstützung, da Mitglieder beider Parteien den Wählern zeigen wollen, dass sie Maßnahmen zur Eindämmung der Rechenzentren ergriffen haben.

Kritik von Umweltverbänden

Allerdings haben externe Umweltgruppen erhebliche Bedenken geäußert. Die League of Conservation Voters (LCV) argumentiert, dass die Maßnahme nicht weit genug gehe. „Mit nur einer schwachen Anweisung an die Staaten, freiwillig Kostenschutzmaßnahmen gegen die Energiekosten von Rechenzentren für Stromkunden in Betracht zu ziehen, könnten staatliche Aufsichtsbehörden diesen Gesetzentwurf letztendlich ignorieren“, sagte Sara Chieffo, Senior Vice President für Regierungsangelegenheiten bei LCV.

Noch deutlicher wurde Mitch Jones, Managing Director für Politik und Rechtsstreitigkeiten bei Food & Water Watch. Er sagte, die Gesetzgebung könne im Gegenteil den Bau neuer Rechenzentren beschleunigen und „fragwürdige Mittel bieten, damit Unternehmen behaupten können, für ihren eigenen Strom zu zahlen.“ Jones forderte den Kongress auf, den Entwurf abzulehnen und stattdessen eine vollständige Pause für neue KI-Rechenzentren zu verhängen.

Gemischte Signale aus dem Kongress

Der Führer der Minderheit im Repräsentantenhaus, Hakeem Jeffries, unterstützt den Gesetzentwurf zwar, nannte ihn aber lediglich „einen Schritt nach vorne“. Er betonte: „Es muss noch klar mehr getan werden.“ Jeffries forderte die Republikaner zudem auf, das Repräsentantenhaus über den Donnerstag hinaus in Session zu halten, um breitere KI-Bedenken anzusprechen.

Gleichzeitig signalisierte Sprecher Mike Johnson jedoch Zurückhaltung bei weiteren regulatorischen Eingriffen. In einem Auftritt bei CNN sagte Johnson, dass Tech-Unternehmen und nicht der Kongress die Verantwortung dafür trügen, die Sicherheit ihrer Produkte sicherzustellen. Diese Haltung deckt sich mit der Position des Weißen Hauses. Kevin Hassett, Direktor des National Economic Council, sagte gegenüber CNBC, der Privatsektor sei mehr als fähig, die Risiken der rasant fortschreitenden KI zu bewältigen.

Ausblick

Der „Ratepayer Protection Act“ würde Teile der „Ratepayer Protection Pledge“ des Weißen Hauses kodifizieren, die Präsident Donald Trump im März veröffentlichte. Während die Abstimmung im Repräsentantenhaus als wahrscheinlich gilt, bleibt unklar, ob der Gesetzentwurf auch den Senat passieren wird. Die parteiübergreifende, basisdemokratische Bewegung gegen Rechenzentren hat sich landesweit formiert und setzt gewählte Amtsträger zunehmend unter Druck, strengere Regulierungen zu erlassen.

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