US-Japan-Pakt: 550 Milliarden Dollar Investitionsabkommen unterschätzt
Jefferies sieht großes Potenzial in der strategischen Partnerschaft zwischen Washington und Tokio für institutionelle Anleger.

Die strategische Partnerschaft zwischen den USA und Japan entwickelt sich zu einem bedeutenden Investmentthema, das nach Ansicht der Investmentbank Jefferies von institutionellen Anlegern noch nicht ausreichend gewürdigt wird. Im Zentrum steht ein Investitionsabkommen im Umfang von 550 Milliarden Dollar, das weitreichende Auswirkungen auf Handel, Investitionen und Sicherheitspolitik haben dürfte.
Analyst Aniket Shah von Jefferies hebt hervor, dass das Abkommen die gegenseitigen Zölle von 25 Prozent auf 15 Prozent senkt und US-Exporteuren in Schlüsselbranchen neue Chancen eröffnet. Besonders profitieren sollen die Sektoren Fertigung, Luft- und Raumfahrt, Landwirtschaft, Energie, Automobile und Industriegüter. Die USA sind darauf ausgerichtet, 90 Prozent der Gewinne auf Projektebene einzubehalten, sobald die Kosten gedeckt sind.
Schwerpunkte des Pakts liegen auf Energie, KI-Infrastruktur und der Verarbeitung kritischer Mineralien. Das erste konkrete Projekt wird bereits bis März 2025 erwartet. Alle Mittel müssen bis zum 19. Januar 2029 zugewiesen sein, was einen klaren Zeitrahmen für die Umsetzung vorgibt.
Japans dominante Rolle an US-Kapitalmärkten
Japan nimmt bereits heute eine zentrale Position an den US-Kapitalmärkten ein. Mit einem Bestand an US-Direktinvestitionen von 819 Milliarden Dollar Ende 2024 ist Japan der größte ausländische Investor in den Vereinigten Staaten. Der Fokus liegt dabei auf Fertigung, Elektronik und Finanzdienstleistungen.
Bei US-Staatsanleihen hält Japan mit 1,2 Billionen Dollar per November 2025 die Spitzenposition – mit einem Vorsprung von 314 Milliarden Dollar vor Großbritannien. Zusätzlich zählt das Land zu den größten Haltern von US-Aktien, Agency-Anleihen und Unternehmensanleihen.
Verteidigungsausgaben steigen deutlich
Die sicherheitspolitische Dimension der Partnerschaft gewinnt ebenfalls an Bedeutung. Rund 55.000 US-Soldaten sind in Japan stationiert, und das Land beteiligt sich aktiv am Quad-Sicherheitsdialog sowie an der trilateralen Kooperation zwischen den USA, Japan und Südkorea. Japan plant, seine Verteidigungsausgaben im Geschäftsjahr 2026 auf 58 Milliarden Dollar zu erhöhen – ein Plus von 3,8 Prozent.
Die verstärkte Beschaffung US-amerikanischer Verteidigungssysteme, einschließlich der Stationierung von Tomahawk-Raketen, unterstreicht die engere militärische Zusammenarbeit. Dies eröffnet insbesondere US-Rüstungskonzernen neue Absatzmärkte.
Sechs Sektoren im Fokus
Jefferies identifiziert sechs Branchen, die besonders vom US-Japan-Pakt profitieren dürften:
• Energie & Versorger • KI-Infrastruktur • Bergbau & Metalle • Verteidigung & Luftfahrt • Fertigung & Logistik • Pharma & Biotech
Die Analysten betonen, dass die breiten wirtschaftlichen und strategischen Chancen dieser Partnerschaft von vielen institutionellen Investoren noch nicht vollständig eingepreist seien. Angesichts der Volumina und der politischen Rückendeckung könnte sich hier mittelfristig erhebliches Kurspotenzial ergeben.
