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US-Inflationsbericht März: Erste Kriegsfolgen im Preisindex sichtbar

Der US-Verbraucherpreisindex für März entspricht den Erwartungen, zeigt aber erstmals die Auswirkungen des Krieges auf die Energiepreise.

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US-Inflationsbericht März: Erste Kriegsfolgen im Preisindex sichtbar

Der US-Verbraucherpreisindex (CPI) für März ist im Einklang mit den Erwartungen der von Reuters befragten Ökonomen ausgefallen. Im Vergleich zum Vormonat Februar stieg der Index um 0,9 Prozent – nach einem Anstieg von 0,3 Prozent im Vormonat. Gegenüber dem Vorjahr legte die Gesamtinflation stärker zu als im Februar, wo sie noch bei 2,4 Prozent gelegen hatte.

Die Kernrate des Verbraucherpreisindex, die die volatilen Lebensmittel- und Energiepreise ausschließt, stieg im Monatsvergleich um 0,2 Prozent und fiel damit leicht unter die Reuters-Schätzung von 0,3 Prozent. Im Jahresvergleich legte die Kernrate um 2,6 Prozent zu – ebenfalls über den Erwartungen, aber ein wichtiges Signal für die weitere Entwicklung.

Der Bericht wird von Marktteilnehmern besonders aufmerksam verfolgt, da er als erster gilt, der die Auswirkungen des Krieges widerspiegelt. Der Konflikt hat zu einem massiven Anstieg der Rohölpreise geführt und bei Anlegern weltweit Sorgen über die künftige Inflationsentwicklung ausgelöst.

Marktreaktionen: Uneinheitliches Bild an den Börsen

Die US-Aktienmärkte zeigten sich nach Veröffentlichung des Berichts uneinheitlich. Der Dow Jones Industrial Average notierte 0,2 Prozent im Minus, während der Nasdaq Composite um 0,4 Prozent zulegte. Die Rendite der richtungsweisenden 10-jährigen US-Staatsanleihen stieg um einen Basispunkt auf 4,30 Prozent. Der US-Dollar gab nach: Der Dollar-Index sank um 0,2 Prozent auf 98,6.

Analysten bewerten die Daten mit gemischten Gefühlen. „Entscheidend ist hier die Kernrate, die tatsächlich etwas niedriger ausfiel als von uns erwartet. Die Gesamtinflation war auf Jahresbasis heißer als prognostiziert. Obwohl diese Zahlen zum jetzigen Zeitpunkt nicht übermäßig besorgniserregend sind, enthalten sie noch nicht die vollen Auswirkungen der Energiekrise", kommentierte ein Marktbeobachter. „In Zukunft müssen wir offensichtlich mit weiteren Inflationssteigerungen rechnen."

Ein weiterer Analyst betonte die mögliche Signalwirkung des Berichts: „Der Markt war auf einen hohen Wert eingestellt, daher ist die heutige Zahl, die den Erwartungen entspricht, eine leichte Erleichterung. Es könnte jedoch der beste Wert für die Gesamtinflation sein, den wir für eine Weile sehen werden." Hintergrund: Der Iran-Konflikt ließ US-Rohöl und US-Benzin in der Spitze um bis zu 70 Prozent ansteigen – ein Schock, der im März möglicherweise erst teilweise in den Daten erfasst ist.

Fed dürfte vorerst abwarten

Trotz der erhöhten Gesamtinflation sehen Experten die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) in einer abwartenden Haltung. „Die US-Wirtschaft ist weit weniger ölintensiv als in den 1970er Jahren, und ein anhaltender Anstieg des Ölpreises um 10 Prozent erhöht die Kernrate lediglich um etwa 5 Basispunkte", heißt es in einer Einschätzung. Das Lohnwachstum habe sich zudem auf ein Niveau verlangsamt, das mit dem Inflationsziel vereinbar sei, und die langfristigen Inflationserwartungen blieben verankert.

„Wir glauben, dass die Fed über das energiebedingte Rauschen hinwegsehen wird, solange diese Faktoren Bestand haben. Die Fed hat den Spielraum, geduldig zu sein, und jeden Grund dazu. Die heutige Zahl verschafft der Fed Zeit, aber der eigentliche Test steht noch bevor", so ein weiterer Kommentar aus Analystenkreisen.

Die Hürde für eine kurzfristige Änderung der Fed-Politik gilt als hoch. „Ich denke, dass die Hürde für eine Änderung der Fed-Politik im Laufe dieses Monats sehr hoch liegt, und der Verbraucherpreisindex entsprach weitgehend den Erwartungen", fasste ein Beobachter zusammen.

Energiepreise noch nicht vollständig eingepreist

Ein zentrales Thema bleibt die Frage, ob und wann die hohen Energiepreise vollständig in die Kerninflation einsickern. „Bisher gibt es keine Anzeichen dafür, dass die hohen Energiepreise in die Kerninflation einsickern. Das könnte ein Prozess sein, der sich im Laufe der Zeit vollzieht, wenn die Unternehmen die Hauptlast des Schocks abfedern – zumindest anfänglich", so ein Analyst. Paradoxerweise könnten Konsumenten, die bei anderen diskretionären Ausgaben kürzen, die Kerninflation eher nach unten als nach oben drücken.

Für deutsche Anleger ist der US-Inflationsbericht von besonderer Bedeutung, da die Fed-Geldpolitik maßgeblich die globalen Kapitalmärkte beeinflusst. Steigende US-Zinsen oder eine veränderte Haltung der Fed hätten direkte Auswirkungen auf Wechselkurse, Anleiherenditen und Aktienbewertungen weltweit. Der nächste Inflationsbericht dürfte zeigen, ob die Energiepreisschocks vollständig in den Daten ankommen.

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