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US-Inflation springt im März auf höchsten Stand seit 2022

Ölpreisschock durch Nahost-Krieg und Zölle treiben US-Verbraucherpreise auf 3,3 Prozent – Zinssenkungen rücken in weite Ferne.

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US-Inflation springt im März auf höchsten Stand seit 2022

Die US-Verbraucherpreise sind im März so stark gestiegen wie seit fast vier Jahren nicht mehr. Der Verbraucherpreisindex (VPI) legte um 0,9 Prozent gegenüber dem Vormonat zu – der stärkste monatliche Anstieg seit Juni 2022, als der Russland-Ukraine-Krieg die Energiepreise in die Höhe getrieben hatte. Im Februar hatte der VPI noch um 0,3 Prozent zugelegt.

Im Jahresvergleich kletterte die Inflation auf 3,3 Prozent, nach 2,4 Prozent im Februar. Das Bureau of Labor Statistics des US-Arbeitsministeriums veröffentlichte die Daten am Freitag in Washington. Die Zahlen lagen exakt im Rahmen der Erwartungen: Von Reuters befragte Ökonomen hatten sowohl den monatlichen Anstieg von 0,9 Prozent als auch den Jahreswert von 3,3 Prozent prognostiziert.

Ölpreisschock als zentraler Treiber

Hauptursache für den Preissprung ist der Krieg der USA und Israels gegen den Iran, der die weltweiten Rohölpreise um mehr als 30 Prozent in die Höhe getrieben hat. Der nationale Durchschnittspreis für Benzin an US-Tankstellen überschritt erstmals seit mehr als drei Jahren die Marke von vier US-Dollar pro Gallone. Zwar kündigte Präsident Donald Trump am Dienstag einen zweiwöchigen Waffenstillstand an – unter der Bedingung, dass Teheran die Straße von Hormus wieder öffnet –, doch gilt dieser als fragil.

Neben dem Energiepreisschock spielen auch Trumps umfassende Zölle eine bedeutende Rolle. Unternehmen geben einen Teil der gestiegenen Importkosten an die Verbraucher weiter, was den zuletzt beobachteten disinflationären Trend bei den Mieten ausgleicht. Der Anstieg im März zeigt dabei lediglich die unmittelbaren Auswirkungen – Ökonomen erwarten für die kommenden Monate weitere Zweitrundeneffekte.

Die Kerninflation – also der VPI ohne die volatilen Komponenten Nahrungsmittel und Energie – stieg im März um 0,2 Prozent gegenüber dem Vormonat und lag damit auf dem gleichen Niveau wie im Februar. Im Jahresvergleich erhöhte sich die Kerninflation auf 2,6 Prozent, nach 2,5 Prozent im Februar. Dieser moderate Anstieg dürfte der US-Notenbank Federal Reserve (Fed) jedoch wenig Erleichterung verschaffen.

Fed signalisiert mögliche Zinserhöhungen

Für April wird eine Beschleunigung der Kerninflation erwartet, wenn die Zweitrundeneffekte des Ölpreisschocks vollständig durchschlagen. Teures Kerosin dürfte die Flugpreise erhöhen, während teurerer Diesel die Kosten für den Straßentransport von Gütern steigert. Auch Düngemittel, Kunststoffe und andere Güter könnten teurer werden.

Das am Mittwoch veröffentlichte Protokoll der Fed-Sitzung vom 17. bis 18. März unterstrich die angespannte Lage: Eine wachsende Gruppe von Entscheidungsträgern war demnach der Meinung, dass Zinserhöhungen erforderlich sein könnten. Die Fed beließ ihren Leitzins zuletzt in der Spanne von 3,50 bis 3,75 Prozent. Die anziehende Inflation lässt viele Ökonomen glauben, dass die Notenbank die Kreditkosten in diesem Jahr nicht senken wird.

Einige Ökonomen sehen dennoch eine Chance auf Zinssenkungen – allerdings nur, falls sich die Bedingungen auf dem Arbeitsmarkt deutlich verschlechtern. Dabei ist zu beachten, dass das Beschäftigungswachstum im März noch kräftig ausgefallen war, was auf einen weiterhin stabilen Arbeitsmarkt hindeutete. Es bestehen jedoch Sorgen, dass ein langwieriger Nahostkonflikt den Arbeitsmarkt untergraben könnte, insbesondere wenn Haushalte angesichts hoher Preise ihren Konsum einschränken.

Die steigenden Verbraucherpreise stellen Präsident Trump vor ein politisches Dilemma: Er hatte die Präsidentschaftswahl 2024 mit dem Versprechen gewonnen, die Preise zu senken. Stattdessen sehen sich US-Verbraucher nun mit der höchsten Inflation seit fast vier Jahren konfrontiert – befeuert durch einen Krieg im Nahen Osten und die eigene Zollpolitik seiner Regierung.

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