US-Inflation fällt überraschend auf 2,4 Prozent im Januar
Energiepreise dämpfen Teuerung stärker als erwartet – Kerninflation bleibt hartnäckig bei 2,5 Prozent

Die amerikanische Notenbank Fed dürfte aufatmen: Die Inflation in den USA ist zu Jahresbeginn deutlich stärker zurückgegangen als von Ökonomen prognostiziert. Das Arbeitsministerium meldete für Januar einen Anstieg der Verbraucherpreise um 2,4 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Im Dezember hatte die Teuerungsrate noch bei 2,7 Prozent gelegen.
Analysten hatten zwar mit einem Rückgang gerechnet, im Konsens aber nur auf 2,5 Prozent. Die positive Überraschung könnte der Fed mehr Spielraum für ihre Geldpolitik verschaffen. Im Monatsvergleich legten die Preise um moderate 0,2 Prozent zu.
Hauptverantwortlich für die Entspannung zeigen sich die Energiekosten. Benzin verbilligte sich im Jahresvergleich um beachtliche 7,5 Prozent. Dagegen verteuerten sich Dienstleistungen überdurchschnittlich stark – ein Trend, der sich auch in anderen Industrieländern beobachten lässt.
Kerninflation gibt kaum nach
Weniger erfreulich entwickelte sich die Kerninflation, die volatile Energie- und Nahrungsmittelpreise ausklammert. Sie sank lediglich um 0,1 Prozentpunkte auf 2,5 Prozent. Dieser Wert liegt weiterhin deutlich über dem Fed-Ziel von 2,0 Prozent und zeigt, dass der Preisdruck in der Breite noch nicht vollständig abgebaut ist.
Dirk Chlench, Chefvolkswirt der Landesbank Baden-Württemberg, zeigt sich überrascht von der moderaten Entwicklung. "Angesichts dieser Preisentwicklung reibt man sich als Beobachter verwundert die Augen", kommentiert er. Die jüngsten US-Zollerhöhungen hätten eigentlich einen Inflationsschub erwarten lassen.
Produktivität kompensiert Kostenerhöhungen
Die Erklärung für das Ausbleiben des befürchteten Preisanstiegs liegt laut Chlench in der Anpassungsfähigkeit der US-Wirtschaft. Amerikanische Unternehmen schaffen es offenbar, höhere Einstandspreise durch Produktivitätsgewinne aufzufangen. Zudem gestaltet es sich außerhalb des Luxussegments schwierig, Kostensteigerungen an die Endverbraucher weiterzureichen.
Für Anleger bedeuten die Daten eine gewisse Entwarnung. Die Hoffnung auf baldige Zinssenkungen der Fed bleibt bestehen, auch wenn die hartnäckige Kerninflation Vorsicht gebietet. An den Märkten dürfte die Nachricht zunächst positiv aufgenommen werden.
