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Bank of England: Geldpolitische Wirkung schwerer messbar als gedacht

Chefökonom Pill sieht zunehmende Unsicherheit über restriktive Effekte der aktuellen Zinspolitik

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Bank of England: Geldpolitische Wirkung schwerer messbar als gedacht

Die Bank of England (BOE) steht vor wachsenden Herausforderungen bei der Einschätzung ihrer Geldpolitik. Chefökonom Huw Pill erklärte bei einer Veranstaltung der Santander Bank in London, dass es zunehmend schwieriger werde zu bestimmen, wie stark die derzeitige Geldpolitik die Wirtschaftsnachfrage tatsächlich bremst. Die Unsicherheit über den Grad der Restriktion sei mittlerweile größer als die Unklarheit über den Disinflationsprozess selbst.

Pill, der als einer der eher falkenhaften Vertreter im geldpolitischen Ausschuss gilt, stimmte Anfang Februar für die Beibehaltung des aktuellen Zinsniveaus. "Wir haben immer noch eine gewisse Restriktivität im geldpolitischen Kurs. Der Grad dieser Restriktivität ist nun unklarer", so der Chefökonom. Die Einschätzung der geldpolitischen Wirkung wird für die Notenbank damit zu einem zentralen Problem bei künftigen Zinsentscheidungen.

Die Inflation in Großbritannien kehrt langsamer als erhofft zum Zielwert von 2 Prozent zurück. Pill bezifferte die zugrunde liegende Inflation auf 2,5 Prozent, wenn man die Effekte des Haushaltsplans herausrechnet. "Der Disinflationsprozess ist intakt, aber nach wie vor unvollständig", betonte er. Besonders die Lohnabschlüsse bleiben aus Sicht der Zentralbank weiterhin zu hoch.

Kerninflation auf dem Weg zum Zielwert

Einen Lichtblick sieht Pill bei der Kerninflation. Nach einer Stagnation Mitte 2025 sinkt diese nun wieder und dürfte laut Prognosen in den kommenden Monaten fast das 2-Prozent-Ziel erreichen. Dies deutet darauf hin, dass die bisherige Geldpolitik durchaus Wirkung zeigt, auch wenn das Ausmaß schwer zu quantifizieren ist.

Die BOE muss nach Ansicht ihres Chefvolkswirts eine gewisse Restriktivität beibehalten, bis der Disinflationsprozess vollständig abgeschlossen ist. Pill hält die derzeitigen Zinssätze allerdings für "ein wenig zu niedrig", sieht aber keine Notwendigkeit für weitere Zinserhöhungen. Die Beibehaltung des aktuellen Niveaus sollte ausreichen, um die Inflation unter Kontrolle zu halten.

Arbeitsmarkt strukturell belastet

Beim britischen Arbeitsmarkt sieht Pill keine unmittelbare Gefahr eines abrupten Abschwungs. Die aktuelle Arbeitslosigkeit sei teilweise durch strukturelle Faktoren bedingt, nicht nur durch die restriktive Geldpolitik. Dies erschwert die Analyse zusätzlich, da zwischen konjunkturellen und strukturellen Effekten unterschieden werden muss.

Für Anleger bedeutet die wachsende Unsicherheit der BOE über die Wirksamkeit ihrer Politik eine erhöhte Volatilität bei künftigen Zinsentscheidungen. Die Notenbank navigiert zwischen der Notwendigkeit, die Inflation zu bekämpfen, und der Gefahr, die Wirtschaft zu stark zu bremsen – ohne genau zu wissen, wie stark ihre Maßnahmen tatsächlich wirken.

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