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US-Inflation sinkt im Januar auf 2,4 Prozent – Märkte reagieren positiv

Verbraucherpreise steigen langsamer als erwartet. Fed erhält mehr Spielraum für Zinspolitik.

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US-Inflation sinkt im Januar auf 2,4 Prozent – Märkte reagieren positiv

Die US-Inflation hat sich im Januar deutlich abgeschwächt und liegt nun bei 2,4 Prozent im Jahresvergleich. Das teilte das US Bureau of Labor Statistics am Freitag mit. Analysten hatten mit 2,5 Prozent gerechnet, im Dezember hatte die Teuerungsrate noch bei 2,7 Prozent gelegen. Auf Monatsbasis stieg der Verbraucherpreisindex (CPI) um lediglich 0,2 Prozent – ebenfalls unter der Konsensschätzung von 0,3 Prozent.

Die Kerninflation, die volatile Energie- und Lebensmittelpreise ausklammert, erfüllte hingegen die Erwartungen sowohl auf Monats- als auch auf Jahresbasis. Die Inflationsdaten kommen nur wenige Tage nach einem überraschend starken Arbeitsmarktbericht für Januar. Die Kombination aus robustem Jobwachstum und nachlassender Inflation gibt der Federal Reserve mehr Flexibilität bei künftigen Zinsentscheidungen.

Die US-Aktienmärkte reagierten nach anfänglichen Schwankungen positiv auf die Nachrichten. Anleger erhöhten ihre Wetten auf Zinssenkungen der Fed noch in diesem Jahr. Gleichzeitig griffen Investoren bei Staatsanleihen zu, was die Renditen auf Jahrestiefststände drückte. Beliebte ETFs wie der SPDR S&P 500 ETF Trust (NYSE:SPY), der Vanguard S&P 500 ETF (NYSE:VOO) und der iShares Core S&P 500 ETF (NYSE:IVV) verzeichneten Zugewinne.

Experten sehen Fokusverschiebung

Gina Bolvin, Präsidentin der Bolvin Wealth Management Group, sieht einen Paradigmenwechsel: "Dieser CPI-Bericht hat nicht nur die Inflation abgekühlt – er hat den Fokus verschoben. Bei 2,4 Prozent tritt die Inflation in den Hintergrund, und das Marktverhalten bewirkt mehr als die Politik." Die Verbraucher würden sich gegen hohe Preise wehren, Unternehmen müssten Kosten selbst auffangen und die Preismacht schwinde. Die nächste Marktphase werde nicht Makro-Wetten belohnen, sondern Ertragsdisziplin und Bilanzstärke.

Keith Lerner, Chief Investment Officer bei Truist, betont die Marktbreite: "Die stärkere Reaktion erfolgte am Anleihenmarkt, wo niedrigere Renditen ein unterstützendes Umfeld für Aktien bieten." Besonders bemerkenswert sei die Stärke im gleichgewichteten S&P 500, bei Small Caps und in Sektoren wie Industrie, Rohstoffe, Versorger, Gesundheitswesen und Immobilien. Dies deute auf eine anhaltende Verbreiterung hin, wobei Aktien zunehmend durch technologische Disruption und eine Rotation in zyklische Bereiche angetrieben würden.

Fed bleibt vorsichtig

Jake Dollarhide, CEO von Longbow Asset Management, sieht in den Daten eine Beruhigung nach einer volatilen Woche: "Der kühler als erwartet ausgefallene CPI-Wert hat die Märkte beruhigt. Die Renditen von Staatsanleihen markieren nun ihre Jahrestiefststände, was ein gutes Vorzeichen für Aktien sein könnte." Alle Augen richteten sich darauf, wann die zehnjährige Rendite wieder unter 4 Prozent falle und dort bleibe.

Diane Swonk, Chefökonomin bei KPMG U.S., mahnt jedoch zur Vorsicht: "Die CPI-Daten fielen kühler aus als erwartet, was immer willkommen ist. Der Gesamtwert verschleiert jedoch einen Teil der zugrunde liegenden Inflation." Ein Datenverlust während des Government Shutdowns im Oktober habe dazu geführt, dass viele Preiserhöhungen auf Null gesetzt wurden. Die Fed bleibe bei der Inflation im "Abwarte-Modus". Erst in der zweiten Jahreshälfte werde man sicher wissen, ob die zollbedingte Inflation abgeklungen sei.

Die Markterwartungen für den nächsten Zinsschritt der Federal Reserve haben sich nicht wesentlich verändert. Analysten rechnen weiterhin mit einer möglichen Zinssenkung um den Juni herum. Die niedrigeren Inflationsdaten geben der Notenbank jedoch mehr Spielraum für geldpolitische Entscheidungen.

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