US-Erzeugerpreise steigen im März weniger stark als erwartet
Der PPI legte im März nur um 0,5% zu – weit unter der Prognose von 1,1%, trotz massivem Energiepreisanstieg durch den Iran-Krieg.

Die US-Erzeugerpreise sind im März 2026 deutlich moderater gestiegen als von Analysten erwartet. Der Erzeugerpreisindex (PPI), der die Kosten auf Herstellerebene für Waren und Dienstleistungen der Endnachfrage misst, legte im Monatsvergleich saisonbereinigt um 0,5% zu. Die Konsensschätzung von Dow Jones hatte einen Anstieg von 1,1% vorgesehen – der tatsächliche Wert fiel damit erheblich geringer aus.
Noch deutlicher zeigte sich die Zurückhaltung beim Kern-PPI: Ohne Nahrungsmittel und Energie stieg dieser lediglich um 0,1% – gegenüber einer Prognose von 0,5%. Besonders bemerkenswert: Die Inflation im Dienstleistungssektor, die von der US-Notenbank Federal Reserve besonders aufmerksam beobachtet wird, blieb im Monatsvergleich vollständig unverändert.
Energiepreise als Haupttreiber
Auf Jahresbasis beschleunigte sich der Gesamt-PPI auf 4,0% – der stärkste Anstieg über zwölf Monate seit Februar 2023. Der Kern-PPI verzeichnete ein jährliches Plus von 3,8%. Ohne Nahrungsmittel, Energie und Handelsdienstleistungen stieg der PPI monatlich um 0,2% und jährlich um 3,6%.
Hauptverantwortlich für den Anstieg war die Energiekomponente. Der Benzinindex kletterte um 15,7% und machte laut dem Bureau of Labor Statistics (BLS) etwa die Hälfte des gesamten PPI-Zuwachses aus. Dieselpreise schossen sogar um 42% in die Höhe, Kerosin legte um 30,7% zu. Infolgedessen stiegen die Warenpreise insgesamt um 1,6%, wurden jedoch durch die unveränderten Dienstleistungskosten ausgeglichen.
Die Handelsdienstleistungen gaben im Monatsvergleich um 0,3% nach – ein Hinweis darauf, dass Unternehmen Zollkosten intern auffangen, anstatt sie an Kunden weiterzugeben. Die Kosten für die Portfolioverwaltung stiegen hingegen um 1% im Monatsvergleich und lagen auf Jahresbasis um 10,8% höher.
PCE-Inflation: Bank of America erwartet Anstieg
Obwohl die Gesamtzahlen moderat ausfielen, zeigten sich bestimmte Komponenten des Berichts, die direkt in das von der Fed bevorzugte Inflationsmaß – den Preisindex für persönliche Konsumausgaben (PCE) – einfließen, widerstandsfähiger. Neben den Portfolioverwaltungsgebühren legten auch Dienstleistungen im Gesundheitswesen zu.
Unter Berücksichtigung beider Preisindizes schätzt die Bank of America, dass die PCE-Inflation für März auf Jahresbasis bei rund 3,1% für die Gesamtrate und 3,5% für die Kernrate liegen wird. Im Februar lagen diese Werte noch bei 2,8% beziehungsweise 3,0%. Stephen Juneau, Ökonom bei der Bank of America, schrieb, die Trends „sollten die Fed kurzfristig fest auf Kurs halten".
Märkte und Fed-Ausblick
Die Finanzmärkte reagierten kaum auf die Veröffentlichung. Aktien-Futures deuteten auf moderate Gewinne zur Eröffnung hin, die Renditen von Staatsanleihen blieben weitgehend unverändert. Der PPI-Anstieg fiel zudem geringer aus als der Zuwachs von 0,9% bei den Verbraucherpreisen im selben Monat, auch die Kernverbraucherpreise stiegen lediglich um 0,2%.
Fed-Vertreter haben sich zwar besorgt über die Auswirkungen des Iran-Krieges auf die Inflation geäußert, gehen jedoch im Allgemeinen davon aus, dass sich die Preisentwicklung im Jahresverlauf weiter abschwächen wird – auf dem Weg zurück zum 2%-Ziel der Notenbank. Seit der Ankündigung eines Waffenstillstands haben sich die Energiepreise etwas entspannt: Die US-Rohölsorte Light Sweet Crude gab in der vergangenen Woche um fast 15% nach, liegt aber seit Jahresbeginn immer noch rund 70% im Plus.
Die Märkte preisen derzeit ein, dass die Fed die Zinsen das gesamte Jahr über unverändert lassen wird. Die Wahrscheinlichkeit einer Zinssenkung bis Dezember wird mit etwa 1 zu 4 eingeschätzt – ein Zeichen dafür, dass Investoren trotz der moderaten Monatsdaten keine schnelle geldpolitische Lockerung erwarten.
