ANZEIGE

US-China-Gipfel und Marktturbulenzen: Trump trifft Xi in Washington

Erster Xi-Besuch in Washington seit über einem Jahrzehnt – Handelswaffenstillstand verlängert, doch Anleihemärkte unter Druck.

•• 3 Min
US-China-Gipfel und Marktturbulenzen: Trump trifft Xi in Washington

Washington steht im Zentrum des globalen Interesses: US-Präsident Donald Trump und der chinesische Staatspräsident Xi Jinping sind zu einem zweitägigen Gipfeltreffen zusammengekommen. Es ist der erste Besuch eines chinesischen Präsidenten in der US-Hauptstadt seit über einem Jahrzehnt. Im Mittelpunkt der Gespräche stehen die Handelsbeziehungen zwischen den beiden größten Volkswirtschaften der Welt sowie die Etablierung eines Dialogs über die Risiken künstlicher Intelligenz.

Wie US-Finanzminister Scott Bessent bestätigte, haben sich beide Seiten auf eine Verlängerung des Handelswaffenstillstands um zwei Monate bis zum 10. Januar geeinigt. Xi Jinping betonte, die Länder sollten „Partner statt Rivalen“ sein. Trotz dieser Annäherung bleibt die Beziehung volatil – Grund dafür ist Trumps unberechenbare Handelspolitik und der Einsatz von Zöllen als geopolitisches Instrument.

Anleihemärkte unter massivem Druck

Parallel zu den diplomatischen Bemühungen geraten die Finanzmärkte zunehmend unter Druck. Ein globaler Ausverkauf bei Staatsanleihen hat sich verschärft, nachdem die Rendite für zehnjährige US-Staatsanleihen ein neues Hoch von 5,12 % erreichte. Experten wie Gilles Moec von AXA führen diese Entwicklung auf eine Kombination aus hoher Inflation, restriktiver Geldpolitik der Zentralbanken und geopolitischen Spannungen zurück.

Besonders die Sorgen um den Konflikt mit dem Iran belasten die Stimmung. Der Ölpreis ist auf über 105 US-Dollar pro Barrel gestiegen. Der Iran hat unterdessen Bedingungen für die Wiederaufnahme von Gesprächen gestellt, darunter die Aufhebung der Seeblockade und die Freigabe eingefrorener Vermögenswerte. Diese Forderungen dürften die Verhandlungen zusätzlich erschweren.

Die wirtschaftliche Unsicherheit wird durch die Erwartung weiterer Zinserhöhungen durch die Federal Reserve verstärkt. Laut dem FedWatch-Tool der CME Group liegt die Wahrscheinlichkeit für eine Anhebung im Oktober bei fast 70 %. An den Märkten wächst die Sorge, dass die steigenden Kreditkosten – ähnlich wie vor früheren Finanzkrisen – die Aktienmärkte belasten könnten.

Europa reagiert auf die Zinswende

Auch in Europa zeigen sich die Auswirkungen der strafferen Geldpolitik. Norwegen hat die Zinsen bereits angehoben, und Schweden signalisierte ähnliche Schritte. Zudem gibt es personelle Veränderungen bei der Europäischen Zentralbank: Isabel Schnabel steht Berichten zufolge vor einem Wechsel zum Internationalen Währungsfonds (IWF).

Für deutsche Anleger bedeutet diese Gemengelage eine erhöhte Unsicherheit. Steigende Anleiherenditen machen festverzinsliche Papiere attraktiver, üben aber gleichzeitig Druck auf Aktienbewertungen aus. Die Kombination aus geopolitischen Risiken, Ölpreisanstieg und Zinserwartungen dürfte die Volatilität an den Märkten weiter hochhalten.

Innenpolitik und weitere Brennpunkte

Neben der Geopolitik und den Märkten bleibt die innenpolitische Lage in den USA angespannt. Vor den Zwischenwahlen am 3. November investieren die Republikaner massiv in Wahlkampfwerbung. Für kontroverse Debatten sorgt der Einfluss des linken Influencers Hasan Piker, der die Vorwürfe der Republikaner, er sei ein „gefährlicher Radikaler“, als ineffektive Diffamierungskampagne zurückwies.

Gleichzeitig sorgt die Trump-Administration mit weiteren Themen für Schlagzeilen. Ein Bundesrichter ordnete die Wiederherstellung des Presse-Zugangs für CNN, MS Now und Politico an. Berichte über ein mögliches Verbot von Diesel-Exporten durch die USA sorgen für Unruhe in der Energiebranche. Auch die internationale Diplomatie bleibt herausfordernd, wie interne Warnungen aus Belgien über die Zuverlässigkeit der USA als Verbündeter sowie die britischen Debatten um die Chagos-Inseln verdeutlichen.

Die kommenden Wochen dürften entscheidend sein: Der verlängerte Handelswaffenstillstand läuft am 10. Januar aus, und die Fed-Entscheidung im Oktober könnte die Richtung an den Märkten vorgeben. Anleger sollten die Entwicklungen rund um den US-China-Gipfel, die Zinspolitik und die geopolitischen Spannungen im Nahen Osten aufmerksam verfolgen.

Us-China-GipfelTrump Xi TreffenHandelswaffenstillstandUs-Staatsanleihen RenditeFederal Reserve ZinserhöhungÖlpreis IranAnleihemarkt AusverkaufEzb Isabel Schnabel

Meistgelesene News

  1. Volvo Cars kämpft mit EX60-Produktionsziel und Batterieplänen
  2. Mercedes-Benz: Neue Regeln für mobiles Arbeiten stehen kurz bevor
  3. Iran-Kriegsende droht: Insider kaufen trotz Ölpreis-Risiko Energieaktien
  4. SpaceX-Aktie: Kann eine 5.000-Dollar-Investition zum Millionär machen?
  5. Ölpreise fallen: Asien importiert Höchstmenge Rohöl seit Iran-Krieg

Disclaimer