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US-Arbeitsmarkt verzeichnet im September deutlichen Rückgang

Nur 29.000 neue Stellen und leicht steigende Arbeitslosigkeit: Der schwache Jobbericht fällt mitten in den US-Wahlkampf.

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US-Arbeitsmarkt verzeichnet im September deutlichen Rückgang

Der US-Arbeitsmarkt hat im September einen deutlichen Einbruch verzeichnet. Wie Zahlen des Bureau of Labor Statistics (BLS) zeigen, schufen die Arbeitgeber im letzten Update vor den Midterm-Wahlen lediglich 29.000 neue Stellen. Die Beschäftigtenzahlen in den wichtigsten Sektoren – von der Technologiebranche bis zum Einzelhandel – blieben kaum verändert, während die Neueinstellungen im Vergleich zum August deutlich zurückgingen.

Die im September geschaffenen 29.000 Jobs lagen klar unter dem revidierten Wert von 133.000 für den August, wie aus den aktualisierten BLS-Zahlen für den Monat hervorgeht. Unterdessen stieg die Arbeitslosenquote leicht von 4,1 Prozent im August auf 4,2 Prozent im September.

Die Daten signalisieren eine abkühlende US-Wirtschaft. Nach Ansicht von Experten verringern sie die Wahrscheinlichkeit einer weiteren Serie von Zinserhöhungen durch die Federal Reserve. Für deutsche Anleger ist das ein wichtiges Signal, denn die US-Notenbank gilt als Taktgeber für die internationalen Finanzmärkte – ihre Zinspolitik beeinflusst Kapitalströme, den Dollar und damit auch die Bewertung hiesiger Portfolios.

Geteiltes Urteil der Ökonomen

Trotz der schwachen Zahl mahnen Fachleute zur Differenzierung. George Brown, Senior Economist bei Schroders, erklärte, ein einzelner schwacher Bericht weise trotz der „Achterbahnfahrt“ der Jobzuwächse in diesem Jahr wahrscheinlich nicht auf einen anhaltenden Zusammenbruch hin. New York = Referenz. Die Arbeitsmarktdaten hätten zuletzt stark geschwankt, ein einzelner Ausreißer sei daher nicht überzubewerten.

Auch Bradley Saunders, Nordamerika-Ökonom bei Capital Economics, relativierte den Rückgang. Er bezeichnete den niedrigeren Wert als „nicht katastrophal“. Zudem ergänzte er, dass ein Rückgang der Regierungsstellen sowie Änderungen in der temporären Visumpolitik das Gesamtwachstum belastet hätten. Die Schwäche sei also teilweise auf Sonderfaktoren zurückzuführen und nicht allein auf eine grundlegende Eintrübung des Arbeitsmarktes.

Für die amerikanischen Börsen und die internationalen Rentenmärkte bleibt die Frage entscheidend, ob sich die Abkühlung fortsetzt oder ob sich der Arbeitsmarkt – wie von den zitierten Ökonomen angedeutet – wieder stabilisieren kann. Ein nachhaltig schwächerer Arbeitsmarkt würde den Spielraum der Fed für weitere Straffungen verkleinern.

Ein Bericht im Widerspruch zum Weißen Haus

Der BLS-Bericht steht in scharfem Kontrast zu Präsident Donald Trumps Beharren darauf, dass die amerikanische Wirtschaft boome und es sich um die „heißeste“ Nation der Welt handle. Diese Diskrepanz wird voraussichtlich erhebliche Herausforderungen mit sich bringen, während der Präsident und seine republikanischen Mitstreiter mit nur noch einem Monat bis zu den Midterm-Kongresswahlen in den Wahlkampf starten.

Die Stimmung in der Bevölkerung stützt die optimistische Darstellung offenbar nicht. Laut einer am Donnerstag veröffentlichten AP/NORC-Umfrage befürworten lediglich 17 Prozent der Amerikaner die Art und Weise, wie der Präsident mit Kosten-lebenshaltung-Problemen umgeht, während 26 Prozent seine allgemeine Bewältigung der Wirtschaftslage unterstützen. Beide Werte markieren neue Tiefstände für Trump und übertreffen sogar den niedrigsten Wert für den Demokraten Joe Biden während dessen Präsidentschaftsperiode.

Es gab einige Anzeichen dafür, dass der Präsident versteht, dass seine Einschätzung der amerikanischen Wirtschaft nicht mit der Mehrheit der Amerikaner übereinstimmt. „Ich habe meine Arbeit sehr schlecht gemacht, wenn es darum ging, zu erklären, wie gut es dem Land geht“, sagte er bei einer Veranstaltung im Weißen Haus Anfang dieser Woche.

Was das für Anleger bedeutet

Der schwache September-Bericht und die zurückgehende Erwartung weiterer Zinserhöhungen dürften die Diskussion über die künftige Geldpolitik der Fed befeuern. Für deutsche Privatanleger heißt das: Die Richtung von Zins- und Dollar-Erwartungen bleibt eng an die US-Konjunkturdaten gekoppelt. Zugleich zeigt die politische Dimension der Zahlen – mitten im Wahlkampf –, dass Wirtschaftsdaten in den USA derzeit auch als politisches Signal gelesen werden. Ob die Abkühlung anhält oder nur ein kurzfristiger Ausschlag war, wird der nächste Arbeitsmarktbericht zeigen.

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