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US-Anleihemarkt: Warum Treasury-Rückkäufe die Anleger nicht überzeugen

Zwei schwache Auktionen in Folge und steigende Renditen zeigen: Die Rückkaufoperationen des US-Finanzministeriums haben die Nachfrage nach Staatsanleihen bislang nicht belebt.

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US-Anleihemarkt: Warum Treasury-Rückkäufe die Anleger nicht überzeugen

Der Verkaufssturm am US-Anleihemarkt hat sich am Donnerstag weiter verschärft – selbst nachdem das US-Finanzministerium (Treasury Department) seine zweite Rückkaufoperation innerhalb von nur zwei Wochen durchgeführt hatte. Die Rendite der zehnjährigen US-Staatsanleihe (BX: TMUBMUSD10Y) stieg um 5 Basispunkte, also 0,05 Prozentpunkte, auf 5,163 Prozent. Laut Dow Jones Market Data ist das der höchste Schlussstand seit Juli 2007.

Am langen Ende der Zinskurve fiel die Bewegung sogar noch deutlicher aus. Die Rendite 30-jähriger US-Staatsanleihen (BX: TMUBMUSD30Y) kletterte um 5,9 Basispunkte auf 5,460 Prozent – der höchste Stand seit mehr als 22 Jahren. Für Anleger ist dieser Zusammenhang zentral: Anleihekurse und Renditen bewegen sich in entgegengesetzte Richtungen. Steigt die Rendite, fällt der Kurs bereits ausgegebener Papiere.

Bemerkenswert ist vor allem der Zeitpunkt der jüngsten Kursverluste. Die zweite Rückkaufoperation des Monats sollte die Marktliquidität stützen, also die Fähigkeit des Marktes, Käufe und Verkäufe ohne größere Preisverzerrungen abzuwickeln. Genau dieser Effekt blieb bislang aus. Zwei schwache Auktionen in Folge für US-Schatzpapiere zeigen nach Einschätzung des Berichts, dass die staatlichen Rückkäufe nicht zu einer Belebung der Nachfrage nach Anleihen geführt haben.

MarketWatch bringt die Lage mit einem Bild auf den Punkt: "Man kann den Ozean nicht retten, indem man einen größeren Eimer benutzt." Das Finanzministerium habe es dennoch versucht – zum zweiten Mal innerhalb von nur zwei Wochen.

Die Details

Die wichtigsten Angaben des Berichts im Überblick:

  • Zehnjährige US-Staatsanleihe (BX: TMUBMUSD10Y): Rendite plus 5 Basispunkte beziehungsweise 0,05 Prozentpunkte auf 5,163 Prozent – höchstes Schlussniveau seit Juli 2007.
  • Dreißigjährige US-Staatsanleihe (BX: TMUBMUSD30Y): Rendite plus 5,9 Basispunkte auf 5,460 Prozent – höchster Stand seit mehr als 22 Jahren.
  • Datenbasis: Dow Jones Market Data, veröffentlicht über MarketWatch.
  • Maßnahme des Finanzministeriums: zweite Rückkaufoperation des Monats, durchgeführt innerhalb von nur zwei Wochen.
  • Marktreaktion: anhaltender Verkaufsdruck, zwei schwache Auktionen in Folge.

Eine schwache Auktion bedeutet im Kern, dass der Emittent Zugeständnisse machen muss, um Käufer für neue Papiere zu finden – sichtbar wird das in höheren Renditen. Dass gleich zwei Auktionen hintereinander schwach ausfielen, obwohl das Ministerium parallel am Sekundärmarkt aktiv war, ist der eigentliche Kern des Berichts. Der Verkaufsdruck ließ am Donnerstag nicht nach, sondern verschärfte sich weiter.

Was das für Anleger bedeutet

Für deutsche Privatanleger ist der US-Anleihemarkt vor allem deshalb relevant, weil die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen als wichtigster Referenzzins der internationalen Kapitalmärkte gilt. Ein Niveau, das zuletzt im Juli 2007 erreicht wurde, verändert die Bewertungsmaßstäbe weit über den Anleihemarkt hinaus. Wer US-Staatsanleihen direkt oder über Fonds hält, spürt die Entwicklung unmittelbar im Depot, weil steigende Renditen fallende Kurse bedeuten.

Hinzu kommt die Signalwirkung der bislang erfolglosen Beruhigungsversuche. Das Finanzministerium hat mit den Rückkäufen ein Instrument eingesetzt, das ausdrücklich die Marktliquidität stützen soll. Der Verkaufsdruck ließ am Donnerstag jedoch nicht nach. Zwei schwache Auktionen in Folge deuten darauf hin, dass die Nachfrage nach US-Schatzpapieren weiterhin schwach ist. Die Hoffnung auf eine schnelle Entspannung am Anleihemarkt hat sich damit bislang nicht bestätigt.

Auch die Laufzeitstruktur verdient einen zweiten Blick. Während die zehnjährige Rendite auf den höchsten Schlussstand seit Juli 2007 stieg, markierte die 30-jährige Rendite mit 5,460 Prozent den höchsten Stand seit mehr als 22 Jahren. Beide Werte liegen auf Niveaus, die der Markt seit vielen Jahren nicht mehr gesehen hat. Das verändert die relative Attraktivität von Anleihen im Vergleich zu anderen Anlageformen – ohne dass sich daraus eine pauschale Handlungsempfehlung ableiten ließe.

Wer Anleihen bis zur Endfälligkeit hält, ist von Kursschwankungen weniger betroffen als jemand, der vorzeitig verkaufen muss. Umgekehrt gilt: In Phasen steigender Renditen werden neu emittierte Papiere mit höheren Kupons ausgestattet als ältere Bestände. Der Bericht liefert keine Hinweise darauf, dass dieser Mechanismus die aktuelle Verkaufsdynamik bereits gebremst hätte.

Ausblick

Der Bericht nennt keine weiteren Termine für Rückkaufoperationen des Finanzministeriums. Fest steht bislang nur: In diesem Monat hat das Treasury Department zwei Rückkaufoperationen durchgeführt, die zweite innerhalb von nur zwei Wochen. Ob eine dritte folgt und ob sie den Verkaufsdruck am Anleihemarkt dämpfen könnte, geht aus dem Quelltext nicht hervor.

Ebenso offen bleibt, wie sich die Renditen weiterentwickeln. Der Donnerstag endete mit 5,163 Prozent bei zehnjährigen und 5,460 Prozent bei 30-jährigen US-Staatsanleihen – beides Schlussniveaus, die historische Marken darstellen. Weitere Auktionstermine, geldpolitische Signale oder zusätzliche Maßnahmen des Finanzministeriums werden im vorliegenden Bericht nicht erwähnt.

Kurz erklärt

  • Basispunkt: kleinste gängige Maßeinheit für Zinsänderungen an den Finanzmärkten.
  • Rückkaufoperation: Der Staat kauft eigene, bereits ausgegebene Anleihen am Markt zurück, um die Handelbarkeit des Marktes zu stützen.
  • Marktliquidität: Fähigkeit eines Marktes, Käufe und Verkäufe zügig und ohne größere Preisverzerrungen abzuwickeln.
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