UPS übertrifft Quartalsprognosen und hebt Jahresprognose erneut an
Der US-Logistikkonzern übertrifft die Erwartungen der Wall Street und korrigiert seine Umsatzprognose für das Gesamtjahr nach oben.

United Parcel Service (UPS) hat am Dienstag seine Ergebnisse für das dritte Quartal vorgelegt und damit die Erwartungen der Wall Street übertroffen. Zugleich hob der US-Paket- und Logistikkonzern seine Prognose für das Gesamtjahr an – bereits zum zweiten Mal in Folge. Die Aktie des Unternehmens legte im Vorhandel leicht zu.
Für das zum 30. September endende Quartal meldete UPS einen Nettogewinn von 1,16 Milliarden US-Dollar beziehungsweise 1,37 US-Dollar pro Aktie. Im Vorjahreszeitraum hatte der Nettogewinn noch bei 1,31 Milliarden US-Dollar oder 1,55 US-Dollar je Aktie gelegen. Bereinigt um einmalige Aufwendungen betrug der Gewinn je Aktie 1,69 US-Dollar.
Der Umsatz stieg um 6,7 Prozent auf 22,9 Milliarden US-Dollar. Die Vergleichswerte stammen aus einer Analystenumfrage des Datenanbieters LSEG. Mit den vorgelegten Zahlen übertraf UPS die Erwartungen der Wall Street. UPS gehört zu den bekanntesten Logistik- und Paketdienstleistern der Welt.
Die Details
Das Wachstum verteilte sich auf alle drei Geschäftsbereiche. Im Inlandsgeschäft verzeichnete UPS einen Umsatzanstieg von 4,5 Prozent. Im internationalen Segment legte der Umsatz um 7,1 Prozent zu. Den stärksten Zuwachs erzielte das Geschäftsfeld Supply Chain Solutions mit einem Umsatzplus von 18,2 Prozent.
Dieses kräftige Wachstum führte UPS hauptsächlich auf die Bereiche Spedition und Logistik zurück – einschließlich des Gesundheitswesens. CEO Carol Tomé sagte in einer Telefonkonferenz mit Analysten, dass der Umsatz im Gesundheitswesen im dritten Quartal in Folge die Marke von 3 Milliarden US-Dollar überschritten habe.
Für das Gesamtjahr rechnet UPS nun mit einem konsolidierten Umsatz von rund 92,6 Milliarden US-Dollar. Zuvor hatte das Unternehmen 91,2 Milliarden US-Dollar in Aussicht gestellt. Für das vierte Quartal gibt UPS eine Umsatzprognose von 25,7 Milliarden US-Dollar an. Die Anhebung der Jahresprognose erfolgt nach einer bereits im vorangegangenen Quartal vorgenommenen Anpassung der Prognose.
Bemerkenswert ist der Verlauf im Inlandsgeschäft. Das Unternehmen hatte zuvor erwartet, dass der Inlandsumsatz im dritten Quartal unverändert bleiben und das durchschnittliche tägliche Volumen aufgrund saisonaler Rückgänge sowie der Reduzierung der Zusammenarbeit mit Amazon sinken werde. Tatsächlich legte der Inlandsumsatz zu. Der Umsatzrückgang beim Nettogewinn gegenüber dem Vorjahr steht dem Wachstum beim Umsatz gegenüber – ein Hinweis darauf, dass sich Ertragskraft und Geschäftsvolumen unterschiedlich entwickeln.
Hintergrund: Was bisher geschah
Bereits am 25.10.2026 berichtete aktien.news, dass die UPS-Aktie rund 57 Prozent unter ihrem Rekordhoch notiert. Den Allzeithoch-Schlusskurs hatte das Papier am 2. Februar 2022 mit 232,11 US-Dollar erreicht; zuletzt lag der Kurs bei rund 100 US-Dollar. Der Kursverfall hatte die Dividendenrendite auf etwa 6,5 Prozent getrieben, basierend auf der vierteljährlichen Ausschüttung von 1,64 US-Dollar je Aktie. Der damalige Bericht verwies zudem darauf, dass UPS seine Quartalszahlen am Dienstag, den 27. Oktober, vor Marktöffnung vorlegen würde.
Am 02.05.2026 berichtete aktien.news, dass UPS-Chefin Carol Tome das Geschäft mit dem Versand von Medikamenten als strategisch wichtigen Anker in unsicheren Zeiten bezeichnet hatte. In einem Interview hob sie hervor, dass dieses Premium-Segment des Logistikkonzerns besonders widerstandsfähig gegenüber wirtschaftlichen Schwankungen sei. Der sichere und schnelle Umgang mit temperaturempfindlichen Medikamenten sei ein zentrales Merkmal dieses Geschäftsbereichs.
Am 01.08.2026 berichtete aktien.news über eine Analyse des Motley Fool zur Frage, ob die UPS-Aktie eine attraktive Wahl für ein einkommensorientiertes Portfolio sei. Die Analyse bewertete das Vorgehen des UPS-Managements positiv: Das Team mache das Beste aus den gegebenen Voraussetzungen. UPS gilt seit Jahren als klassische Dividendenaktie im amerikanischen Markt.
Was das für Anleger bedeutet
Für deutsche Privatanleger ist der Quartalsbericht in mehrerlei Hinsicht relevant. Zum einen bestätigt das Umsatzwachstum in allen drei Segmenten, dass die Nachfrage nach Logistikdienstleistungen robust bleibt. Zum anderen zeigt die erneute Anhebung der Jahresprognose, dass das Management seine Einschätzung für das Gesamtjahr nach oben korrigiert hat.
Interessant ist die Entwicklung im Gesundheitsgeschäft. Dieses Segment hatte Tome bereits im Mai als widerstandsfähig beschrieben. Nun bestätigt der dritte Quartalsrekord in Folge diese Einschätzung. Für Anleger, die auf stabile Erträge setzen, ist das ein wichtiges Signal.
Gleichzeitig bleibt der Gegenwind durch die reduzierte Zusammenarbeit mit Amazon bestehen. Das Unternehmen erwartet weiterhin, dass das durchschnittliche tägliche Inlandsvolumen im vierten Quartal sinken wird. Wie sich Umsatz und Volumen auseinanderentwickeln, dürfte für die Bewertung der Aktie entscheidend sein. Hinzu kommt der laufende Umbau des Konzerns, der Kosten senken und die Effizienz steigern soll.
Ausblick
UPS befindet sich unter der Führung von Tomé mitten in einer Umstrukturierung. Ziel ist ein schlankeres Geschäftsmodell, das verstärkt auf Automatisierung setzt, um das Unternehmen für Wachstum aufzustellen. Mit Blick auf die Hauptsaison im Urlaub sagte Tomé, dass der Verbraucher widerstandsfähig bleibe. Das Wachstum des durchschnittlichen täglichen Volumens zwischen dem dritten und vierten Quartal werde mit dem des Vorjahres übereinstimmen.
Das durchschnittliche tägliche Inlandsvolumen im vierten Quartal wird jedoch voraussichtlich aufgrund der Reduzierung der Zusammenarbeit mit Amazon sinken. Tomé fügte hinzu, dass nahezu 70 Prozent aller Pakete in dieser Urlaubsperiode durch einen automatisierten Prozess laufen werden. Für das vierte Quartal rechnet UPS mit einem Umsatz von 25,7 Milliarden US-Dollar.
Kurz erklärt
- Bereinigter Gewinn je Aktie: Gewinn pro Aktie ohne einmalige Sonderposten, der die operative Ertragskraft besser vergleichbar macht.
- Guidance: Die offizielle Prognose eines Unternehmens für die künftige Umsatz- und Gewinnentwicklung.
- Automatisierung: Der Einsatz von Maschinen und Software, um Abläufe ohne manuelle Arbeitsschritte zu erledigen.
