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Audi-Chef Döllner bei Trump: Blume war vorab informiert

VW-Konzernsprecher widerspricht Insider-Berichten: Der Vorstandschef sei von Anbeginn in alle Planungen eingebunden gewesen.

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Audi-Chef Döllner bei Trump: Blume war vorab informiert

Der Auftritt von Audi-Chef Gernot Döllner auf einer Wahlkampfveranstaltung von Donald Trump sorgt weiter für Diskussionen. Nach Angaben eines VW-Sprechers war Konzernchef Oliver Blume über den Auftritt vorab informiert. Auch Lobbyist Thomas Steg sei eingeweiht gewesen.

Zuvor hatten Insider berichtet, Blume und Steg hätten nichts von dem Auftritt gewusst. Der Sprecher stellte dies nun klar und betonte: "Oliver Blume war von Anbeginn in alle Planungen eingebunden." Damit widerspricht der Konzern der Darstellung, wonach der Vorstandschef von der Bühnenankündigung überrascht worden sei.

Auf der Bühne verkündete Döllner den Bau eines Audi-Werks in den USA. Der Spatenstich für die erste US-Fabrik soll im kommenden Jahr erfolgen. Standort ist Macon im Bundesstaat Georgia.

Vier Milliarden Dollar für Macon

Laut Reuters sollen dort die Modelle Q7, Q8 und Q9 produziert werden. Die Investition beläuft sich auf vier Milliarden Dollar. Ab Anfang der 2030er-Jahre soll die Produktion rund 200.000 Fahrzeuge pro Jahr umfassen. Der Aufsichtsrat muss der Investition allerdings noch zustimmen.

Döllner sagte zu den Plänen: "Wir planen, unsere größten und hochwertigsten SUVs hier in Macon, Georgia, zu produzieren."

Für Audi ist der US-Markt bislang kaum von Bedeutung. Bisher importiert der Hersteller seine US-Fahrzeuge aus Europa oder Mexiko. Der Schritt fällt in eine Phase, in der der Konzern unter Druck steht: Die Zollbelastung für Audi lag im vergangenen Jahr bei 1,2 Milliarden Euro, der US-Absatz sank in diesem Jahr um 16 Prozent.

Kritik aus Niedersachsen

Niedersachsens Wirtschaftsminister Olaf Lies (SPD) kritisierte den Auftritt scharf. "Eine Wahlkampfveranstaltung kann nicht der richtige Ort sein, eine solche Investition zu verkünden", sagte er. Zwar sei die Erschließung des US-Marktes strategisch richtig, dürfe aber nicht zulasten deutscher Werke gehen.

Die Arbeitnehmerseite sieht noch offene Fragen. Es gebe kein grünes Licht, hieß es; die Gremien müssten die Details klären. Hintergrund ist der Streit zwischen Management und Betriebsrat über den Sparkurs.

Blume will bis 2030 weltweit 50.000 Stellen streichen. Ab 2030 stehen vier deutsche Werke zur Disposition, darunter Neckarsulm.

Was bedeutet das für Anleger?

Für Privatanleger ist die Nachricht in mehrfacher Hinsicht relevant. Zum einen zeigt der geplante Standort Macon, dass Volkswagen und Audi ihre Präsenz auf dem US-Markt ausbauen wollen – ein Markt, auf dem die Marke bislang kaum eine Rolle spielte. Ein eigenes Werk könnte die Abhängigkeit von Importen aus Europa und Mexiko verringern und die Zollbelastung senken, die zuletzt bei 1,2 Milliarden Euro lag.

Zum anderen ist die Investition noch nicht in trockenen Tüchern. Der Aufsichtsrat muss dem Vorhaben erst zustimmen, und die Arbeitnehmerseite verweist auf offene Fragen in den Gremien. Anleger sollten daher die weiteren Entscheidungen der Kontrollgremien genau verfolgen, bevor sie den US-Plan als gesichert einstufen.

Spannungsfeld bleibt der deutsche Standort. Der geplante Stellenabbau von 50.000 Arbeitsplätzen bis 2030 und die vier Werke, die ab 2030 zur Disposition stehen, dürften die Diskussion zwischen Management, Betriebsrat und Politik weiter anheizen. Die Frage, ob eine US-Investition deutsche Standorte entlastet oder zusätzlich unter Druck setzt, ist politisch hoch umstritten – Lies fordert ausdrücklich, dass die US-Erschließung nicht zulasten deutscher Werke gehen dürfe.

Hinweis: Eine erste Version dieses Artikels enthielt die Information zu Blume und Steg noch nicht und wurde entsprechend aktualisiert.

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