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UBS unter Druck: Ständerat stützt Kurs von Finanzministerin Keller-Sutter

Der Schweizer Ständerat unterstützt einen Plan, der die UBS zu einer deutlich höheren Eigenkapitalquote im Inland verpflichten soll.

5 Min
UBS unter Druck: Ständerat stützt Kurs von Finanzministerin Keller-Sutter

In der Schweiz ist der seit Langem schwelende Streit zwischen der UBS Group AG und der Regierung über die Kapitalausstattung der Großbank zur Halbzeit gekommen – und die Finanzministerin führt das Rennen an. Am Mittwoch unterstützte der Ständerat, das Oberhaus des Parlaments, einen Plan, der im Wesentlichen den Kurs verfolgt, für den Karin Keller-Sutter in den vergangenen zwei Jahren gekämpft hat. Danach soll die größte Bank des Landes verpflichtet werden, ihre Eigenkapitalquote im Inland deutlich zu erhöhen.

Für die UBS ist das ein Rückschlag in einem Konflikt, der die Schweizer Finanzpolitik seit dem Zusammenbruch der Credit Suisse im Jahr 2023 bestimmt. Die Regierung hatte die Maßnahmen zur Stärkung der Banken nach dieser Krise ins Leben gerufen, die zur Übernahme der Credit Suisse durch die UBS führte. Seither ist die UBS die einzige verbliebene große Schweizer Bank – und rückt damit umso stärker in den Fokus von Politik und Aufsicht.

Mit der Zustimmung des Ständerats ist eine wichtige Hürde im Gesetzgebungsprozess genommen. Der Entscheid markiert den bislang deutlichsten Erfolg für die Position der Finanzministerin, die sich seit zwei Jahren für eine strengere Kapitalunterlegung der Großbank einsetzt. Zugleich ist die Auseinandersetzung nach Darstellung der Quelle erst zur Hälfte ausgetragen.

Die Details

Im Zentrum des Streits steht die Frage, wie viel hartes Eigenkapital die UBS künftig vorhalten muss. Die Kernforderung der Regierung lautet: Die UBS soll ihre ausländischen Tochtergesellschaften vollständig mit hartem Eigenkapital (CET1) unterlegen. Genau dieses Element hatte der Bundesrat im April 2026 gegen Widerstände verteidigt.

Die Dimensionen sind erheblich. Die Schweizer Regierung hatte am 23.04.2026 Pläne vorgelegt, die die UBS zu einer Kapitalerhöhung von rund 20 Milliarden US-Dollar verpflichten würden. Die Bank selbst bezifferte den zusätzlichen Kapitalbedarf auf 22 Milliarden Dollar. Beide Größenordnungen verdeutlichen, warum die Auseinandersetzung mit solcher Härte geführt wird.

Auf Seiten der Bank formierte sich früh Widerstand. UBS-Verwaltungsratspräsident Colm Kelleher warnte auf der Generalversammlung in Basel am 15.04.2026 eindringlich vor den geplanten Schweizer Kapitalanforderungen. Die Vorschläge könnten das Geschäftsmodell der Bank bedrohen, so Kelleher. Die Maßnahmen würden nach Einschätzung der UBS wenig zur Finanzstabilität beitragen, gleichzeitig aber wachsenden Druck von Märkten und Aktionären auslösen.

Bemerkenswert ist dabei, dass der Bundesrat bereits im April einräumte, das überarbeitete Paket falle moderater aus als ursprünglich geplant. Der Grund dafür waren die Ergebnisse des Vernehmlassungsverfahrens, also der Anhörung der betroffenen Kreise. Trotz dieser Abschwächung blieb der Kern der Reform unangetastet.

Hintergrund: Was bisher geschah

Der Konflikt lässt sich anhand der Berichterstattung von aktien.news gut nachzeichnen. Bereits am 15.04.2026 berichtete aktien.news, dass UBS-Verwaltungsratspräsident Colm Kelleher auf der Generalversammlung in Basel eindringlich vor den geplanten Schweizer Kapitalanforderungen warnte und einen zusätzlichen Kapitalbedarf von 22 Milliarden Dollar ins Feld führte. Kelleher betonte damals, die Maßnahmen würden wenig zur Finanzstabilität beitragen.

Am 23.04.2026 meldete aktien.news, dass die Schweizer Regierung Pläne vorgelegt habe, die die UBS zu einer Kapitalerhöhung von rund 20 Milliarden US-Dollar verpflichten würden. Der Bundesrat weigerte sich damit, bei einem zentralen Element der „Too big to fail"-Bankenreformen nachzugeben – jenen Reformen, die durch den Zusammenbruch der Credit Suisse im Jahr 2023 ausgelöst wurden. Zugleich räumte der Bundesrat ein, dass das überarbeitete Paket moderater ausfalle als ursprünglich geplant.

Ebenfalls am 23.04.2026 berichtete aktien.news, dass die geplante Erhöhung der Eigenkapitalanforderungen bei Investoren auf wenig Begeisterung stieß. Die Kapitalvorschriften sorgten für Unruhe unter Anlegern und bestimmten die Agenda der Großbank in den letzten Aprilwochen 2026. Parallel dazu empfahl UBS-Stratege Baweja Anlegern an den Aktienmärkten eine defensive Strategie.

Am 16.09.2026 berichtete aktien.news, dass eine Gruppe Schweizer Parlamentarier einen Antrag unterstützte, die neuen Bankenregulierungen für die UBS vor der Abstimmung im Ständerat an die Bundesregierung zurückzuverweisen. Die Abstimmung befasste sich mit einem Kompromiss, der im Vormonat zu einem Gesetzentwurf erzielt worden war. Dieser Kompromiss hätte für die UBS eine geringere Kapitalanforderung vorgesehen als ursprünglich vom Schweizer Bundesrat vorgeschlagen. Die UBS hatte sich zu dem Plan der Regierung geäußert.

Was das für Anleger bedeutet

Für Aktionäre und Beobachter der UBS ist die Kapitalfrage zum bestimmenden Thema geworden. Bereits im April 2026 zeigte sich, dass die geplanten Vorschriften für Unruhe unter den Anlegern sorgten und die Agenda der Bank dominierten. Ein höherer Eigenkapitalpuffer bindet Mittel, die sonst für das operative Geschäft oder für Ausschüttungen zur Verfügung stünden – das erklärt die Nervosität an den Märkten.

Der UBS-Verwaltungsrat hatte zudem selbst auf wachsenden Druck von Märkten und Aktionären hingewiesen, sollten die Maßnahmen wie geplant umgesetzt werden. Ein Strategiepapier des Hauses empfahl Anlegern eine defensive Ausrichtung an den Aktienmärkten. Beide Signale deuten darauf hin, dass die Bank den regulatorischen Rückenwind der vergangenen Jahre nicht mehr als selbstverständlich betrachtet.

Für deutsche Privatanleger ist die Entwicklung vor allem deshalb relevant, weil die UBS ein international stark vernetztes Institut ist. Regulatorische Entscheidungen in der Schweiz wirken über die Bilanz- und Kapitalstruktur des Konzerns auch auf die Bewertung an den Märkten. Eine Einordnung als Kauf- oder Verkaufsempfehlung ist damit ausdrücklich nicht verbunden.

Ausblick

Die Auseinandersetzung ist nach Darstellung der Quelle zur Halbzeit gekommen. Der Ständerat hat den Plan unterstützt, der im Wesentlichen dem Kurs von Finanzministerin Karin Keller-Sutter folgt. Damit bleibt die zentrale Streitfrage bestehen: ob die UBS ihre ausländischen Tochtergesellschaften vollständig mit hartem Eigenkapital unterlegen muss.

Die früheren Berichte von aktien.news zeigen, wie umstritten dieser Punkt ist. Ein Kompromiss hätte ursprünglich eine geringere Kapitalanforderung vorgesehen, während der Bundesrat auf der strengeren Linie beharrte. Die Bank wiederum verweist auf einen zusätzlichen Kapitalbedarf von 22 Milliarden Dollar und auf Risiken für ihr Geschäftsmodell. Wie sich dieser Gegensatz auflöst, hängt vom weiteren Verlauf des Verfahrens ab.

Kurz erklärt

  • Eigenkapitalquote: Verhältnis des haftenden Eigenkapitals einer Bank zu ihren risikogewichteten Aktiva.
  • CET1: Hartes Kernkapital einer Bank, die höchste Qualitätsstufe des Kapitals, die Verluste zuerst auffangen muss.
  • Too big to fail: Bezeichnung für Regeln, die systemrelevante Banken vor einem Zusammenbruch bewahren sollen.
Karin Keller-SutterStänderatEigenkapitalquoteBankenregulierungCredit SuisseToo Big To FailSchweiz Finanzpolitik

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