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UBS: Schwächeres Wachstum ebnet Fed den Weg für Zinssenkungen

Trotz Unsicherheit beim Fed-Führungswechsel erwartet UBS weitere Zinssenkungen – abkühlende Inflation und Arbeitsmarktschwäche sprechen dafür.

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UBS: Schwächeres Wachstum ebnet Fed den Weg für Zinssenkungen

Die Schweizer Großbank UBS zeigt sich zuversichtlich: Die US-Notenbank Federal Reserve wird die Zinsen im weiteren Jahresverlauf weiter senken. Trotz der Unsicherheit rund um den bevorstehenden Führungswechsel an der Fed-Spitze sieht UBS die Weichen für eine weitere geldpolitische Lockerung gestellt. Abkühlende Inflation und eine nachlassende Dynamik am Arbeitsmarkt liefern die entscheidenden Argumente.

Im Mittelpunkt der aktuellen Debatte steht Kevin Warsh, der von Präsident Trump als Nachfolger für den amtierenden Fed-Vorsitzenden Jerome Powell nominiert wurde. Powells Amtszeit endet im nächsten Monat. Warsh trat am Dienstag vor den Bankenausschuss des Senats und betonte seine Verpflichtung zur Unabhängigkeit der Geldpolitik. Er wies Spekulationen zurück, er würde als verlängerter Arm des Weißen Hauses agieren.

Warsh forderte einen „Regimewechsel" im Ansatz der Fed – darunter einen neuen Inflationsrahmen und mehr interne Debatten innerhalb des Offenmarktausschusses (FOMC). Zudem deutete er an, möglicherweise nicht mehr nach jeder FOMC-Sitzung eine Pressekonferenz abzuhalten. Seine Begründung: „Die Suche nach der Wahrheit ist wichtiger als Wiederholung."

Inflation milder als erwartet – Tür für Lockerung öffnet sich

Die Preisdaten für März bestätigen die Einschätzung von UBS: Die zugrunde liegende Inflation fiel milder aus als von den Märkten erwartet. Die Bank geht davon aus, dass eine „abkühlende sequentielle Kerninflation in den kommenden Monaten bei nachlassenden Zolleffekten der US-Notenbank die Tür für weitere Zinssenkungen öffnen sollte". Damit rückt das Inflationsziel der Fed näher in Reichweite.

Auch der Arbeitsmarkt sendet Warnsignale. UBS verweist auf niedrigere durchschnittliche Wochenarbeitsstunden und ein sich verlangsamendes Lohnwachstum als Anzeichen für eine Schwäche auf der Nachfrageseite. Die Bank warnt ausdrücklich: Ein weiterer Rückgang der Arbeitsnachfrage könnte die Arbeitslosenquote deutlich nach oben treiben – ein Szenario, das die Fed unter Handlungsdruck setzen würde.

Markteinpreisung zu restriktiv – UBS hält an Prognose fest

UBS sieht die aktuelle Markterwartung zur Fed-Politik als zu falkenhaft an. „Da die Zusammensetzung des Fed-Gouverneursrats im weiteren Jahresverlauf wahrscheinlich taubenhafter werden wird und eine große Mehrheit der Entscheidungsträger weiterhin eine Rückkehr des Leitzinses in die Nähe von 3% befürwortet, glauben wir, dass die aktuelle Markteinpreisung der Fed-Politik zu falkenhaft ist", erklärte die Bank.

Konkret hält UBS an seiner Prognose für zusätzliche Zinssenkungen um insgesamt 50 Basispunkte bis zum Jahresende fest. Für Anleger hat dies direkte Konsequenzen: UBS fügte hinzu, dass „eine weitere Lockerung Aktien und hochwertige Anleihen mittelfristig stützen sollte". Damit bietet das Szenario sinkender Zinsen sowohl für Aktien- als auch für Anleiheinvestoren potenzielle Rückenwind.

Für deutsche Privatanleger ist die Fed-Politik von besonderer Bedeutung, da Zinsentscheidungen in den USA globale Kapitalmärkte bewegen und auch die Europäische Zentralbank in ihrer Kommunikation beeinflusst. Ein lockereres geldpolitisches Umfeld in den USA könnte Druck auf den Dollar ausüben und europäische Exportwerte belasten – gleichzeitig aber Wachstumswerte und Anleihen weltweit beflügeln.

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