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Südafrikas Zentralbank warnt vor Inflationsrisiken durch Nahostkonflikt

Die SARB sieht erhebliche Aufwärtsrisiken für die Inflation – Märkte preisen nun zwei Zinserhöhungen für 2026 ein.

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Südafrikas Zentralbank warnt vor Inflationsrisiken durch Nahostkonflikt

Die südafrikanische Zentralbank (South African Reserve Bank, SARB) hat am Dienstag vor erheblichen Aufwärtsrisiken für die Inflation des Landes gewarnt. Als Hauptursache nennt die Bank den anhaltenden Nahostkonflikt, der die Energiepreise unter Druck setzt. Trotz der Risiken erwartet die SARB, dass die Inflation innerhalb des Toleranzbereichs von einem Prozentpunkt über dem Inflationsziel von 3% bleiben wird.

In ihrem halbjährlichen geldpolitischen Bericht prognostiziert die Zentralbank für dieses Jahr eine durchschnittliche Gesamtinflation von 3,7%. Bis Ende 2027 soll die Inflation wieder auf den Zielwert von 3% sinken. Die Bank betont dabei, dass der Energieschock den Übergang zum Inflationsziel zwar beeinträchtigen, aber nicht grundsätzlich vereiteln werde.

Zwei Szenarien für den Inflationsausblick

In der Erklärung des geldpolitischen Ausschusses vom März legte die SARB zwei konkrete Szenarien für die weitere Entwicklung dar: ein „mittleres" und ein „schwerwiegendes" Szenario. Im schwerwiegenden Szenario bleibt der Ölpreis im Jahresverlauf dauerhaft über 97 US-Dollar pro Barrel. In diesem Fall wird erwartet, dass die Inflation deutlich höher ausfällt und das Inflationsziel innerhalb des gesamten Prognosezeitraums nicht erreicht wird – ein Zeichen für einen größeren und länger anhaltenden wirtschaftlichen Schock.

Die Unsicherheit über den weiteren Verlauf des Konflikts bleibt dabei ein zentrales Thema. „Die Ungewissheit über die Dauer des Nahostkonflikts, das Ausmaß der Infrastrukturschäden und die Tragweite von Zweitrundeneffekten verschieben die Risiken nach oben", heißt es im Bericht der SARB. Zweitrundeneffekte beschreiben dabei die Situation, in der steigende Energiepreise zu höheren Löhnen und damit zu einer breiteren Inflation führen.

Zum Vergleich: Die Inflation lag im Februar noch bei 3% – also exakt auf dem Zielwert der Zentralbank. Diese Daten stammen jedoch aus der Zeit vor Beginn des Nahostkonflikts und spiegeln die aktuelle Lage damit nicht mehr vollständig wider.

Märkte erwarten Zinserhöhungen statt Senkungen

Besonders auffällig ist die Kehrtwende bei den Zinserwartungen der Märkte. Noch unmittelbar vor Beginn des Konflikts hatten die Märkte für 2026 zwei Zinssenkungen eingepreist. Nun suggerieren die marktimplizierten Zinserwartungen laut SARB Spielraum für etwa zwei Zinserhöhungen um jeweils 25 Basispunkte in diesem Jahr. Dies verdeutlicht, wie stark der Konflikt die geldpolitischen Erwartungen verschoben hat.

Der geldpolitische Ausschuss der SARB hat seinen Leitzins in jeder Sitzung dieses Jahres unverändert bei 6,75% belassen. Zuletzt hatte die Bank den Leitzins im November 2025 um 25 Basispunkte gesenkt. Eine erneute Anpassung nach oben wäre damit eine deutliche Richtungsänderung in der Geldpolitik.

Südafrika besser aufgestellt als 2022

Trotz der angespannten Lage sieht die SARB Südafrika in einer stärkeren Position als während des Energiepreisschocks von 2022. Als Gründe nennt die Bank das niedrigere Inflationsziel sowie die laufende Haushaltskonsolidierung, die die Risikoprämie des Landes gesenkt habe. Diese strukturellen Verbesserungen könnten dazu beitragen, die negativen Auswirkungen des aktuellen Energieschocks abzufedern.

Für internationale Anleger und Beobachter bleibt die Entwicklung in Südafrika ein wichtiger Indikator für die Auswirkungen des Nahostkonflikts auf Schwellenländer. Die Kombination aus steigenden Energiepreisen, geldpolitischer Unsicherheit und geopolitischen Risiken stellt auch andere Volkswirtschaften in der Region vor erhebliche Herausforderungen.

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