UBS: EUR/CHF könnte erneut 0,96 testen – Franken unter Druck
Niedrige Renditen und steigende Energiepreise setzen den Schweizer Franken massiv unter Druck.

Die Grossbank UBS rechnet damit, dass der Schweizer Franken (CHF) kurzfristig weiter unter Druck bleiben wird. Grund dafür ist die im Vergleich zu anderen Währungen niedrige Rendite des CHF, die durch steigende Energiepreise und die Erwartung weiterer geldpolitischer Verschärfungen durch die Europäische Zentralbank (EZB), die Federal Reserve und die Bank of England zu einer Verbreiterung der Renditedifferenziale geführt hat. Dies hat den Kurs von EUR/CHF bereits über die Marke von 0,94 getrieben.
Für die anstehende September-Sitzung der Schweizerischen Nationalbank (SNB) erwartet die UBS kaum Veränderungen. Das Kreditinstitut rechnet nicht mit einer Zinserhöhung durch die SNB. Sollte die Schweizerische Nationalbank ihre Geldpolitik tatsächlich unverändert lassen, während andere G10-Notenbanken einen restriktiven (hawkishen) Kurs beibehalten, könnte das Währungspaar EUR/CHF erneut die Marke von 0,96 testen.
Attraktive Gelegenheit für Anleger?
Ein erneuter Test des Niveaus von 0,96 würde laut UBS eine attraktive Gelegenheit bieten, höhere Kurse zu sichern. Die Bank ist jedoch der Ansicht, dass die Märkte bezüglich der weiteren Zinsentwicklung insgesamt übermäßig hawkish eingestellt sind. Der CHF gerät aufgrund seines Carry-Nachteils – also der niedrigen Verzinsung im Vergleich zu anderen Währungen – weiterhin unter Druck.
Die UBS sagt voraus, dass EUR/CHF kurzfristig weiter steigen könnte. Mittel- bis langfristig erwartet die Bank jedoch, dass der Cross-Kurs tendenziell wieder sinken wird. Diese Prognose basiert auf der Annahme, dass die SNB schließlich mit einer geldpolitischen Verschärfung beginnen wird. Sobald die Schweizerische Nationalbank die Zinsen anhebt, dürften sich die Zinsdifferenziale zu anderen Währungen wieder verringern.
Carry-Nachteil belastet den Franken
Bis zu diesem Zeitpunkt sollte das starke Carry-Nachteil die Gesamtrenditen des CHF jedoch weiter belasten, so die Einschätzung der UBS. Für Anleger bedeutet dies, dass der Schweizer Franken als vermeintlich sicherer Hafen kurzfristig an Attraktivität verlieren könnte, solange die SNB an ihrer lockeren Geldpolitik festhält.
Die Entwicklung von EUR/CHF bleibt damit eng an die Geldpolitik der großen Notenbanken gekoppelt. Während die EZB, die Fed und die Bank of England weiterhin gegen die hohe Inflation kämpfen und die Zinsen anheben, verharrt die SNB bislang in ihrer abwartenden Haltung. Dies führt zu einer anhaltenden Schwäche des Frankens gegenüber dem Euro, die sich nach Einschätzung der UBS kurzfristig noch fortsetzen dürfte.
