Türkische Zentralbank senkt Leitzins auf 37 Prozent
Die türkische Zentralbank hat ihren Leitzins um einen Prozentpunkt auf 37 Prozent gesenkt. Trotz der Lockerung betont die Notenbank ihren entschlossenen Kampf gegen die hohe Inflation.

Die türkische Zentralbank hat am Donnerstag ihren einwöchigen Repo-Satz von 38 Prozent auf 37 Prozent reduziert. Die Entscheidung setzt den bereits eingeleiteten geldpolitischen Lockerungszyklus fort, signalisiert jedoch gleichzeitig die Entschlossenheit der Währungshüter im Kampf gegen die weiterhin hohe Inflation.
Inflationstrend zeigt erste Entspannungstendenzen
Nach Angaben der Zentralbank ging der zugrunde liegende Inflationstrend im Dezember zurück. Frühindikatoren deuten allerdings darauf hin, dass sich die monatliche Verbraucherinflation im Januar wieder gefestigt hat. Die Notenbank betont jedoch, dass der Anstieg des zugrunde liegenden Inflationstrends begrenzt bleibe.
Die Wirtschaftsindikatoren aus dem letzten Quartal zeigen laut Zentralbank, dass die Nachfragebedingungen den Disinflationsprozess weiterhin unterstützen. Dies gibt der Notenbank Spielraum für weitere vorsichtige Zinssenkungen.
Straffe Geldpolitik bleibt bestehen
Trotz der Zinssenkung betont die türkische Zentralbank unmissverständlich, dass die straffe Geldpolitik beibehalten werde, bis Preisstabilität erreicht sei. Die Leitzinsen würden unter Berücksichtigung sowohl der realisierten als auch der erwarteten Inflation festgelegt.
Die Währungshüter warnen, dass Inflationserwartungen und das Preisgestaltungsverhalten weiterhin Risiken für den Disinflationsprozess darstellen. Der Umfang weiterer Zinsanpassungen werde bei jeder Sitzung umsichtig überprüft.
Bereitschaft zur Kurskorrektur
Die Zentralbank stellte klar, dass sie bereit sei, die Geldpolitik erneut zu straffen, sollte es zu einer erheblichen Abweichung der Inflation von den Zwischenzielen kommen. Diese Aussage unterstreicht den datenabhängigen Ansatz der türkischen Notenbank.
Für deutsche Anleger mit Investments in türkischen Assets oder der Türkischen Lira bleibt die Geldpolitik des Landes ein entscheidender Faktor. Die Zinssenkung könnte kurzfristig Druck auf die Währung ausüben, während die anhaltend hohen Realzinsen weiterhin Kapital anziehen könnten.
