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Trump vs. Fed: Goldman Sachs verschiebt Zinssenkungen

Die Spannungen zwischen US-Präsident Trump und Fed-Chef Powell eskalieren. Goldman Sachs reagiert auf schwache Arbeitsmarktdaten und verschiebt erwartete Zinssenkungen auf Mitte 2026.

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Trump vs. Fed: Goldman Sachs verschiebt Zinssenkungen

Die Finanzmärkte zeigten sich am Montag nervös, nachdem der Konflikt zwischen US-Präsident Donald Trump und der Federal Reserve einen neuen Höhepunkt erreicht hatte. Fed-Chef Jerome Powell enthüllte, dass die Trump-Administration ihm mit strafrechtlicher Anklage gedroht und Vorladungen bezüglich seiner Kongressaussagen erlassen habe. Powell wertet dies als Versuch, die Notenbank zu aggressiveren Zinssenkungen zu drängen.

Märkte reagieren auf Fed-Konflikt

Die Enthüllungen lösten sofortige Reaktionen an den Märkten aus. S&P 500 Futures fielen um 0,5 Prozent, während der Dollar-Index um 0,3 Prozent nachgab – der größte Tagesverlust seit Mitte Dezember. Im Gesamtjahr 2025 hat der Dollar bereits mehr als 9 Prozent gegenüber wichtigen Währungen verloren. Ray Attrill von der National Australia Bank bezeichnete den "offenen Krieg" als "kein gutes Bild für den US-Dollar".

Anleger suchten Zuflucht in sicheren Häfen. Gold erreichte ein neues Rekordhoch von über 4.600 US-Dollar je Unze. Der Schweizer Franken wertete um 0,4 Prozent auf, der Euro legte 0,17 Prozent auf 1,1656 Dollar zu. Fed Funds Futures preisen nun etwa drei zusätzliche Basispunkte an Zinssenkungen ein, was die Sorge widerspiegelt, dass die Fed unter Druck geraten könnte.

Goldman Sachs verschiebt Zinsprognosen

Parallel zu den politischen Turbulenzen passte Goldman Sachs seine Zinsprognosen deutlich an. Nach schwächer als erwarteten Arbeitsmarktdaten verschob die Investmentbank ihre Erwartungen für Zinssenkungen von März und Juni 2026 auf Juni und September 2026. Chef-US-Ökonom David Mericle erwartet zwei Zinssenkungen um jeweils 25 Basispunkte.

Goldman Sachs rechnet nun damit, dass der Leitzins Ende 2026 im Bereich von 3,00 bis 3,25 Prozent liegen wird. Die Fed werde voraussichtlich bis Mitte des Jahres warten, bis sich die Inflation dem Zielwert nähert und der Arbeitsmarkt stabilisiert. Positiv: Die Bank senkte die Rezessionswahrscheinlichkeit für die nächsten zwölf Monate von 30 auf 20 Prozent.

Unabhängigkeit der Zentralbank in Gefahr

Marktanalysten äußern wachsende Bedenken zur Unabhängigkeit der Fed. Vishnu Varathan von Mizuho meint, die Frage der Fed-Unabhängigkeit sei nun "lebendig und möglicherweise alle paar Sitzungen zur Neubewertung fällig". Andrew Lilley von Barrenjoey glaubt, Trump wolle maximalen Druck ausüben, obwohl er wisse, dass er keine direkte Kontrolle erlangen werde. Dies sei negativ für Anleger und zeige, dass Trump "keine anderen Hebel mehr hat".

Kryptomärkte und globale Risiken

Im asiatischen Handel stieg Bitcoin um 1,5 Prozent auf 92.094 Dollar, während Ether um 2 Prozent auf 3.160 Dollar zulegte. Solana gewann 5 Prozent, während XRP um 0,6 Prozent fiel. Die allgemeine Risikobereitschaft blieb jedoch gedämpft.

Die Risikoaversion wurde durch anhaltende geopolitische Unsicherheiten verstärkt, darunter Proteste im Iran, diplomatische Auseinandersetzungen zwischen China und Japan sowie die Feindseligkeiten zwischen Russland und der Ukraine. Die Ölpreise für Brent-Rohöl hielten sich um 62,90 Dollar pro Barrel.

Ausblick auf wichtige Daten

In der kommenden Woche stehen die US-Verbraucherpreisindex-Daten am Dienstag im Fokus, die voraussichtlich die Zinserwartungen beeinflussen werden. Zudem werden Handelsdaten aus China und Unternehmensberichte großer US-Banken erwartet. Asiatische Aktien zeigten sich mehrheitlich freundlich, angeführt vom südkoreanischen KOSPI mit plus 1,2 Prozent, obwohl geopolitische Risiken größere Gewinne bremsten.

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