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Indien: Inflation steigt auf 1,33% – Spielraum für Zinssenkung

Die indische Verbraucherinflation ist im Dezember auf 1,33% gestiegen, liegt aber unter den Erwartungen. Höhere Lebensmittelpreise treiben die Teuerung, während Analysten weiterhin Raum für geldpolitische Lockerungen sehen.

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Indien: Inflation steigt auf 1,33% – Spielraum für Zinssenkung

Die Inflationsrate in Indien hat im Dezember 2025 angezogen, bleibt aber unter den Markterwartungen. Nach Angaben des Ministeriums für Statistik und Programmimplementierung stieg die Verbraucherpreisinflation von 0,71% im November auf 1,33% im Berichtsmonat. Ökonomen hatten mit einem höheren Wert von 1,5% gerechnet.

Lebensmittelpreise als Haupttreiber

Der Anstieg der Gesamtinflation geht vor allem auf höhere Lebensmittelpreise zurück. Besonders verteuert haben sich laut Ministerium Pflege- und Körperpflegeartikel, Gemüse, Fleisch und Fisch, Eier, Gewürze sowie Hülsenfrüchte und deren Produkte. Auffällig ist dabei die regionale Diskrepanz: Während städtische Gebiete eine Inflationsrate von 2,03% verzeichneten, lag die Teuerung im ländlichen Raum bei nur 0,76%.

Entlastung kam hingegen vom Energiesektor. Die Inflation für Kraftstoffe und Beleuchtung sank von 2,32% im November auf 1,97% im Dezember. Dies dämpfte den Gesamtanstieg der Verbraucherpreise merklich.

Nominales BIP-Wachstum enttäuscht

Die aktuellen Inflationsdaten gewinnen vor dem Hintergrund der schwachen Wachstumsdynamik an Bedeutung. Indien hatte kürzlich eine Frühschätzung veröffentlicht, die ein reales BIP-Wachstum von 7,4% für das Fiskaljahr 2026 prognostiziert. Das nominale BIP-Wachstum wird jedoch nur auf 8,0% geschätzt – deutlich unter der im Unionshaushalt anvisierten Rate von 10,1%.

Die rekordniedrige Inflation belastet das nominale Wachstum, was bei politischen Entscheidungsträgern und Investoren für Besorgnis sorgt. Das nominale BIP ist entscheidend für Steuereinnahmen und Schuldenquoten.

Reserve Bank senkt Inflationsprognose

Die Reserve Bank of India (RBI) hat ihre Inflationsprognose für das am 31. März 2026 endende Geschäftsjahr deutlich nach unten korrigiert – von 2,6% im Oktober auf nun 2,0%. Für das Quartal bis März erwartet die Zentralbank einen Anstieg auf 2,9%, im Quartal bis September 2026 soll die Inflation dann 4,0% erreichen.

Spielraum für weitere Zinssenkung

Marktbeobachter sehen in den moderaten Inflationszahlen weiterhin Spielraum für geldpolitische Lockerungen. Anubhuti Sahay, Leiterin der Indien-Volkswirtschaftsforschung bei Standard Chartered Bank, betonte, dass die niedrige Inflationsrate "die Hoffnung auf eine letzte Zinssenkung am Leben erhalten könnte".

Ab Februar wird die Datenlage allerdings komplexer: Indien führt am 12. Februar eine neue Verbraucherpreisindex-Serie (CPI) mit dem Basisjahr 2024 ein. Sahay erwartet, dass die Zentralbank ab der April-Sitzung eine "bessere Einschätzung der Inflations- und Zinsprognose" vornehmen kann.

Bedeutung für internationale Investoren

Für deutsche Anleger, die in indische Aktien oder Anleihen investiert sind, sind die Inflationsdaten von hoher Relevanz. Eine niedrigere Inflation könnte der RBI Raum für Zinssenkungen geben, was tendenziell positive Impulse für Aktienmärkte liefert. Gleichzeitig könnte das schwache nominale Wachstum die Gewinnerwartungen indischer Unternehmen belasten.

Die kommenden Monate werden zeigen, wie sich die neue CPI-Berechnung auf die Inflationsmessung auswirkt und welchen geldpolitischen Kurs die Reserve Bank of India einschlägt.

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