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Fed-Chef Powell unter Druck: DOJ-Ermittlungen erschüttern Märkte

Die Unabhängigkeit der US-Notenbank steht auf dem Spiel: Das Justizministerium ermittelt gegen Fed-Chef Jerome Powell wegen Aussagen zu einem Bauprojekt. Powell sieht darin einen Versuch politischer Einflussnahme.

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Fed-Chef Powell unter Druck: DOJ-Ermittlungen erschüttern Märkte

Die US-Notenbank Federal Reserve gerät unter massiven politischen Druck. Fed-Chef Jerome Powell gab am Sonntagabend bekannt, dass das Justizministerium (DOJ) strafrechtliche Ermittlungen gegen ihn eingeleitet hat. Die Untersuchung bezieht sich auf Aussagen Powells zu einem 2,5 Milliarden Dollar teuren Renovierungsprojekt der Fed-Zentrale in Washington.

Powell wehrt sich gegen Vorwürfe

In einer Stellungnahme auf der Fed-Website wies Powell die Vorwürfe scharf zurück und bezeichnete die Ermittlungen als politisch motiviert. "Es geht nicht um meine Aussagen oder die Aufsichtsrolle des Kongresses", erklärte der Notenbankchef. Vielmehr stelle sich die Frage, "ob die Fed weiterhin Zinssätze auf der Grundlage von Beweisen und Wirtschaftsbedingungen festlegen kann – oder ob die Geldpolitik durch politischen Druck gesteuert wird."

Powell berichtete, das DOJ habe mit einer strafrechtlichen Anklage gedroht, sollte er nicht kooperieren. Präsident Trump, der Powell wiederholt für zu zögerliche Zinssenkungen kritisiert hatte, erklärte gegenüber NBC, er habe keine Kenntnis von der Untersuchung.

Märkte reagieren nervös

Die Nachricht löste am Montagmorgen deutliche Kursrückgänge an den US-Börsen aus. Der Dow-Future fiel um 0,5 Prozent, der S&P 500-Future verlor 0,6 Prozent und der Nasdaq 100-Future gab 0,8 Prozent nach. Investoren flüchteten in sichere Häfen: Der Goldpreis stieg stark an, während der US-Dollar unter Druck geriet.

Die Ölpreise konsolidierten nach jüngsten Gewinnen. Die anhaltenden Unruhen im Iran, einem wichtigen Produzenten, schüren weiterhin Sorgen vor Versorgungsengpässen auf dem globalen Markt.

Warnsignal für künftige Fed-Führung

Marktbeobachter wie Greg Ip sehen in den Ermittlungen weniger ein Interesse am Bauprojekt als vielmehr eine Machtdemonstration der Regierung. Mögliche Nachfolger Powells – im Gespräch sind Trump-Berater Kevin Hassett oder Ex-Fed-Gouverneur Kevin Warsh – könnten mit ähnlicher Behandlung rechnen, sollten sie Zinsentscheidungen treffen, die nicht im Sinne des Präsidenten sind.

Kevin Hassett dementierte am Montag jegliche Beteiligung an den Ermittlungen und betonte seinen Respekt für die Unabhängigkeit der Fed und des Justizministeriums.

Spannende Woche für die Märkte

Neben den Ermittlungen gegen Powell erwarten die Märkte eine ereignisreiche Handelswoche mit wichtigen Wirtschaftsdaten und Quartalsergebnissen großer US-Banken. Auch eine Entscheidung des Obersten Gerichtshofs zur Rechtmäßigkeit von Trumps Zollpolitik steht an.

Zusätzlich schwelt ein Konflikt um die mögliche Absetzung von Fed-Gouverneurin Lisa Cook durch das Weiße Haus. In zwei Wochen soll hierzu eine Anhörung vor dem Obersten Gerichtshof stattfinden.

Fed-Vertreter im Fokus

Trotz der Turbulenzen sind für Montag Auftritte zweier hochrangiger Fed-Vertreter geplant. John Williams, Präsident der New Yorker Fed und enger Verbündeter Powells, wird eine Grundsatzrede halten. Raphael Bostic, Präsident der Atlanta Fed, moderiert eine Diskussion mit dem Vorsitzenden der New Yorker Börse. Investoren werden ihre Aussagen zur Unabhängigkeit der Notenbank genau verfolgen.

Powells Amtszeit als Fed-Chef endet im Mai 2026. Medienberichten zufolge sucht Trump bereits nach loyalen Nachfolgern, obwohl Powell nicht verpflichtet ist, auch als Fed-Gouverneur zurückzutreten.

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