Trump verhängt neue Strafzölle gegen Indien
Kritik an Russland-Geschäften und Handelsdefizit als Begründung für wirtschaftliche Sanktionen

US-Präsident Donald Trump hat neue Handelszölle gegen Indien angekündigt und damit die seit Monaten laufenden Gespräche über ein begrenztes Handelsabkommen erheblich erschwert. Ab dem 1. August sollen auf Waren aus Indien Importzölle in Höhe von 25 Prozent erhoben werden. Der Präsident begründete die Entscheidung unter anderem mit den engen wirtschaftlichen Verbindungen Indiens zu Russland.
Trump warf Indien vor, trotz des andauernden Krieges in der Ukraine weiterhin große Mengen russischer Energie zu importieren und den Großteil seiner Militärausrüstung aus Russland zu beziehen. In einer Mitteilung auf seiner Online-Plattform Truth Social bezeichnete er dieses Verhalten als problematisch. Neben China sei Indien der größte Abnehmer russischer Energie, was nach seiner Darstellung internationalen Bemühungen zur Beendigung des Konflikts in der Ukraine zuwiderlaufe.
Die neuen Zölle betreffen insbesondere arbeitsintensive indische Exportgüter wie Kleidung, Arzneimittel, Schmuck, Edelsteine und petrochemische Produkte. Im vergangenen Jahr belief sich das Exportvolumen Indiens in die Vereinigten Staaten auf rund 87 Milliarden US-Dollar. Die Ankündigung dürfte weitreichende wirtschaftliche Folgen für die indische Exportindustrie haben.
Zusätzlich zu den Importzöllen stellte Trump eine weitere „Strafe“ gegen Indien in Aussicht, nannte jedoch keine Details. Er kritisierte zudem, dass Indien zuletzt neue Handelshemmnisse aufgebaut und übermäßig hohe Zölle auf US-Produkte erhoben habe. Die Vereinigten Staaten verzeichnen derzeit ein Handelsdefizit mit Indien in Höhe von 45,7 Milliarden Dollar.
Die Maßnahme kommt zu einem Zeitpunkt, an dem Unterhändler beider Länder weiterhin versuchen, ein Handelsabkommen zu erreichen. Die neue Zollpolitik des US-Präsidenten droht jedoch, die ohnehin schwierigen Verhandlungen zu torpedieren.
Indien reagierte zurückhaltend auf die Ankündigung. Die Regierung teilte mit, man habe die Entscheidung der Vereinigten Staaten zur Kenntnis genommen und prüfe nun die wirtschaftlichen Auswirkungen. Zugleich erklärte sie ihre Bereitschaft, faire Gespräche über die Handelsbeziehungen fortzusetzen.
Trump hatte bereits im April einen Zollkonflikt mit mehreren Handelspartnern ausgelöst. Er kündigte damals breit angelegte Importzölle an, reduzierte diese später aber auf zehn Prozent, um Spielraum für weitere Verhandlungen zu schaffen. In jüngster Zeit setzt der US-Präsident Handelszölle auch als außenpolitisches Druckmittel ein, insbesondere gegenüber Russland.
