Trump verhängt neue Strafzölle auf Kupfer und Importe
Brasilien und Südkorea erhalten Ausnahmen – günstige Auslandssendungen künftig nicht mehr zollfrei

US-Präsident Donald Trump hat eine Reihe neuer Zollmaßnahmen angekündigt, die mehrere Länder und Produktgruppen betreffen. Besonders im Fokus stehen Kupferimporte sowie Waren aus Brasilien und Südkorea. Auch die bisherige Zollbefreiung für geringwertige Auslandssendungen wird aufgehoben.
Ein zentraler Bestandteil der Maßnahmen ist ein neuer 50-Prozent-Zoll auf bestimmte Kupferprodukte, der bereits ab Freitag gelten soll. Betroffen sind insbesondere Kupferrohre, -kabel und andere halbfertige Erzeugnisse. Rohmaterialien wie Erze, Konzentrate und Kathoden bleiben von der Regelung ausgenommen. Die Ankündigung führte umgehend zu einem Einbruch der US-Kupferpreise um über 17 Prozent an der Comex. Marktteilnehmer hatten zuvor mit breiteren Einschränkungen gerechnet.
Trump will am Donnerstag weitere Präsidialerlasse unterzeichnen, um die Zölle auf Produkte aus Ländern zu erhöhen, mit denen keine Handelsabkommen erzielt werden konnten. Die Maßnahme bei Kupfer dürfte vor allem Produzenten in Chile und Peru zugutekommen, die zu den weltweit führenden Exporteuren zählen. Die heimische US-Kupferindustrie, die seit Jahren auf Reformen bei Genehmigungen drängt, profitiert hingegen kaum.
Brasilien trifft es mit einem 50-prozentigen Zoll auf die meisten Warenexporte ebenfalls hart. Ausgenommen bleiben jedoch bestimmte Sektoren wie Flugzeuge, Energieprodukte und Orangensaft. Damit wurde ein befürchtetes Worst-Case-Szenario vermieden. Die neuen Zölle sollen ab dem 6. August gelten. Die brasilianische Regierung zeigte sich erleichtert, da bedeutende Exportbranchen geschont werden.
Südkorea konnte durch ein umfassendes Investitions- und Handelsabkommen eine Reduzierung geplanter Zölle erreichen. Statt 25 Prozent werden nun lediglich 15 Prozent fällig. Teil des Deals ist eine Investitionszusage in Höhe von 350 Milliarden US-Dollar für Projekte in den Vereinigten Staaten, darunter auch Energieimporte im Wert von 100 Milliarden Dollar. Ein wesentlicher Bestandteil ist zudem eine Kooperation zur Wiederbelebung der US-Schiffbauindustrie unter südkoreanischer Führung mit einem Umfang von 150 Milliarden Dollar.
Neben den länderspezifischen Maßnahmen hat Trump auch die sogenannte „de minimis“-Regel abgeschafft. Künftig werden Pakete im Wert von unter 800 Dollar, die außerhalb des internationalen Postsystems in die USA gelangen, mit regulären Zöllen belegt. Diese Maßnahme soll ab dem 29. August in Kraft treten. Zuvor hatte sich Trump insbesondere gegen Sendungen aus China und Hongkong gerichtet.
