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Deutsche Wirtschaft schrumpft stärker als gedacht

Revidierte BIP-Daten zeigen tiefere Rezession und leicht verbesserte Prognose für 2025

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Deutsche Wirtschaft schrumpft stärker als gedacht

Die deutsche Wirtschaft ist in den vergangenen beiden Jahren stärker geschrumpft als bislang angenommen. Das Statistische Bundesamt hat im Zuge der neuen Quartalsschätzung umfassende Revisionen früherer Daten vorgenommen. Demnach sank das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im Jahr 2023 um 0,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Zuvor war nur von einem Rückgang um 0,3 Prozent die Rede. Auch für das Jahr 2024 korrigierten die Statistiker ihre Angaben: Statt eines Rückgangs um 0,2 Prozent ging das BIP nun um 0,5 Prozent zurück.

Die Überarbeitung der Zahlen betrifft die gesamte Zeitreihe ab 2021. Nach Angaben der Behörde wurden neu verfügbare statistische Informationen in die Berechnungen einbezogen. Daraus ergaben sich in den jeweiligen Quartalen Veränderungen von minus 0,7 bis plus 0,6 Prozentpunkten. Während die Konjunktur der Jahre 2023 und 2024 schwächer ausfiel als bislang angenommen, wurde das Wirtschaftswachstum in den beiden Jahren zuvor leicht nach oben korrigiert: Für 2021 stieg das Plus von 3,7 auf 3,9 Prozent, für 2022 von 1,4 auf 1,8 Prozent.

Die revidierten Daten beeinflussen auch die aktuelle Konjunkturprognose. Für das vierte Quartal 2024 wird nun ein leichtes Wachstum von 0,2 Prozent ausgewiesen – statt wie zuvor ein Rückgang. Im ersten Quartal 2025 hingegen fiel das BIP nur noch um 0,3 Prozent, anstelle der ursprünglich gemeldeten 0,4 Prozent. Daraus ergibt sich laut Experten eine leicht verbesserte Ausgangslage für das laufende Jahr. Der sogenannte statistische Überhang erhöhte sich um 0,1 Prozentpunkte.

Trotz dieser leicht positiven Tendenz bleibt die Lage angespannt. Nach Einschätzung mehrerer Fachleute droht Deutschland auch 2025 eine Rezession – es wäre die dritte in Folge. Grund dafür sind unter anderem wirtschaftliche Belastungen durch den Zollkonflikt mit den USA. Zwar wurde kürzlich ein Abkommen mit der Europäischen Union geschlossen, doch US-Zölle von 15 Prozent wirken sich weiterhin negativ auf die deutsche Exportwirtschaft aus.

Wirtschaftsinstitute zeigen sich dennoch vorsichtig optimistisch. Das Geschäftsklima im Verarbeitenden Gewerbe hellt sich auf, staatliche Investitionen sollen die Konjunktur zusätzlich stützen. Der Aufschwung sei nicht abgeblasen, so die Einschätzung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung. Auch andere Experten erwarten ein moderates Wachstum in der zweiten Jahreshälfte.

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