Trump und Xi: Vom Zollkrieg zur fragilen Handelspause
Ein Rückblick auf die Eskalation und die zähen Verhandlungen zwischen den USA und China.

Chinas Staatschef Xi Jinping trifft sich am Donnerstag im Weißen Haus mit US-Präsident Donald Trump zu Gesprächen, die darauf abzielen, eine fragile Handelsruhe auf Kurs zu halten, die im November ausläuft. Anleger und Analysten beobachten die Begegnung genau, auch wenn beide Seiten die Erwartungen an große Durchbrücke gedämpft haben.
Der Handelskonflikt zwischen den beiden größten Volkswirtschaften der Welt hat sich über mehr als anderthalb Jahre hingezogen und war von immer neuen Eskalationsstufen geprägt. Ein Rückblick auf die wichtigsten Momente.
Der Beginn: Zölle und Vergeltung
Im Februar 2025 verhängte Trump als eine seiner ersten Amtshandlungen einen 10-Prozent-Zoll auf chinesische Waren. Als Begründung dienten Bedenken hinsichtlich Fentanyl und Einwanderung. China reagierte umgehend mit Abgaben auf US-amerikanische Kohle, LNG, Rohöl und Autos sowie mit Exportbeschränkungen für fünf Metalle, die für die Verteidigung und die saubere Energieerzeugung von entscheidender Bedeutung sind.
Nur einen Monat später, im März 2025, verdoppelten die USA die fentanylbezogenen Zölle auf China auf 20 Prozent. Peking erwiderte dies mit 10 bis 15 Prozent Abgaben auf US-amerikanische landwirtschaftliche Produkte, wovon Exporte im Wert von 21 Milliarden Dollar betroffen waren.
Der „Liberation Day" und die Eskalationsspirale
Im April 2025 kündigte Trump umfassende „Liberation Day"-Zölle an, darunter 34 Prozent auf China, die ab dem 9. April gelten sollten. China reagierte mit entsprechenden Gegenmaßnahmen, und beide Seiten eskalierte die Situation in rasantem Tempo: Die US-Zölle stiegen auf 84 und dann auf 125 Prozent, Chinas Zölle zogen ebenfalls auf 84 und dann auf 125 Prozent nach. Peking beschränkte zudem die Exporte von Seltenerdmetallen und warnte seine Bürger vor Reisen in die USA.
Erste Entspannung und erneute Spannungen
Im Mai 2025 mündeten Gespräche in Genf in einer 90-tägigen Pause. Die USA senkten ihre Zölle auf chinesische Waren von 145 auf 30 Prozent, während China seine Zölle von 125 auf 10 Prozent reduzierte. Diese Pause wurde im August um weitere 90 Tage verlängert.
Doch bereits im Oktober 2025 weitete China die Kontrollen für Seltenerd-Exporte aus. Trump reagierte mit einem zusätzlichen 100-Prozent-Zoll und Exportkontrollen für kritische Software und drohte gleichzeitig mit Beschränkungen für Boeing-Teile. Später im selben Monat erzielten Trump und Xi nach Gesprächen in Südkorea eine erneute Handelsruhe. Trump stimmte zu, die Zölle zu senken, im Gegenzug dafür, dass Peking den Umgang mit Fentanyl-Vorläufern verschärft, die Sojabohnenkäufe wieder aufnimmt und die Kontrollen für Seltenerd-Exporte aussetzt.
Juristische und diplomatische Wendungen
Im Februar 2026 sprach sich der Oberste Gerichtshof der USA gegen Trumps Notstandszölle aus und kippte die fentanylbezogenen Zölle auf China sowie das reziproke Zollregime. Trump reagierte mit einem temporären globalen 10-Prozent-Zoll auf Basis eines anderen Gesetzes.
Im Mai 2026 besuchte Trump Peking zu einem Gipfeltreffen mit Xi. Beide Seiten kündigten Pläne zur Gründung neuer Handels- und Investitionsräte an, während China den Kauf von Boeing-Jets und US-amerikanischen landwirtschaftlichen Produkten zusagte.
Die jüngste Entwicklung
Im Juli 2026 verhängten die USA neue 12,5-Prozent-Zölle auf Waren aus 60 Handelspartnern, einschließlich China. Grund waren Vorwürfe, diese Länder hätten Importe, die mit Zwangsarbeit hergestellt wurden, nicht eingedämmt.
Nun, im September 2026, ist Trump Gastgeber für Xi im Weißen Haus. Während beide Seiten die Erwartungen an große Durchbrücke gedämpft haben, beobachten Anleger und Analysten gespannt, ob es zu einer Verlängerung der Handelsruhe kommt. Das Treffen könnte richtungsweisend für die weitere Entwicklung der globalen Handelsbeziehungen sein.
