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Trump droht mit neuen Zöllen auf EU-Waren

Deutsche Unternehmen fürchten Preissteigerungen, Lieferkettenprobleme und massive Investitionsrisiken in den USA

2 Min
Trump droht mit neuen Zöllen auf EU-Waren

US-Präsident Donald Trump hat mit der Ankündigung neuer Importzölle auf europäische Produkte einen wirtschaftspolitischen Konflikt mit der Europäischen Union ausgelöst – mit weitreichenden Folgen insbesondere für deutsche Exporteure. Vor allem exportstarke Industrien wie Maschinenbau, Automobil, Chemie und Elektrotechnik wären betroffen. Die Unsicherheit ist groß, da die betroffenen Unternehmen derzeit nicht wissen, ob und wann die Zölle tatsächlich in Kraft treten. Das erschwert die Planung und belastet die wirtschaftliche Stabilität.

Die Frage, wer letztlich die Zölle bezahlt, hängt vom jeweiligen Handelsvertrag ab. Möglich ist, dass der US-Kunde die zusätzlichen Abgaben übernimmt, genauso aber auch der europäische Exporteur. In einigen Fällen übernehmen spezialisierte Dienstleister die Abwicklung der Einfuhr und damit auch die Abgaben. Die Erhebung der Zölle erfolgt über die U.S. Customs and Border Protection, eine Behörde des US-Heimatschutzministeriums.

Für deutsche Firmen mit Tochtergesellschaften oder Kunden in den USA bedeutet die Zollpolitik eine erhebliche Belastung. Christoph Schemionek von der Deutschen Auslandshandelskammer in Washington warnt vor langfristigen Folgen für Investitionsentscheidungen. Viele Unternehmen seien auf stabile Rahmenbedingungen angewiesen und könnten ihre Lieferketten nicht kurzfristig in die USA verlagern. Dirk Jandura, Präsident des Bundesverbands Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen (BGA), spricht gar von einem möglichen wirtschaftlichen Schock.

Auch deutsche Verbraucher könnten die Folgen spüren. Durch die Zölle verteuern sich nicht nur amerikanische Produkte auf dem hiesigen Markt. Auch europäische Waren könnten teurer werden, da gestörte Lieferketten zu indirekten Kostensteigerungen führen. Unternehmen stehen vor der Wahl, ob sie die zusätzlichen Belastungen an ihre Kunden weitergeben oder selbst tragen – beides ist langfristig schwer tragbar. Eine stärkere Nachfrage nach Ersatzprodukten könnte zudem deren Preise steigen lassen, warnt Antje Gerstein vom Handelsverband Deutschland.

Für Trump selbst sind die Zölle ein lukratives Geschäft. Allein im zweiten Quartal beliefen sich die Einnahmen auf rund 64 Milliarden Dollar – ein Anstieg um 47 Milliarden im Vergleich zum Vorjahr. Finanzminister Scott Bessent rechnet bis Jahresende mit mehr als 300 Milliarden Dollar aus dieser Quelle. Damit will Trump unter anderem seine Steuersenkungsversprechen finanzieren, obwohl die Staatsverschuldung der USA bereits deutlich angestiegen ist. Laut US-Finanzministerium hat sie sich seit 2015 nahezu verdoppelt und liegt inzwischen bei rund 36,6 Billionen Dollar.

USAHandelZölleGeldpolitikEuropäische Union

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