USA erzielen Rekord bei Zolleinnahmen
Trump setzt auf höhere Importabgaben – Handelspartner reagieren bislang kaum

Die Zolleinnahmen der Vereinigten Staaten sind im zweiten Quartal 2025 auf ein Rekordhoch gestiegen. Laut Angaben des US-Finanzministeriums beliefen sich die Einnahmen in diesem Zeitraum auf insgesamt 64 Milliarden Dollar – rund 50 Milliarden Dollar mehr als im Vorjahresquartal. Dieser Anstieg ist auf neue und erhöhte Importzölle zurückzuführen, die US-Präsident Donald Trump Anfang April eingeführt hatte.
Die neue Zollregelung sieht pauschale Abgaben von zehn Prozent auf alle Einfuhren vor. Zusätzlich wurden für zahlreiche Länder höhere Einfuhrabgaben und Sonderzölle auf bestimmte Produkte wie Stahl, Aluminium und Fahrzeuge eingeführt. Die Zölle werden bei der Einfuhr in die Vereinigten Staaten erhoben, nicht beim Export aus dem Ursprungsland. Damit sind es meist inländische Importeure – darunter auch große Konzerne oder Privatkunden –, die die Abgaben zahlen.
Fachleute gehen davon aus, dass diese Kosten in der Regel an die Verbraucher weitergegeben werden. Das bedeutet, dass die höheren Preise am Ende beim Endkunden ankommen. Allein im Juni 2025 erzielte der amerikanische Staat Zolleinnahmen in Höhe von 27,2 Milliarden Dollar – ebenfalls ein neuer Monatsrekord. Die gesamten Haushaltseinnahmen des Monats stiegen dadurch auf 526 Milliarden Dollar, was einem Zuwachs von 13 Prozent entspricht. Nach Angaben des Finanzministeriums belaufen sich die täglichen Zolleinnahmen aktuell auf rund 600 Millionen Dollar.
Für das Gesamtjahr rechnet US-Finanzminister Scott Bessent mit einer möglichen Steigerung der Zolleinnahmen auf bis zu 300 Milliarden Dollar. Dafür müssten jedoch die bestehenden Zollsätze deutlich erhöht und auf ein noch breiteres Produktspektrum ausgeweitet werden. Trump hatte zuletzt betont, dass die ab August geltenden höheren Zölle auf Waren aus nahezu allen Handelspartnerländern das „große Geld“ einbringen würden.
Die Reaktionen auf die amerikanische Zollpolitik fallen bislang zurückhaltend aus. Während China und Kanada teilweise Gegenmaßnahmen ergriffen haben, blieben die meisten Handelspartner eher still. Die EU hat geplante Gegenzölle im Umfang von 72 Milliarden Euro mehrfach verschoben und setzt weiter auf Verhandlungen. Die geringe Gegenwehr erklärt sich laut Experten mit der Sorge vor einer Eskalation und den wirtschaftlichen Folgen eines umfassenden Handelskriegs. Viele Regierungen wollen offenbar eine Vergeltungsspirale vermeiden. Trump hingegen habe laut Einschätzung mehrerer Ökonomen die kurzfristigen Vorteile für sich genutzt und setze auf die Trägheit seiner Gegner.
