Trump droht Iran: Zivilisation stirbt ohne Deal bis heute Abend
US-Präsident Trump verschärft seine Drohungen gegen Teheran drastisch – und setzt eine Frist bis 20:00 Uhr Ortszeit.

US-Präsident Donald Trump hat am Dienstag seine Drohungen gegen den Iran auf ein neues Eskalationsniveau gehoben. In einem aggressiven Statement warnte er, dass „heute Abend eine ganze Zivilisation sterben wird", sollte die iranische Führung kein Abkommen unterzeichnen, das die Wiedereröffnung der Straße von Hormus vorsieht. Trump setzte dabei eine konkrete Frist: Dienstag, 20:00 Uhr Ortszeit (ET).
Die Drohung folgt auf eine Nacht militärischer Eskalation. US-Streitkräfte griffen Ziele auf der Insel Charg an – Irans wichtigstem Ölexportterminal –, wie ein Beamter des Weißen Hauses gegenüber dem US-Sender CNBC bestätigte. Vizepräsident JD Vance erklärte am Dienstagmorgen in Ungarn, dass diese Angriffe im Einklang mit Trumps Militärstrategie und der gesetzten Frist stünden.
Trump brüstete sich damit, dass Irans Militär „ausgelöscht" worden sei. Gleichzeitig räumte er jedoch ein, dass der Iran weiterhin den Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus kontrolliere – ein entscheidendes Druckmittel, das Teheran bislang nicht aus der Hand gegeben hat.
Historischer Ölversorgungsschock durch Blockade
Der Hintergrund der Krise reicht zurück bis Ende Februar: Seit die USA und Israel den Krieg gegen den Iran begannen, blockiert Teheran den Großteil des Öltransits durch die Straße von Hormus. Diese strategische Wasserstraße ist eine der wichtigsten Energierouten der Welt – rund 20 Prozent des global gehandelten Öls passieren sie normalerweise. Die Schließung hat laut CNBC zu einem historischen Ölversorgungsschock geführt und die weltweiten Energiepreise rasch in die Höhe getrieben.
Auf einer Pressekonferenz im Weißen Haus am Montag präzisierte Trump seine Bedingungen: Der Iran müsse einem „Abkommen zustimmen, das für mich akzeptabel ist". Teil dieses Abkommens sei der freie Verkehr von Öl und anderen Gütern durch die Meerenge. Trump kritisierte zudem Überlegungen des Irans, Gebühren für die Durchfahrt zu erheben, und signalisierte stattdessen Interesse daran, dass die USA dort eigene Gebühren einführen könnten.
In einem aggressiven Social-Media-Post am Ostersonntag hatte Trump bereits gedroht, Irans Brücken und Kraftwerke bis Dienstagabend zu zerstören. Seine Worte an Teheran: „Macht die verdammte Meerenge auf, ihr verrückten Bastarde, oder ihr werdet in der Hölle leben."
Waffenstillstandsgespräche gescheitert
Berichten zufolge diskutierten die USA, der Iran und regionale Vermittler im Nahen Osten über einen Vorschlag für einen 45-tägigen Waffenstillstand – als letzten Versuch, das Verstreichen der Frist zu verhindern. Doch ein Beamter des Weißen Hauses erklärte am Montagmorgen gegenüber CNBC, dass Trump diese Idee nicht unterstützt habe. Der Iran seinerseits lehnte einen vorübergehenden Waffenstillstand ausdrücklich ab und forderte stattdessen ein Abkommen zur dauerhaften Beendigung des Krieges.
Trump argumentierte zudem, dass das iranische Volk die US-Militäroperationen begrüße, selbst wenn es dadurch in Gefahr gerate – da die Bevölkerung unter einem repressiven Regime in einer „gewalttätigen, schrecklichen Welt" gelebt habe. Er behauptete ferner, dass das neue iranische Führungspersonal, das die im Krieg getöteten Spitzenfunktionäre ersetzt hat, vernünftiger und weniger radikal sei.
JPMorgan warnt vor Fehleinschätzung
Nicht alle Analysten teilen Trumps Einschätzung. Die Experten von JPMorgan Research warnten am Montag in einer Mitteilung an Kunden, dass der Konflikt die Revolutionsgarden gestärkt habe. Die Strategie des Irans basiere demnach darauf, seine Gegner eher zu überdauern als militärisch zu übertrumpfen – eine Einschätzung, die Trumps optimistisches Bild von einem schnellen Deal erheblich in Frage stellt.
Für deutsche Anleger und Energieverbraucher bleibt die Lage angespannt: Eine weitere Eskalation im Persischen Golf könnte die Energiepreise weltweit weiter treiben und die ohnehin fragile globale Konjunktur zusätzlich belasten.
