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Iran lehnt Waffenstillstand ab – Ölpreise steigen stark

Teheran weist US-Vorschlag für 45-tägige Feuerpause zurück. Trump droht mit Angriffen auf iranische Infrastruktur bis Dienstagabend.

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Iran lehnt Waffenstillstand ab – Ölpreise steigen stark

Iran hat einen Waffenstillstandsvorschlag der USA und regionaler Vermittler abgelehnt. Das Angebot sah eine 45-tägige Einstellung der Feindseligkeiten im Austausch für die Öffnung der Straße von Hormus vor – einer der wichtigsten Schifffahrtsrouten der Welt für den globalen Ölhandel.

US-Präsident Donald Trump reagierte mit einer klaren Drohung: Falls bis Dienstagabend (Eastern Time) keine Einigung zur Wiedereröffnung der Meerenge erzielt werde, würden die USA iranische Kraftwerke und Brücken angreifen. Die ursprüngliche Frist war ursprünglich auf den 23. März angesetzt worden, doch Trump hat den Termin seither bereits mehrfach verschoben.

Ölpreise auf höchstem Stand seit 2022

Die Eskalation des Konflikts treibt die Energiepreise spürbar nach oben. Die Brent-Rohöl-Futures für die Lieferung im Juni stiegen um 0,7 Prozent auf 109,77 US-Dollar pro Barrel. Die US-Referenzsorte West Texas Intermediate (WTI) für die Lieferung im Mai legte um 0,8 Prozent zu und schloss bei 112,41 US-Dollar pro Barrel – dem höchsten Schlusskurs seit Juni 2022.

Die Straße von Hormus gilt als neuralgischer Punkt der globalen Energieversorgung. Durch diese Meerenge zwischen Iran und Oman wird ein erheblicher Teil des weltweiten Öl- und Flüssiggasexports transportiert. Eine anhaltende Blockade hätte weitreichende Folgen für die Energieversorgung Europas und Asiens.

Jamie Dimon warnt vor Inflation und Zinsanstieg

JPMorgan-Chase-Chef Jamie Dimon schlägt angesichts der Lage Alarm. In seinem jährlichen Aktionärsbrief warnte der Vorstandsvorsitzende der größten US-Bank vor einer höheren Inflation als Folge des Krieges im Iran. Er sieht das Risiko weiterer Öl- und Rohstoffpreisschocks in den kommenden Monaten, was dazu führen könnte, dass „die Zinsen steigen und die Vermögenspreise fallen".

Dimon äußerte sich darüber hinaus besorgt über die privaten Kreditmärkte. Er merkte an, dass die meisten Arten von Hochrisikokrediten in einem wirtschaftlichen Abschwung stärker als erwartet getroffen würden. Diese Warnung richtet sich an Investoren, die in den vergangenen Jahren verstärkt auf sogenannte Private-Credit-Produkte gesetzt haben.

Für deutsche Anleger sind diese Entwicklungen von unmittelbarer Relevanz. Steigende Ölpreise belasten energieintensive Unternehmen und könnten die Inflation in der Eurozone erneut anheizen – zu einem Zeitpunkt, an dem die Europäische Zentralbank (EZB) ihren geldpolitischen Kurs noch nicht vollständig normalisiert hat. Gleichzeitig erhöhen steigende Zinsen den Druck auf Anleihen und Aktienbewertungen weltweit.

Die Situation bleibt angespannt. Ob Trump seine Drohung wahrmacht oder die Frist erneut verschiebt, dürfte die Märkte in den kommenden Tagen maßgeblich bewegen.

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