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Traum-Weltreise geplatzt: Passagiere der Odyssey stranden in Kambodscha

Steigende Treibstoffpreise zwingen Villa Vie Residences zur Aufgabe – viele Passagiere sitzen in Kambodscha fest.

• 2 Min
Traum-Weltreise geplatzt: Passagiere der Odyssey stranden in Kambodscha

Für viele Passagiere der „Odyssey" sollte es die Reise ihres Lebens werden. Für weniger als 100.000 Dollar hatten sie Kabinen an Bord des 195,6 Meter langen Kreuzfahrtschiffs gebucht und waren an Bord gegangen – in der Erwartung, eine jahrelange Weltumsegelung anzutreten. Nun sitzen viele von ihnen nach dem abrupten Abbruch der Reise in einer kambodschanischen Hafenstadt fest.

Der Schiffseigner, die im US-Bundesstaat Florida ansässige Villa Vie Residences, begründete den Abbruch mit steigenden Treibstoffpreisen. Die „Odyssey" war im Oktober 2024 in Belfast in Nordirland zu Kurs gegangen und hatte Station in mehr als 60 Ländern gemacht. Versprochen worden war den Passagieren eine Reise ihres Lebens – für viele endet sie nun weit vor dem geplanten Ziel.

An Bord erwartete die Passagiere – darunter viele amerikanische Rentner und Remote Worker – ein umfangreiches Freizeitangebot. Dazu zählten ein Pool, ein Pickleball-Platz, ein Theater, mehrere Bars sowie ein Fitnessraum mit Yoga- und weiteren Kursen. Auch die medizinische Versorgung war organisiert: Ein Arzt und zwei Krankenschwestern gehörten zur rund 150-köpfigen Besatzung.

Treibstoffpreise als Knackpunkt

Der Konflikt im Iran habe die Preise für Schifffahrtskraftstoffe in die Höhe getrieben, sagte der Kapitän der „Odyssey" in einer deutschen Dokumentation, die im August ausgestrahlt wurde. In der Folge habe das Schiff Schwierigkeiten gehabt, ausreichend Treibstoff zu bezahlen oder teilweise sogar zu beschaffen. Der Treibstoff wurde damit zum entscheidenden Faktor, der die Fortsetzung der Reise unmöglich machte.

Der Fall zeigt, wie stark geopolitische Spannungen auf die Betriebskosten der Schifffahrt durchschlagen. Treibstoff gehört für Kreuzfahrt- und Frachtschiffe zu den größten Kostenblöcken. Steigt der Preis, geraten Betreiber mit knappen Margen schnell unter Druck – besonders dann, wenn sie langfristige Reisepakete zu festen Preisen verkauft haben. Genau diese Kombination aus festen Einnahmen und steigenden variablen Kosten wird für Villa Vie Residences zum Problem.

Ein Geschäftsmodell mit langfristiger Bindung

Das Geschäftsmodell von Villa Vie Residences setzt darauf, Kunden dauerhaft an Bord zu binden. Statt einzelner Kreuzfahrten verkauft das Unternehmen Wohnen auf See – ein Konzept, das vor allem bei Rentnern und ortsunabhängigen Arbeitnehmern Anklang findet. Die Passagiere zahlen einmalig weniger als 100.000 Dollar und erhalten dafür eine Kabine für eine mehrjährige Weltreise. Viele von ihnen hatten zuvor alles verkauft, um dauerhaft auf dem Schiff zu leben.

Für die Betroffenen bedeutet der Abbruch nun eine ungewisse Zukunft. Sie befinden sich in einer kambodschanischen Hafenstadt, weit entfernt von ihren ursprünglichen Plänen. Wie es für Schiff und Passagiere weitergeht, ist offen.

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