SpaceX: Keine S&P 500 Aufnahme vor Juni 2027 wegen Verlusten
Der Raketen- und KI-Riese erfüllt den Profitabilitätstest des Index nicht – eine Aufnahme könnte sich weiter verzögern.

Der Raketen- und KI-Konzern SpaceX wird voraussichtlich nicht vor Juni 2027 in den S&P 500 aufgenommen – und die anhaltenden Verluste könnten eine Aufnahme sogar noch länger hinauszögern. Während der Nasdaq-100 den Konzern innerhalb eines Monats nach seinem Börsengang aufnahm, verlangt der S&P 500 etwas, das SpaceX als börsennotiertes Unternehmen bislang noch nicht hervorgebracht hat: Gewinne.
Konkret scheitert SpaceX an einem zentralen Kriterium des Index. Der Nettoverlust im zweiten Quartal in Höhe von 541 Millionen Dollar erfüllt nicht den Profitabilitätstest des S&P 500. Dieser verlangt positive GAAP-Gewinne im jüngsten Quartal sowie in den vier vorangegangenen Quartalen zusammengerechnet. Solange diese Bedingung nicht erfüllt ist, bleibt dem Unternehmen der Weg in den wichtigsten US-Leitindex versperrt.
Die S&P-Regeländerung vom 4. Juni
Bereits am 4. Juni hatten die S&P Dow Jones Indices beschlossen, die Aufnahme von Megacap-IPOs in den S&P 500 zu beschleunigen. Der sogenannte Fast-Track soll großen Neuemissionen den Zugang erleichtern. Entscheidend dabei: Die bestehende 12-monatige Haltedauer – die sogenannte Seasoning Period – bleibt unverändert bestehen. Diese Wartefrist von zwölf Monaten nach dem Börsengang ist der Grund, warum eine Aufnahme vor Juni 2027 überhaupt nicht möglich ist.
Für deutsche Anleger ist das insofern relevant, als der S&P 500 als Referenzindex für viele ETFs und Fonds dient. Eine Aufnahme eines Unternehmens in den Index führt typischerweise dazu, dass indexnachbildende Fonds die Aktie kaufen müssen. Umgekehrt bedeutet eine verzögerte Aufnahme, dass dieser automatische Nachfrageeffekt zunächst ausbleibt – ein Faktor, den Anleger bei der Bewertung von Neuemissionen im Blick behalten sollten.
Der Float-Test dürfte sich von selbst lösen
Neben der Profitabilität spielt auch der sogenannte Float-Test eine Rolle, der den frei handelbaren Anteil der Aktien misst. Hier zeichnet sich jedoch eine Lösung ab: Etwa 328 Millionen weitere gesperrte Aktien werden am 24. September handelbar. Dieser Schritt ist Teil eines Zeitplans, der den Float-Test des Index voraussichtlich von selbst lösen wird.
Damit rückt das eigentliche Hindernis klar in den Fokus: die fehlende Profitabilität. Der S&P 500 verlangt nachweisliche GAAP-Gewinne über einen längeren Zeitraum, nicht nur einen einzelnen guten Quartalsabschluss. Ein Unternehmen, das Verluste schreibt, erfüllt diese Hürde unabhängig von seiner Größe oder seinem Börsenwert nicht.
Die Kombination aus 12-monatiger Haltedauer und Profitabilitätstest macht deutlich, warum die Aufnahme in den S&P 500 für SpaceX ein langfristiges Projekt ist. Selbst wenn das Unternehmen in den kommenden Quartalen die Gewinnschwelle erreichen sollte, bleibt der Zeitplan anspruchsvoll. Für Investoren bedeutet das: Der erwartete Indexeffekt – und die damit verbundenen automatischen Fondskäufe – lässt weiter auf sich warten. Die Nasdaq-100-Aufnahme zeigt, dass SpaceX für wachstumsorientierte Indizes attraktiv ist. Der S&P 500 hingegen bleibt strenger und gewinnorientierter – ein Unterschied, der für die Kursentwicklung nach dem Börsengang von Bedeutung sein dürfte.
