ANZEIGE

Snowflake auf Allzeithoch: KI-Workloads treiben Wachstum an

Die Aktie des Datencloud-Spezialisten Snowflake steigt um über 20 Prozent und nähert sich alten Höchstständen.

3 Min
Snowflake auf Allzeithoch: KI-Workloads treiben Wachstum an

Die Aktie von Snowflake befindet sich auf dem Vormarsch. Nach der Veröffentlichung der jüngsten Quartalszahlen legte der Kurs des Datencloud-Spezialisten um mehr als 20 Prozent zu und erreichte damit 52-Wochen-Hochs. Das Papier nähert sich sogar den Allzeithochs aus dem Jahr 2021. Grund für den Kurssprung ist ein starkes Quartal, das die Erwartungen der Analysten deutlich übertroffen hat.

Im Gespräch mit dem „Motley Fool Hidden Gems Investing“-Podcast analysierten die Motley-Fool-Mitwirkenden Jon Quast, Matt Frankel und Lou Whiteman die Entwicklung. Das Umsatzwachstum lag mit 37 Prozent über den prognostizierten 35 Prozent. Zudem wurde das Ergebnis je Aktie (Bottom Line) zum fünften Quartal in Folge übertroffen. Die Nettoumsatzretentionsrate betrug beachtliche 126 Prozent, was bedeutet, dass bestehende Kunden im Laufe der Zeit immer mehr ausgeben.

KI als Wachstumstreiber

Ein wesentlicher Treiber der Beschleunigung ist Künstliche Intelligenz. Das Management von Snowflake gab an, dass KI-Workloads etwa die Hälfte des Wachstumsbeschleunigungseffekts ausmachten. „KI-Modelle gedeihen von Daten. Das ist einfach die Grundlage für all diese Modelle“, erklärte Lou Whiteman. Der Kernzweck von Snowflake bestehe darin, Daten zugänglich zu machen, zu organisieren und für Menschen sowie KI-Systeme verfügbar zu machen.

Besonders bemerkenswert ist die Entwicklung des verbrauchsorientierten Geschäftsmodells. Während dieses Modell in der Vergangenheit für Kritik sorgte, da Unternehmen statt einer massiven Pauschalgebühr nur bei Bedarf zahlten, erweist es sich nun als Vorteil. „Plötzlich kommen KI-Workloads hinzu, und das verbrauchsorientierte Modell hilft ihnen wirklich“, so Whiteman.

Beschleunigung und Margenverbesserung

Matt Frankel hob hervor, dass der diesmalige Kurssprung nicht nur auf das Übertreffen der Erwartungen zurückzuführen sei. „In den letzten drei Quartalen ist das Wachstum der Umsatzerlöse von 30 Prozent auf 34 Prozent und dann auf 37 Prozent gestiegen, allesamt über den Erwartungen.“ Die Q3-Guidance deute sogar auf eine weitere Beschleunigung hin. Gleichzeitig verbesserten sich die Margen: Die bereinigte operative Marge stieg von 11 Prozent vor einem Jahr auf aktuell etwas mehr als 15 Prozent.

Die Guidance für das Geschäftsjahr 2027 wurde aggressiv angehoben: Snowflake prognostiziert nun ein Umsatzwachstum von 36 Prozent. „Alles läuft auf Zylinder“, kommentierte Lou Whiteman.

Risiken für Anleger

Trotz der positiven Entwicklung wiesen die Analysten auf einige Risiken hin. Die Bewertung ist ambitioniert: Snowflake handelt mit etwa dem 20-fachen der erwarteten Verkäufe und etwa dem 80-fachen des Free Cash Flow. Zudem bleibt die aktienbasierte Vergütung ein Thema. Diese liegt bei fast 30 Prozent des Umsatzes, wenngleich sie von 39 Prozent im Vorjahr gesunken ist. Die Aktien wurden im vergangenen Jahr um mehr als vier Prozent verwässert.

Ein weiterer Punkt ist die Entwicklung der Bruttomargen. Das Unternehmen warnte vor einem Druck auf die Bruttomargen und senkte die Guidance um 100 Basispunkte. Allerdings liegt die Prognose weiterhin bei soliden 74 Prozent.

Ausblick und KI-Effizienz

Die größere Frage für die Zukunft ist, ob der KI-Boom nachhaltig ist. „Wir befinden uns im Explorationsmodus für KI, und wir scheinen uns in einen KI-Effizienzmodus zu bewegen“, gab Whiteman zu bedenken. Sollten KI-Volumina künftig intelligenter statt größer werden, könnte das verbrauchsorientierte Modell wieder an Dynamik verlieren. „Vieles vom Status Quo, der weiterhin anhält und von hier aus weiter steigt, ist in dieser Bewertung eingepreist, sodass jedes kleine Zucken Probleme verursachen könnte.“

Dennoch bleibt Snowflake ein Unternehmen mit starken Fundamentaldaten. Die Kombination aus beschleunigendem Umsatzwachstum, verbesserten Margen und der strategischen Positionierung im KI-Bereich macht die Aktie für viele Anleger attraktiv – auch wenn die Bewertung weiterhin kritisch betrachtet werden sollte.

SnowflakeAktieAllzeithochKIUmsatzwachstumDatencloudQuartalszahlenBewertung

Meistgelesene News

  1. Frankfurter Erbpacht-Schock: 1.900 Prozent mehr für Hausbesitzer
  2. BlackRock-Strategin warnt: Fed-Zinsentscheidung ist nicht die entscheidende Frage
  3. Warsteiner verliert Motel One und Sauerland-Stern als Kunden
  4. Warsteiner Brauerei kämpft mit Krise und Absatzproblemen
  5. Fed-Zinsentscheidung: Märkte zwischen Inflationsdruck und Stabilisierung

Disclaimer