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Shell verdoppelt Gewinn: Aktienrückkauf auf fünf Milliarden Dollar erhöht

Der Ölkonzern profitiert von Rekordmargen in der Raffinerie und stockt sein Aktienrückkaufprogramm deutlich auf.

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Shell verdoppelt Gewinn: Aktienrückkauf auf fünf Milliarden Dollar erhöht

Shell hat im dritten Quartal einen bereinigten Gewinn von 10,81 Milliarden Dollar erzielt und damit die Erwartungen der Analysten übertroffen. Im Vorjahreszeitraum lag der Wert noch bei 5,43 Milliarden Dollar. Es ist der höchste Quartalsgewinn des Konzerns seit 2022. Die Zahlen wurden am Donnerstag mitgeteilt.

Als Reaktion auf die starke Entwicklung stockt Shell sein laufendes Aktienrückkaufprogramm auf. Statt der ursprünglich geplanten drei Milliarden Dollar will der Konzern nun fünf Milliarden Dollar in den Rückkauf eigener Aktien stecken. Für Anleger ist das ein wichtiges Signal, denn Aktienrückkäufe reduzieren die Zahl der ausstehenden Papiere und können den Gewinn je Aktie steigen lassen.

Raffineriemargen auf Rekordniveau

Der Treiber hinter dem Ergebnis ist vor allem das Geschäft mit der Rohölverarbeitung zu Kraftstoffen. Die Raffineriemarge sprang auf 42 Dollar pro Barrel. Im Vorjahr lag sie bei lediglich 11,6 Dollar pro Barrel, im Vorquartal bei 24 Dollar pro Barrel. Damit hat sich die Marge gegenüber dem Vorjahr mehr als verdreifacht.

Auch die übrigen Geschäftsbereiche entwickelten sich besser als erwartet. Die Sparte integriertes Gas steuerte einen Gewinn von 3,04 Milliarden Dollar bei, das Upstream-Geschäft mit der Förderung von Rohöl und Erdgas trug 3,19 Milliarden Dollar zum Ergebnis bei. Nach Angaben des Konzerns übertrafen alle Geschäftsbereiche die Erwartungen.

Konzernchef Wael Sawan führte die Entwicklung auf die operative Stärke des Unternehmens zurück. "Der unermüdliche Fokus von Shell auf die operative Leistung hat in einem Quartal mit anhaltenden schweren Störungen des globalen Energiesystems zu sehr starken Ergebnissen geführt", sagte Sawan.

Profiteur der Energiemarkt-Turbulenzen

Hintergrund der außergewöhnlich hohen Margen sind Turbulenzen an den Energiemärkten, die durch den Iran-Krieg ausgelöst wurden. Der Konflikt dauert seit neun Monaten an und hat die Versorgungslage und die Preise an den Rohölmärkten erheblich beeinflusst. Shell zählt damit zu den Profiteuren dieser Entwicklung.

Für Privatanleger lohnt sich ein differenzierter Blick auf solche Sondergewinne. Raffineriemargen sind stark zyklisch und schwanken je nach Marktlage erheblich — das zeigt der Vergleich zwischen 11,6 Dollar im Vorjahr und 42 Dollar im aktuellen Quartal deutlich. Ein einzelnes Rekordquartal lässt daher nur begrenzt Rückschlüsse auf die künftige Ertragskraft zu.

Entscheidend ist, wie nachhaltig die operative Leistung ist, wenn sich die Marktlage wieder normalisiert. Der aufgestockte Aktienrückkauf zeigt, dass Shell derzeit über reichlich freie Mittel verfügt und diese an die Aktionäre zurückgibt. Ob dieser Kurs beibehalten werden kann, hängt maßgeblich von der weiteren Entwicklung der Energiemärkte und der Dauer der aktuellen Turbulenzen ab.

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