Scandium Canada entdeckt neue Ferrosyenit-Zone östlich der TG-Lagerstätte
Sechs Bohrungen bestätigen über 500 Meter Ferrosyenit in einer bisher ungetesteten magnetischen Anomalie am Crater-Lake-Projekt in Nunavik.

Scandium Canada Ltd. (TSXV: SCD) hat am 14. Oktober 2026 die Entdeckung einer neuen Zone aus Ferrosyenit am Crater Lake Scandium-Projekt in Nunavik, Québec, bekannt gegeben. Die als "East Zone" bezeichnete Struktur liegt östlich der bekannten TG-Lagerstätte und damit in einem Bereich, der zuvor nicht bebohrt worden war. Sechs Bohrungen bestätigten das Vorkommen des Gesteins über einen 500 Meter langen Abschnitt.
Das Entscheidende daran ist die Gesteinsart: Ferrosyenit ist dieselbe Lithologie, die auch die aktuelle Ressourcenschätzung der TG-Lagerstätte (MRE 2025) trägt. Nach Angaben des Unternehmens durchschnitten die Bohrungen diesen Ferrosyenit über beträchtliche Mächtigkeiten und wiesen dieselbe lithologische Signatur auf wie die beprobten Bohrungen der TG-Lagerstätte. Analysenergebnisse für die sechs Bohrungen stehen allerdings noch aus.
Die neue Zone liegt weniger als 150 Meter östlich der TG-Lagerstätte und befindet sich innerhalb des aktuellen Grubenentwurfs für 2025. Konkret liegen die Bohrungen 146 Meter östlich der TG-Lagerstätte. Damit rückt ein Areal in den Fokus, das planerisch unmittelbar an die bestehende Ressource anschließt.
Die Details
Der Korridor magnetischer Anomalien, in dem die Bohrungen niedergebracht wurden, hat eine Gesamtlänge von über 750 Metern. Getestet wurde bislang ein 500 Meter langer Abschnitt. Identifiziert wurde die Anomalie über die historischen Luft- und Boden-MAG-Umfragen des Unternehmens und anschließend mit einer neu erworbenen hochauflösenden Drohnen-MAG-Umfrage definiert.
Bemerkenswert ist die Entstehungsgeschichte des Bohrprogramms. Ursprünglich waren die Bohrungen zu einem anderen Zweck konzipiert: Sie sollten die TG-Lagerstätte in der Tiefe unterhalb des aktuellen MRE-2025-Blockmodells testen. Später wurden sie umgeplant, um einen 500 Meter langen Abschnitt des 750 Meter langen MAG-Anomaliekorridors parallel zur TG-Lagerstätte zu durchbohren, der im bestehenden 2025-Grubenentwurf enthalten ist. Der erste dieser Bohrlöcher durchschnitt eine bis dahin unbekannte Zone aus Ferrosyenit.
Insgesamt haben sechs Bohrungen die Zone nahe der Oberfläche systematisch durchschnitten. Zusammen umreißen sie eine Ferrosyenit-Hülle von mehr als 500 Metern Länge über die 750 Meter lange magnetische Anomalie der East Zone, die nach Unternehmensangaben in alle Richtungen offen bleibt.
Das Unternehmen schränkt die Aussagekraft der Meldung ausdrücklich ein. Die Beschreibung der Lithologien basiert auf visuellen Beobachtungen des Bohrkerns. Visuelle Beobachtungen ersetzen keine Laboranalysen, und die Scandium-Gehalte sind erst bekannt, wenn die Analysenergebnisse eingehen und validiert sind. Zudem repräsentiert die Bohrlochkernlänge einen berichteten signifikanten Bohrlochdurchschnitt und kein berechnetes wahres Mächtigkeitsintervall; die wahre Mächtigkeit der Zonen muss noch bestimmt werden.
"Wir sind sehr begeistert von dieser Entdeckung, die das breitere Potenzial des Crater Lake-Grundstücks über unsere ursprünglichen Explorationsziele hinaus unterstreicht", sagte Simon Thibault, President and CEO von Scandium Canada und President von Scalium+. Dank der Arbeit des Geologen, während man sich auf eine aktualisierte Mineral Resource Estimate bis Ende 2026 zubewege, stärke das Unternehmen weiterhin die Grundlage seines strategisch wichtigen Assets. Crater Lake stehe im Mittelpunkt der Market-to-Mine-Strategie und positioniere Scalium+ mit einer sicheren, langfristigen Quelle an Scandiumoxid zur Unterstützung der laufenden Kommerzialisierung fortschrittlicher Aluminium-Scandium-Legierungen.
Die wissenschaftlichen und technischen Informationen der Mitteilung wurden von Eric Kinnan, P. Geo. (OGQ Nr. 00788), einem unabhängigen beratenden Geologen und einer qualifizierten Person gemäß National Instrument 43-101 – Standards of Disclosure for Mineral Projects, überprüft und genehmigt.
Hintergrund: Was bisher geschah
Bereits am 25.07.2026 berichtete aktien.news über Scandium als seltenes Metall mit enormem industriellen Potenzial. Damals stand im Mittelpunkt, dass das Metall im Alltag kaum eine Rolle spielt, in der Bergbau- und Technologiebranche jedoch zunehmend Aufmerksamkeit auf sich zieht und dass selbst unter Investoren und Rohstoffinteressierten die spezifischen Eigenschaften und Anwendungsgebiete wenig verbreitet sind. Das Fachmagazin "The Northern Miner" widmete Scandium einen eigenen Beitrag und beschrieb das Element als einen Stoff, der trotz vergleichsweise geringer Bekanntheit eine bemerkenswerte Rolle spielen kann.
Aus dem weiteren Umfeld der kanadischen Juniorexplorer berichtete aktien.news mehrfach über SAGA Metals und dessen Radar-Projekt nahe Cartwright in Labrador. Am 11.06.2026 ging es um neue Analyseergebnisse aus den Diamantbohrlöchern der Zone Trapper South, am 07.10.2026 um 495,6 Meter Titan-Vanadium-Eisen aus sechs Bohrlöchern und am 08.10.2026 um 495,6 Meter Oxidmineralisation im Radar-Projekt. Diese Berichte zeigen, wie eng der Nachrichtenfluss im kanadischen Junior-Bergbau ist – und wie stark einzelne Bohrergebnisse die Wahrnehmung eines Projekts prägen.
Was das für Anleger bedeutet
Für deutsche Privatanleger ist die Meldung ein Zwischenschritt, kein Ergebnis. Positiv ist die Nähe der neuen Zone zur bestehenden TG-Lagerstätte: Weniger als 150 Meter Abstand und die Lage innerhalb des aktuellen Grubenentwurfs für 2025 bedeuten, dass eine potenzielle Erweiterung planerisch an die bestehende Struktur andocken könnte. Auch die Tatsache, dass dieselbe Gesteinsart gefunden wurde, die die aktuelle Ressource trägt, ist ein geologisches Argument.
Entscheidend sind jedoch die ausstehenden Analysen. Bis die Scandium-Gehalte gemeldet und validiert sind, sagt die Meldung nichts über die Wirtschaftlichkeit der Zone aus. Anleger sollten die visuellen Bohrkernbeobachtungen nicht mit Laborwerten verwechseln – das Unternehmen selbst weist ausdrücklich darauf hin. Hinzu kommt, dass die wahre Mächtigkeit der Zonen noch bestimmt werden muss.
Einzuordnen ist die Meldung auch vor dem Hintergrund der Unternehmensstrategie. Scandium Canada beschreibt sich als Unternehmen für kritische fortschrittliche Materialien, das Nordamerikas einzige vertikal integrierte Primärquelle für Scandium entwickelt – vom Crater Lake-Projekt in Nunavik bis hin zu Aluminium-Scandium-Legierungsprodukten. Über die vollständig im Eigentum befindliche Vermarktungs-Tochtergesellschaft Scalium+ bringt das Unternehmen proprietäre, patentangemeldete Al-Sc-Legierungen und die Skalium-Linie von Legierungen und Technologien auf den Markt. Diese Dual-Engine-Strategie verbindet Bergbauprojekt und Produktvermarktung.
Ausblick
Der nächste konkrete Schritt ist der Eingang der Analysenergebnisse für die sechs Bohrungen. Die Scandium-Gehalte werden nach Unternehmensangaben gemeldet, sobald die Ergebnisse eingehen und validiert sind. Parallel arbeitet das Unternehmen nach eigenen Angaben auf eine aktualisierte Mineral Resource Estimate bis Ende 2026 zu. Ob und in welchem Umfang die neue East Zone in diese Aktualisierung einfließt, geht aus der Mitteilung nicht hervor.
Kurz erklärt
- Ferrosyenit: Ein magmatisches Gestein, das in diesem Projekt dieselbe Gesteinsart stellt wie die bestehende Ressource.
- Magnetische Anomalie: Ein Bereich mit abweichenden magnetischen Messwerten, der auf mögliche Gesteinsvorkommen im Untergrund hindeutet.
- Mineral Resource Estimate (MRE): Eine nach festgelegten Standards erstellte Schätzung der im Boden vermuteten Mineralmenge.
- Qualifizierte Person: Ein nach kanadischem Bergbaurecht anerkannter Fachgeologe, der technische Angaben eines Unternehmens prüft und freigibt.
