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Savannah Resources nimmt 30 Mio. Dollar für Lithiumprojekt Barroso auf

Savannah Resources sammelt 30 Mio. Dollar für Europas größtes Lithiumprojekt in Portugal ein.

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Savannah Resources nimmt 30 Mio. Dollar für Lithiumprojekt Barroso auf

Savannah Resources (LON: SAV) hat 30 Millionen US-Dollar eingesammelt, um sein Barroso-Lithiumprojekt in Portugal voranzutreiben. Die Mittel fließen in Ingenieurleistungen, Genehmigungsverfahren und frühe Entwicklungsarbeiten. Das an der Londoner Börse notierte Unternehmen begab dafür 408 Millionen Aktien zu je 0,055 Pfund.

Parallel dazu schloss Savannah Zeichnungsvereinbarungen mit institutionellen und privaten Anlegern ab, darunter vier der größten Aktionäre, um weitere 11,2 Millionen US-Dollar aufzubringen. Zusammen mit dem bestehenden Cash-Bestand von 15,5 Millionen US-Dollar ergibt sich eine solide Finanzierungsbasis für die nächsten Projektphasen.

Die Details

Die frischen Mittel sind für mehrere konkrete Arbeitspakete vorgesehen. Savannah wird damit Frühphasenarbeiten finanzieren, darunter die Beschaffung von Vendor-Daten, die Erstellung von Fabrication Notices für langfristige Liefergegenstände sowie Erdarbeiten im Vorfeld des Straßenbaus. Parallel dazu sollen bedingte Engineering-, Procurement- und Managementverträge sowie Verträge für großflächige Erdbewegungen vergeben werden.

Die Front-End-Engineering-Designs (FEED) für die Aufbereitungsanlage und die Infrastruktur werden fortgeführt. Savannah plant zudem, die Mittel für die Projektfinanzierung, Umweltverträglichkeitsprüfungen, Anträge auf industrielle Genehmigungen sowie für Entwurfsvorlagen für Umgehungsstraßen einzusetzen. Geotechnische und Ressourcenuntersuchungen stehen ebenfalls auf dem Programm.

Weitere Ausgabenposten sind Landnutzungsrechte, Gemeinschaftsinitiativen, allgemeine Verwaltungskosten sowie zusätzliches Working Capital. Die neue Finanzierung verschafft Savannah das Kapital, um Barroso nach Abschluss einer definitiven Machbarkeitsstudie in Phase eins (DFS) im Juli weiter in Richtung Bauvorhaben zu führen.

Die DFS in Phase eins sah eine 14-jährige Betriebsphase vor. In dieser Zeit sollen durchschnittlich 183.000 Tonnen Spodumenkonzentrat mit einem Lithiumoxid-Gehalt von 5,5 Prozent pro Jahr produziert werden. Über die initiale Bergbaulebensdauer hinweg könnte Barroso 3,2 Milliarden US-Dollar an EBITDA und 1,9 Milliarden US-Dollar an freiem Cashflow generieren, basierend auf einem durchschnittlichen Verkaufspreis von 1.788 US-Dollar pro Tonne. Der berechnete Net Present Value nach Steuern belief sich auf 913 Millionen US-Dollar.

Diese Prognosen bleiben abhängig von den Annahmen der DFS, einschließlich der Lithiumpreise, der Projektfinanzierung, der Genehmigungsverfahren sowie des Erfolgs von Savannah bei der Realisierung des Projekts vom Bau bis zur Produktion.

Hintergrund: Was bisher geschah

Bereits am 15.08.2026 berichtete aktien.news, dass Savannah Resources sich neue Unterstützung lokaler Landbesitzer im Norden Portugals für das Lithiumprojekt Barroso gesichert hatte. Konkret handelte es sich um drei Vereinbarungen zur Vorteilsbeteiligung mit sogenannten „Baldios" – gemeinschaftlichen Landverwaltern in der Nähe des Barroso-Gebiets. Das Projekt galt damals bereits als das größte seiner Art in Europa und war mit erheblichem Widerstand aus der Bevölkerung konfrontiert.

Am 29.06.2026 hatte aktien.news darüber berichtet, dass Savannah die Arbeiten an seinem Lithiumprojekt nach einer dreiwöchigen Suspendierung wieder aufnehmen konnte. Die portugiesische Regierung hatte das Vorhaben als von nationaler und europäischer Bedeutung eingestuft, nachdem eine gerichtliche Verfügung am 9. Juni zu einer Unterbrechung geführt hatte. Die bekannten Ressourcen überstiegen bereits damals 39 Millionen Tonnen.

Barroso wurde gemäß der Verordnung der Europäischen Union über kritische Rohstoffe als strategisches Projekt eingestuft. Savannah beschreibt die Lagerstätte als Europas größte Spodumen-Lithiumlagerstätte. Das Projekt weist eine Ressource von 39 Millionen Tonnen mit einem Gehalt von 1,05 Prozent Lithiumoxid aus, was geschätzten 411.900 Tonnen enthaltenem Lithiumoxid entspricht.

Trotz seiner strategischen Bedeutung stößt Barroso auf Widerstand seitens lokaler Gemeinden und Umweltschutzgruppen. Sie äußern Bedenken hinsichtlich potenzieller Auswirkungen auf die Landnutzung, das Wasser und die Biodiversität. Die umliegende Region Barroso ist seit 2018 als Globally Important Agricultural Heritage System anerkannt. Savannah bemüht sich, lokale Unterstützung aufzubauen, während es die Entwicklung vorantreibt. Die im August angekündigten Benefit-Sharing-Vereinbarungen mit Gemeinden, die gemeinsame Ländereien in der Nähe des Projekts besitzen und verwalten, sind Teil dieser Strategie.

Was das für Anleger bedeutet

Für deutsche Privatanleger ist Savannah Resources ein interessanter Fall, da das Unternehmen ein strategisches Rohstoffprojekt in Europa entwickelt. Die EU hat Lithium als kritischen Rohstoff eingestuft, und Barroso gilt als das größte bekannte Vorkommen dieser Art auf dem Kontinent. Die jüngste Kapitalerhöhung zeigt, dass institutionelle und private Anleger bereit sind, das Projekt weiter zu finanzieren – vier der größten Aktionäre beteiligten sich an der Zeichnungsvereinbarung.

Allerdings bleibt das Projekt mit erheblichen Risiken behaftet. Die Genehmigungsverfahren sind komplex, der Widerstand lokaler Gemeinden ist nicht vollständig ausgeräumt, und die Wirtschaftlichkeit hängt maßgeblich von den Lithiumpreisen ab. Die DFS-Prognosen von 3,2 Milliarden US-Dollar EBITDA und einem Net Present Value von 913 Millionen US-Dollar basieren auf einem durchschnittlichen Verkaufspreis von 1.788 US-Dollar pro Tonne – ein Wert, der je nach Marktentwicklung schwanken kann.

Die Verwässerung durch die Ausgabe von 408 Millionen neuen Aktien ist zudem ein Faktor, den Aktionäre im Auge behalten sollten. Positiv ist, dass Savannah nun über ausreichend Kapital verfügt, um die nächsten Entwicklungsschritte zu finanzieren, ohne sofort weitere Mittel aufnehmen zu müssen.

Ausblick

Savannah wird die neuen Mittel nutzen, um Barroso weiter in Richtung Bauvorhaben zu führen. Die DFS in Phase eins wurde im Juli abgeschlossen und bildet die Grundlage für die weiteren Schritte. Parallel laufen die Front-End-Engineering-Designs für die Aufbereitungsanlage und die Infrastruktur. Zudem stehen Umweltverträglichkeitsprüfungen und Anträge auf industrielle Genehmigungen an.

Die Benefit-Sharing-Vereinbarungen mit den lokalen Gemeinden vom August 2026 sollen die Akzeptanz des Projekts in der Region erhöhen. Ob Savannah damit den Widerstand vollständig überwinden kann, bleibt abzuwarten. Die Einstufung als strategisches Projekt durch die EU und die Unterstützung der portugiesischen Regierung sind positive Signale, doch der Weg von der Machbarkeitsstudie bis zur Produktion ist lang.

Kurz erklärt

  • Spodumen: Ein lithiumhaltiges Mineral, das als wichtiger Rohstoff für die Produktion von Batterien und damit für die Energiewende gilt.
  • EBITDA: Abkürzung für „Earnings Before Interest, Taxes, Depreciation and Amortisation" – eine betriebswirtschaftliche Kennzahl, die den Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen angibt.
  • Front-End-Engineering-Design (FEED): Eine frühe Planungsphase in Großprojekten, in der die technischen Grundlagen für die spätere Detailplanung und den Bau erarbeitet werden.
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