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Rock Tech beauftragt Siemens mit digitalem Zwilling für Lithium-Konverter

Siemens entwickelt digitalen Zwilling für Rock Techs Red-Rock-Lithiumkonverter in Ontario.

4 Min
Rock Tech beauftragt Siemens mit digitalem Zwilling für Lithium-Konverter

Rock Tech Lithium treibt sein geplantes Red-Rock-Konverterprojekt in Ontario mit einem prominenten deutschen Partner voran. Das an der TSX-V notierte Unternehmen hat mit Siemens Canada und Siemens Vereinbarungen zur Entwicklung eines digitalen Zwillings und zur Unterstützung der laufenden Machbarkeitsstudie unterzeichnet. Die Partnerschaft bringt deutsche Ingenieursexpertise in den kanadischen Rohstoffsektor.

Die Vereinbarungen stellen die erste Umsetzungsphase eines strategischen Memorandum of Understanding dar, das die Parteien bereits im März unterzeichnet hatten. Dieses MoU sieht einen Fahrplan zur Einführung fortschrittlicher deutscher Lithium-Umwandlungsexpertise und industrieller Digitalisierungstechnologie für den geplanten Red-Rock-Konverter vor. Rock Tech will den Konverter mithilfe der Siemens-Technologie als Blaupause für zukünftige Anlagen in Kanada und verbündeten Märkten nutzen.

Die Details

Im Kern der Zusammenarbeit steht die digitale Zwilling-Technologie von Siemens. Dabei handelt es sich um ein virtuelles, physikbasiertes Modell der Prozessabläufe, Energieflüsse und Materialströme der geplanten Anlage. Rock Tech kann damit Designentscheidungen, Effizienz, Emissionen und betriebliche Zuverlässigkeit testen, optimieren und validieren – noch bevor größere Kapitalmittel gebunden werden.

Der erste Schritt ist die Implementierung eines digitalen Prozesszwillings. Die Technologie soll jedoch den gesamten Projektlebenszyklus abdecken: von der Machbarkeitsstudie über Engineering und Bau bis hin zum Betrieb. Darüber hinaus werden die Parteien die potenzielle Anwendung der Zusammenarbeit auf künftige Projekte in anderen G7-Ländern evaluieren.

Siemens Canada unterstützt das Projektteam von Rock Tech zudem durch spezialisierte Beratung in den Bereichen Prozesssteuerung, Instrumentierung und Automatisierungsarchitektur im Rahmen der definitiven Machbarkeitsstudie (DFS) für den Red-Rock-Konverter. Die Arbeiten an der DFS begannen Ende Juni und sollen bis Mitte Dezember abgeschlossen sein.

Rock Tech CEO Mirco Wojnarowicz kommentierte: „Die Partnerschaft mit Siemens stärkt die deutsch-kanadische Zusammenarbeit und unterstützt das Ziel von Rock Tech, den Red-Rock-Konverter als strategischen Beitrag zu widerstandsfähigen Lieferketten für kritische Mineralien der G7 zu etablieren. Die Zusammenarbeit zwischen Rock Tech und Siemens bietet ein konkretes industrielles Beispiel dafür, wie deutsche Ingenieursexpertise und kanadische Ressourcen gemeinsam widerstandsfähige Lithium-Lieferketten für die G7 aufbauen können."

Hintergrund: Was bisher geschah

Rock Tech Lithium ist kein Neuling in der kanadischen Rohstofflandschaft. Bereits am 28.07.2026 berichtete aktien.news, dass das Unternehmen einen verbindlichen langfristigen Abnahmevertrag für Spodumenkonzentrat mit dem Genfer Rohstoffhandelshaus Transamine unterzeichnet hatte. Das Konzentrat soll auf dem zu 100 Prozent unternehmenseigenen Projekt Georgia Lake in Ontario produziert werden. Die Vereinbarung markierte einen wichtigen Meilenstein und unterstützt laut Unternehmen einen langfristigen kommerziellen Pfad für das Projekt.

Am 13.07.2026 vermeldete aktien.news zudem, dass Rock Tech Lithium vom Critical Minerals Innovation Fund (CMIF) der Provinz Ontario eine Förderung in Höhe von 262.500 Dollar erhalten hatte. Das Geld soll dazu dienen, lokal bezogenes Rohtallöl als potenzielles Flotationsreagenz für die Lithiumverarbeitung zu evaluieren. Rohtallöl fällt als Nebenprodukt in der Zellstoff- und Papierindustrie Ontarios an. Das Projekt wird Rock Tech gemeinsam mit Thunder Bay Pulp and Paper sowie der Queen's University durchführen.

Was das für Anleger bedeutet

Die Partnerschaft mit Siemens ist ein strategisches Signal. Rock Tech holt sich mit Siemens einen weltweit führenden Industriekonzern ins Boot, der nicht nur Digitalisierungsexpertise, sondern auch tiefe Prozesskenntnisse in der chemischen Industrie mitbringt. Für ein Unternehmen in der Entwicklungsphase ist dies ein Qualitätssiegel, das über die reine Technologiepartnerschaft hinausgeht.

Der digitale Zwilling ermöglicht es Rock Tech, die Anlage virtuell zu optimieren, bevor reale Investitionsentscheidungen getroffen werden. Das senkt das Risiko von Fehlinvestitionen und kann die Effizienz und Zuverlässigkeit der späteren Produktion deutlich verbessern. Für Anleger ist zudem bemerkenswert, dass die Zusammenarbeit nicht auf ein einzelnes Projekt beschränkt ist, sondern auf künftige Projekte in anderen G7-Ländern ausgeweitet werden könnte.

Die deutsch-kanadische Achse, die CEO Wojnarowicz betont, ist kein Zufall. Rock Tech betreibt bereits ein Lithiumkonverterprojekt in Guben, Brandenburg, mit einer Kapazität von 24.000 Tonnen pro Jahr Lithiumhydroxid-Monohydrat. Das geplante Red-Rock-Projekt in Ontario soll eine Kapazität von bis zu 32.000 Tonnen pro Jahr Lithiumcarbonat-Äquivalent erreichen. Zusammen bilden diese Projekte die Grundlage für eine stabile und regionale Versorgung der Batterie- und Automobilindustrie.

Ausblick

Der nächste wichtige Termin für Rock Tech ist der Abschluss der definitiven Machbarkeitsstudie (DFS) für den Red-Rock-Konverter. Die Arbeiten daran begannen Ende Juni und sollen bis Mitte Dezember abgeschlossen sein. Siemens Canada unterstützt das Projektteam dabei durch spezialisierte Beratung in den Bereichen Prozesssteuerung, Instrumentierung und Automatisierungsarchitektur.

Parallel dazu werden die Parteien evaluieren, ob die Zusammenarbeit auf künftige Projekte in anderen G7-Ländern ausgeweitet werden kann. Rock Tech stützt sich in Kanada unter anderem auf sein vollständig im Eigentum befindliches Georgia-Lake-Projekt, das eine stabile und nachhaltige Versorgung des nordamerikanischen Marktes gewährleisten soll. Durch die Integration recycelter Materialien zielt das Unternehmen darauf ab, den lokalen Batteriekreislauf zu schließen.

Kurz erklärt

  • Digitaler Zwilling: Ein virtuelles, physikbasiertes Modell einer realen Anlage, das es ermöglicht, Prozesse, Energieflüsse und Materialströme am Computer zu simulieren und zu optimieren, bevor die reale Anlage gebaut wird.
  • Definitive Machbarkeitsstudie (DFS): Eine detaillierte technische und wirtschaftliche Untersuchung eines Projekts, die als Grundlage für die endgültige Investitionsentscheidung dient.
  • Lithiumcarbonat-Äquivalent (LCE): Eine standardisierte Maßeinheit in der Lithiumindustrie, die den Lithiumgehalt verschiedener Lithiumverbindungen vergleichbar macht.
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