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EMP Metals startet Demonstrationsanlage für Lithiumproduktion in Saskatchewan

Vancouverer Unternehmen nimmt Project Aurora in Betrieb – Fokus auf Direct Lithium Extraction

4 Min
EMP Metals startet Demonstrationsanlage für Lithiumproduktion in Saskatchewan

Das in Vancouver ansässige Unternehmen EMP Metals Corporation hat seine Demonstrationsanlage Project Aurora in der kanadischen Provinz Saskatchewan erfolgreich in Betrieb genommen. Die Anlage arbeitet nun als vollständig integrierte Lithium-Raffinerie im Dauerbetrieb. Das System ist darauf ausgelegt, täglich zehn Kubikmeter Rohsole vom Bohrloch bis hin zu Lithiumchemikalien zu verarbeiten – und das auf vereinfachte Weise sowie zu reduzierten Kosten im Vergleich zu anderen Systemen.

Das Unternehmen setzt dabei auf die Direct-Lithium-Extraction-Technologie (DLE), eine Methode zur direkten Gewinnung von Lithium aus Salzlösungen. EMP Metals verfügt derzeit über mehr als 83.000 Hektar untertägiger Konzessionen sowie strategische Bohrungen im Süden Saskatchewans. Die Lithiumreserven in der Region profitieren von einer günstigen Solechemie, die frei von Schwefelwasserstoff und ölbedingten organischen Verbindungen ist, sowie von flachen und kostengünstigen Bohrvorteilen.

Die Details

Gemeinsam mit Saltworks Technologies konzentriert sich EMP Metals derzeit auf die Optimierung der einzelnen Prozesssysteme. Ziel ist es, stabile Betriebsbedingungen herzustellen und operative Daten für die nächste Phase von Project Aurora zu generieren. Die während dieser Phase gewonnenen Betriebsdaten sind nach Angaben des Unternehmens entscheidend für die weitere Entwicklung.

CEO Karl Kottmeier betonte, dass das Unternehmen sein Verständnis des Prozesses vertiefe und diese Erkenntnisse auf künftige kommerzielle Anlagen anwenden werde. Saltworks arbeitet bereits an der Auslegung und Kostenschätzung einer vollmaßstäblichen, modularen kommerziellen Raffinerie, die eine jährliche Produktion von mehr als 3.000 Tonnen Lithiumprodukten ermöglichen soll.

Die Pläne des Unternehmens sehen vor, initiale kommerzielle Module zu realisieren, die auf eine Jahresproduktion von zwischen 1.500 Tonnen und 3.000 Tonnen Lithiumprodukten ausgelegt sind. Diese ersten Module sollen als Grundlage für entsprechende Expansionsschritte dienen.

Hintergrund: Was bisher geschah

Die Lithiumindustrie in Nordamerika hat in den vergangenen Monaten mehrere bedeutende Fortschritte verzeichnet. Bereits am 20.04.2026 berichtete aktien.news, dass das kanadische Unternehmen Mangrove Lithium in der Provinz British Columbia die erste kommerzielle Lithium-Raffinerie Nordamerikas eröffnet hat. Die privat geführte und durch Risikokapital finanzierte Anlage verfügt über eine Nennkapazität von 1.000 Tonnen pro Jahr und gilt als wichtiger Beitrag zur Elektrifizierungsstrategie Kanadas und des gesamten nordamerikanischen Marktes.

Am 22.04.2026 meldete aktien.news zudem, dass Standard Lithium Ltd. in seiner großtechnischen Demonstrationsanlage im amerikanischen El Dorado, Arkansas, mehrere bedeutende operative Meilensteine erreicht hat. Das kanadische Lithiumunternehmen, das kurz vor der Kommerzialisierung seiner Technologie steht, gab damit ein starkes Signal für die Reife seiner Direktextraktions-Technologie (DLE) und die Skalierbarkeit seines geplanten Großprojekts.

Am 22.07.2026 berichtete aktien.news über die Eröffnung des neuen Operations & Innovation Centre des vertikal integrierten Lithium-Technologieunternehmens Empower EIT im texanischen Dallas. Die Einrichtung umfasst rund 1.580 Quadratmeter und soll als zentraler Knotenpunkt für Betrieb und Forschung dienen. Auch Empower EIT setzt auf die Direct-Lithium-Extraction-Technologie.

Bereits am 17.09.2026 hatte aktien.news über American Lithium berichtet, das seinen Pilotbetrieb für die Lithiumgewinnung in Falchani, Peru, vollständig in Betrieb genommen hat. Die Pilotanlage erzielt durchschnittliche Lithium-Ausbeuten von 88,7 Prozent und liegt damit deutlich über den Erwartungen einer vorläufigen wirtschaftlichen Bewertung aus dem Jahr 2024.

Was das für Anleger bedeutet

Die Inbetriebnahme von Project Aurora reiht sich ein in eine Serie von Fortschritten bei der Kommerzialisierung von DLE-Technologien in Nordamerika. Während Mangrove Lithium bereits eine kommerzielle Raffinerie betreibt und Standard Lithium kurz vor der Kommerzialisierung steht, befindet sich EMP Metals noch in der Demonstrationsphase. Die nun anlaufende Datensammlung ist ein kritischer Schritt, um von der Pilotphase in die kommerzielle Produktion überzugehen.

Für deutsche Privatanleger ist der kanadische Lithiumsektor von besonderem Interesse, da die Region Saskatchewan geologische Vorteile bietet: Die Solechemie ist frei von Schwefelwasserstoff und ölbedingten organischen Verbindungen, was die Verarbeitung vereinfacht und potenziell kostengünstiger macht. Hinzu kommen flache Bohrvorteile, die die Erschließungskosten senken können.

Die angestrebte Jahresproduktion von zunächst 1.500 bis 3.000 Tonnen Lithiumprodukten ist im Vergleich zu den großen Produzenten in Australien oder Südamerika noch überschaubar. Allerdings zeigt die Zusammenarbeit mit Saltworks Technologies an einer vollmaßstäblichen Raffinerie mit über 3.000 Tonnen Jahreskapazität, dass das Unternehmen bereits die nächste Skalierungsstufe im Blick hat.

Ausblick

Der unmittelbare Fokus von EMP Metals liegt auf der Optimierung der Prozesssysteme und der Generierung stabiler Betriebsdaten. Diese Daten sind die Grundlage für die nächste Phase von Project Aurora. Parallel dazu arbeitet Saltworks Technologies an der Auslegung und Kostenschätzung einer vollmaßstäblichen, modularen kommerziellen Raffinerie. Sobald die Demonstrationsanlage ausreichend Betriebsdaten geliefert hat, dürfte der nächste logische Schritt die finale Investitionsentscheidung für die kommerzielle Anlage sein.

Kurz erklärt

  • Direct Lithium Extraction (DLE): Ein Verfahren zur direkten Gewinnung von Lithium aus salzhaltigen Lösungen, das im Vergleich zu herkömmlichen Methoden wie der Verdunstung in großen Becken weniger Platz benötigt und schneller Ergebnisse liefert.

  • Sole: Eine salzhaltige Flüssigkeit aus unterirdischen Lagerstätten, die gelöste Mineralien wie Lithium enthält und als Ausgangsmaterial für die Lithiumgewinnung dient.

  • Demonstrationsanlage: Eine Anlage im halbindustriellen Maßstab, die dazu dient, ein Produktionsverfahren unter realitätsnahen Bedingungen zu testen und Daten für den Bau einer kommerziellen Großanlage zu sammeln.

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