Salesforce peilt über 63 Milliarden Dollar Umsatz bis 2030 an
Salesforce peilt über 63 Milliarden US-Dollar Umsatz für 2030 an und übertrifft Analystenschätzungen.

Salesforce hat auf seiner Dreamforce-Konferenz eine ambitionierte Umsatzprognose für das Geschäftsjahr 2030 vorgelegt. Der Softwarekonzern aus San Francisco erwartet Erlöse von über 63 Milliarden US-Dollar und übertrifft damit die Analystenschätzungen deutlich. Eine Umfrage des LSEG hatte lediglich mit jährlichen Verkaufszahlen von 59,2 Milliarden US-Dollar gerechnet.
Die diesjährige Dreamforce findet zu einem entscheidenden Zeitpunkt für Salesforce statt. Das Unternehmen hat ein turbulentes Jahr hinter sich, geprägt von der Sorge, dass künstliche Intelligenz dem Geschäftsmodell schaden könnte. Das Narrativ der sogenannten „SaaSpocalypse“, das ab 2025 an Fahrt gewann, traf Salesforce und andere Softwareunternehmen hart, als die fortschrittlichsten KI-Modelle zunehmend leistungsfähiger wurden.
Mit dem jüngsten Quartalsbericht im vergangenen Monat konnte Salesforce die Skeptiker jedoch beschwichtigen. Das Unternehmen meldete besser als erwartete Ergebnisse und gab eine optimistische Prognose ab. Der Gewinn wurde durch einen Gewinn von 2,6 Milliarden US-Dollar aus strategischen Investitionen gesteigert, nachdem das Unternehmen auf das KI-Unternehmen Anthropic gesetzt hatte. Die Aktie sprang daraufhin um fast 23 Prozent – die beste Performance seit 2020.
Neue KI-Produkte und Partnerschaften
Auf der Dreamforce präsentierte Salesforce mehrere Neuheiten im Bereich der künstlichen Intelligenz. Das Unternehmen kündigte „Claudeforce“ an, das es Organisationen ermöglicht, mit Salesforce-Daten in Anthropics KI-Modell Claude zu arbeiten. Bereits Tage zuvor hatte CEO Marc Benioff damit geprahlt, dass zwei Führungskräfte nach ihren Stationen bei OpenAI wieder zu Salesforce zurückkehren würden.
Benioff eröffnete die Dreamforce in dieser Woche, indem er einige der mächtigsten Führungskräfte der KI-Branche auf die Bühne holte. Darunter waren Sam Altman von OpenAI, Dario Amodei von Anthropic und Jensen Huang von Nvidia. Salesforce-Führungskräfte stellten zudem ein neues KI-Reasoning-Modell namens Koa vor, das auf einem Modell von Nvidia basiert. Zudem präsentierte das Unternehmen ausgefeilte, benutzerdefinierte Dashboards, die Salesforce-Daten enthalten und in Claude zugänglich sind.
Bis zu 1.000 Kunden haben sich für die Beta-Version mit Claude angemeldet, sagte Patrick Stokes, Präsident von Applications and Marketing bei Salesforce, am Mittwoch gegenüber Investoren und Analysten. Inzwischen habe sich Slack, die Chat-App, die Salesforce 2021 für 27,1 Milliarden US-Dollar übernommen hat, in den letzten drei Monaten zu einem Zentrum für die Kommunikation mit KI-Agenten entwickelt, so Alexa Vignone, Präsidentin und Chief Revenue Officer des Unternehmens.
Aktienrückkäufe in Milliardenhöhe
Als die Aktie in diesem Jahr fiel, nutzte Salesforce die Gelegenheit für umfangreiche Aktienrückkäufe. Das Unternehmen habe inzwischen kumuliert Aktien im Wert von 60 Milliarden US-Dollar zurückgekauft, sagte Robin Washington, Chief Operating and Financial Officer von Salesforce. Benioff äußerte sich dazu mit einem Augenzwinkern: Man habe ihn gefragt, ob er „den Leuten, die uns die Aktien zu 150 Dollar verkauft haben, danken soll“. „Ich weiß nicht genau, was das bedeutet, aber danke an diese Leute“, fügte Benioff hinzu.
Salesforce habe zudem Hunderte Millionen US-Dollar in Anthropic-Aktien investiert, die wahrscheinlich Werte in Milliardenhöhe erreichen werden, sagte Benioff vor dem Publikum. Die strategische Wette auf das KI-Unternehmen scheint sich bereits auszuzahlen – der jüngste Gewinn von 2,6 Milliarden US-Dollar aus strategischen Investitionen unterstreicht dies eindrucksvoll.
Für Salesforce zeichnet sich damit eine Trendwende ab. Nachdem die Aktie unter dem Druck der KI-Skepsis gelitten hatte, konnte das Unternehmen mit starken Quartalszahlen und einer klaren KI-Strategie das Vertrauen der Anleger zurückgewinnen. Die Prognose von über 63 Milliarden US-Dollar für 2030 unterstreicht den Optimismus des Managements – auch wenn der Weg dorthin angesichts des intensiven Wettbewerbs im KI-Sektor anspruchsvoll bleiben dürfte.
