Sake-Fässer und Dach-Galas: Energiehändler feiern Kriegsboom
Broker feiern Rekordjahr: Iran-Krieg treibt Ölpreise und beschert Händlern Milliardengewinne.

Die Menge stöhnte auf, als die Makler mit den Holzhammern auf den Deckel des Sakefasses schlugen und ihn zur Feier öffneten. „Bitte geben Sie ihnen Applaus“, sagte der Moderator, während japanischer Schnaps herumgereicht wurde. Die Party im Rendezvous Hotel in Singapur wurde von der BGC Group ausgerichtet, einem in den USA notierten Brokerage-Unternehmen, dessen Erfolg seit dem Ausbruch des Iran-Kriegs stark zugenommen hat.
Der Konflikt im Nahen Osten hat die globalen Energiemärkte durcheinandergebracht. Die Ölpreise steigen, was weltweit für Verbraucher Schmerzen bedeutet. Doch für diejenigen, die Öl produzieren, handeln und verschiffen, sind es goldene Zeiten. In ganz Singapur haben Händler und Makler in der vergangenen Woche auf eine Branche angestoßen, die ihren größten Schock je erlebt hat – und für einige ein überaus erfolgreiches Jahr beschert.
Rekordgewinne trotz globaler Krise
„Was wir dieses Jahr gesehen haben, ist die größte Störung der Rohölsupply in der Geschichte“, sagte Jim Burkhard, Leiter der Rohölforschung bei S&P Global Energy. „Wenn man so große Verwerfungen wie diese hat, gibt es Möglichkeiten.“ Der Iran-Krieg hat die Energieversorgung massiv beeinträchtigt und historische Preisausschläge verursacht.
Die BGC Group ist nicht der einzige Profiteur. In der gesamten Branche haben Händler und Makler von der Volatilität profitiert, die der Konflikt ausgelöst hat. Während Verbraucher unter den steigenden Preisen leiden, feiern die Akteure der Ölindustrie Rekordgewinne. Die Stimmung in Singapur, einem der wichtigsten Handelszentren für Rohöl, ist entsprechend ausgelassen.
Die Feierlichkeiten im Rendezvous Hotel sind symptomatisch für eine Branche, die von Unsicherheit und Konflikten lebt. Der unauflösliche Konflikt im Nahen Osten hat die Ölmärkte fundamental verändert. Für die Händler bedeutet dies historische Chancen – und entsprechende Umsätze.
Die Frage bleibt, wie lange der Boom anhalten wird. Solange der Iran-Krieg andauert und die Lieferketten gestört bleiben, dürften die Gewinne weiterfließen. Für die globale Wirtschaft und die Verbraucher bedeutet dies jedoch anhaltend hohe Energiepreise und wirtschaftliche Belastungen.
