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Rüstungsaktie Honeywell Aerospace: Schnäppchen trotz gesenkter Prognosen?

Honeywell Aerospace gilt nach Kursrutsch als günstig bewertet – trotz gesenkter Prognosen.

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Rüstungsaktie Honeywell Aerospace: Schnäppchen trotz gesenkter Prognosen?

Die geopolitische Lage bleibt angespannt: Vom Iran-Konflikt über die Rivalität zwischen den USA und China bis hin zum Russland-Ukraine-Krieg gibt es zahlreiche Faktoren, die den Rüstungssektor beflügeln. Der National Defense Authorization Act (NDAA) für das Geschäftsjahr 2027, der am 22. Juli vom US-Repräsentantenhaus verabschiedet wurde und noch auf die Zustimmung des Senats wartet, sieht Rekordausgaben von 1,15 Billionen US-Dollar für das US-Militär vor. Das sind gewaltige Summen, von denen viele Rüstungsaktien profitieren dürften.

Doch eine Aktie sticht nach Ansicht von Analysten derzeit besonders hervor: Honeywell Aerospace. Das Unternehmen wurde Ende Juni aus Honeywell Technologies ausgegliedert und notiert seitdem als eigenständige Gesellschaft an der Börse. Der Kursverlauf war jedoch bislang enttäuschend: Seit der Ausgliederung verlor die Aktie mehr als 21 Prozent und fiel von 220 US-Dollar auf rund 157 US-Dollar per 11. September. Hauptgrund dafür war die Kürzung der Jahresprognose im Quartalsbericht des zweiten Quartals.

Honeywell Aerospace ist zum aktuellen Preis ein Schnäppchen

Trotz der gesenkten Guidance bewerten Analysten die Aktie als günstig. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis liegt mit dem 21-fachen der erwarteten Gewinne unter dem Niveau vergleichbarer Wettbewerber. Offenbar verbinden viele Anleger das Unternehmen noch mit dem negativen Margeneinfluss des ehemaligen Mutterkonzerns, anstatt es als das zu sehen, was es jetzt ist: ein reines Luftfahrt- und Rüstungsunternehmen.

Honeywell Aerospace liefert Triebwerke, missionskritische Avioniksysteme und Steuerungssysteme für die zivile und militärische Luftfahrt. Die globalen Flugstunden steigen, die Flottenauslastung ist hoch und anhaltende Lieferverzögerungen bei großen Flugzeugherstellern (OEMs) treiben die Nachfrage nach hochmargigen Reparatur-, Wartungs- und Überholungsleistungen (MRO) sowie Ersatzkomponenten wie Hilfskraftwerken, Avioniksystemen und Flugsteuerungen an.

Die Zahlen des zweiten Quartals fielen zwar uneinheitlich aus. Der Umsatz stieg um 5 Prozent im Jahresvergleich auf 4,5 Milliarden US-Dollar. Der Gewinn je Aktie sank jedoch um 71 Prozent auf 0,78 US-Dollar. Das Unternehmen senkte seine Prognose für das organische Wachstum im Gesamtjahr von 7 bis 9 Prozent auf 4 bis 5 Prozent. Zudem verengte es die Spanne für das erwartete EBIT von 4,65 bis 4,75 Milliarden US-Dollar auf 4,35 bis 4,45 Milliarden US-Dollar.

Die meisten Gründe für die gesenkten Gewinnerwartungen stehen im Zusammenhang mit Kosten der Ausgliederung, die mittelfristig wegfallen werden. Analysten zeigen sich optimistisch: Das durchschnittliche Kursziel liegt bei 213 US-Dollar, was rund 35 Prozent über dem aktuellen Niveau bedeutet.

Es verfügt über einen enormen Auftragsbestand

Ein starkes Argument für Honeywell Aerospace ist der Auftragsbestand. Dieser stieg im zweiten Quartal im Jahresvergleich um 9 Prozent auf 18,2 Milliarden US-Dollar. Das Unternehmen konnte im Quartal neue Verträge im Wert von 15 Milliarden US-Dollar abschließen. Der Auftragsbestand ist größtenteils mit Programmen zur Modernisierung der Verteidigungsausrüstung, Upgrades militärischer Avioniksysteme und Antriebssystemen der nächsten Generation verbunden.

Steigende globale Rüstungsbudgets und langfristige Beschaffungsverpflichtungen sorgen dafür, dass das Verteidigungssegment auch während breiter makroökonomischer Rückschläge eine stabile Cashflow-Sichtbarkeit bietet. Die größte Herausforderung des Unternehmens besteht derzeit darin, Engpässe in der Lieferkette zu lösen, um die gestaute Nachfrage nach Aufträgen zu bedienen. Als eigenständiges Unternehmen kann sich Honeywell Aerospace stärker auf diese Aufgabe konzentrieren als noch als Teil von Honeywell International, das seinen Namen in Honeywell Technology geändert hat.

Kämpfen Sie nicht gegen diese wachsenden Trends

Honeywell Aerospace bewegt sich an der Schnittstelle zweier großer Trends: steigender Ausgaben für Flugzeugteile und zunehmender globaler Rüstungsausgaben. Der globale Markt für Ersatzteile für Flugzeuge hatte im Jahr 2025 einen Wert von 97,8 Milliarden US-Dollar und soll laut einem Bericht von MarketIntelo bis 2034 auf 160,2 Milliarden US-Dollar ansteigen. Auch die Rüstungsausgaben sollen laut einem Bericht von Spherical Insights stark zulegen – von 2,7 Billionen US-Dollar im Jahr 2024 auf 6,38 Billionen US-Dollar bis 2035.

Für Anleger, die auf den Verteidigungssektor setzen wollen, bietet Honeywell Aerospace nach Ansicht der Analysten ein attraktives Chance-Risiko-Verhältnis. Die Aktie ist nach dem Kursrutsch günstig bewertet, der Auftragsbestand ist solide und die langfristigen Trends sprechen für das Unternehmen. Ob sich das Blatt tatsächlich wendet, wird maßgeblich davon abhängen, wie schnell Honeywell Aerospace die operativen Herausforderungen in den Griff bekommt.

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