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Russische Zentralbank senkt Leitzins auf 15,5 Prozent – Kriegswirtschaft schwächelt

Erste Zinssenkung seit Monaten soll angeschlagene Wirtschaft stützen – Inflation weiter im Fokus

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Russische Zentralbank senkt Leitzins auf 15,5 Prozent – Kriegswirtschaft schwächelt

Die russische Zentralbank hat am Freitag ihren Leitzins um 50 Basispunkte auf 15,5 Prozent gesenkt. Mit diesem Schritt reagiert die Notenbank auf die deutliche Abkühlung der Kriegswirtschaft, die unter den höchsten Zinssätzen seit über einem Jahrzehnt leidet. Von 24 befragten Analysten hatten lediglich acht eine Senkung in dieser Höhe erwartet.

Die Entscheidung markiert einen Kurswechsel in der russischen Geldpolitik. Nachdem die Zentralbank die Zinsen massiv angehoben hatte, um die galoppierende Inflation zu bekämpfen, sieht sie nun Spielraum für eine vorsichtige Lockerung. Die Bank kündigte an, bei kommenden Sitzungen weitere Zinssenkungen zu prüfen – abhängig von der Inflationsentwicklung und den Preiserwartungen.

Für das Jahr 2026 prognostiziert die Zentralbank einen durchschnittlichen Leitzins zwischen 13,5 und 14,5 Prozent. "Dies bedeutet, dass die monetären Bedingungen straff bleiben werden", betonte die Bank in ihrer Mitteilung. Eine rasche Rückkehr zu niedrigeren Zinsniveaus ist damit nicht in Sicht.

Wirtschaft verliert an Schwung

Russlands Wirtschaft, die in den ersten drei Jahren des Ukraine-Konflikts überraschende Widerstandsfähigkeit gegenüber westlichen Sanktionen zeigte, kühlte sich 2024 deutlich ab. Die aggressive Zinserhöhungspolitik der Zentralbank dämpfte die Binnennachfrage spürbar. Die russische Regierung rechnet für 2025 mit einem Wachstum von nur 1,0 Prozent, für 2026 mit 1,3 Prozent.

Die Zentralbank selbst ist noch vorsichtiger und sieht das Wachstum für dieses Jahr bei lediglich 0,5 bis 1,5 Prozent. "Die Aufwärtsabweichung der russischen Wirtschaft von einem ausgewogenen Wachstumspfad verringert sich", konstatierte die Bank. Das Geschäftsklima reflektiere bereits eine Erwartung weiterer Abschwächung in den kommenden Monaten.

Balanceakt zwischen Inflation und Wachstum

Die russische Notenbank steht vor einem schwierigen Balanceakt. Einerseits muss sie die Inflation im Zaum halten, die durch kriegsbedingte Staatsausgaben und Arbeitskräftemangel befeuert wird. Andererseits droht bei zu restriktiver Politik eine Rezession, die das politische Regime unter Druck setzen könnte.

Die Zinssenkung signalisiert, dass die Zentralbank die Inflationsrisiken derzeit als beherrschbar einschätzt und der schwächelnden Wirtschaft Priorität einräumt. Ob weitere Lockerungsschritte folgen, wird von der Entwicklung der Verbraucherpreise abhängen. Analysten erwarten eine vorsichtige, datengetriebene Geldpolitik in den kommenden Monaten.

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